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Eine Rakete mit Ecken und Kanten
Deutsche Forscher testen ein scharfkantiges Raumfahrzeug
Moderation: Marlis Schaum
Für Raumfahrzeuge ist es jedes Mal eine große Herausforderung: der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Auf bis zu 2500 Grad kann sich dabei die Außenhülle erhitzen. Die meisten Raketenköpfe brauchen daher entweder spezielle Hitzeschutzschilde oder werden als Wegwerfartikel beim Wiedereintritt durch die extremen Temperaturen zerstört werden. Deutsche Forscher haben aber jetzt ein Raumfahrzeug entwickelt, dass den Wiedereintritt besser überstehen und so wieder verwendbar sein soll. Der Trick – Die „SHEFEX II bekommt einen eckigen Kopf.
Nur etwas mehr als zehn Minuten soll der erste Testflug des unbemannten Raumfahrzeugs „SHEFEX II“ dauern. Von der nordnorwegischen Insel Andoya aus wollen Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Flugkörper 250 Kilometer hoch ins All schießen. Interessant für die Forscher wird aber vor allem die Rückkehr zur Erde. Dann wird SHEFEX II mit ca. 11.000 Stundenkilometern in die Erdatmosphäre eintauchen und muss höchsten Temperaturen standhalten.
Wiedereintritt ist besonders kritisch
Wie kritisch der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre für ein Raumfahrzeug sein kann, hat die Columbia-Katastrophe im Jahr 2003 gezeigt: In 60 Kilometern Höhe brach das Space Shuttle auseinander, alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die Tragflächen der Raumfähre waren beschädigt und konnten den hohen Temperaturen nicht standhalten. Einen sicheren Hitzeschutz für Raumfahrzeuge zu entwickeln, ist für Raumfahrt-Ingenieure daher eine besonders große Herausforderung.
Scharfe Kanten sollen Raketen billiger und sicherer machen
Für SHEFEX haben sich die Forscher daher eine ungewöhnliche Form ausgedacht. Während herkömmliche Raketen an der Spitze abgerundet sind, hat das DLR-Projekt Ecken und Kanten. „SHEFEX“ steht für „Sharp Edge Flight Experiment“ (scharfkantiges Fluggexperiment). Anders als zum Beispiel das aus runden Kacheln bestehende Hitzeschutzsystem der ausgemusterten US-Space-Shuttles ist der Raketenkopf von SHEFEX aus einzelnen ebenen Facetten zusammengesetzt. Die könnten einfacher und vor allem kostengünstiger hergestellt werden und so den Raketenbau billiger machen. Die scharfen Kanten an der Spitze sollen zudem die aerodynamischen Eigenschaften der Rakete beim Eintauchen in die Atmosphäre verbessern.
Voller Sensoren
Um die neuen Hitzeschutzsysteme beim Wiedereintritt in die Atmosphäre zu testen, steckt der Raketenkopf voller Sensoren. Während der 40 bis 60 Sekunden des Wiedereintritts liefern mehr als 300 Messgeräten Daten über Druck, Temperatur und Wärmefluss. Klappt alles – soll SHEFEX in der Nähe von Spitzbergen an einem Fallschirm zur Erdoberfläche zurückkehren.xx Forschung für die Raumfahrzeuge der Zukunftxx Mit den Erkenntnissen aus den SHEFEX-Testflügen wollen die Forscher in den nächsten Jahren eine neue Art von Raumfahrzeugen entwickeln, auch für die bemannte Raumfahrt.. Ab 2020 könnten diese Raumgleiter für Experimente ins All fliegen, einige Tage im Weltraum bleiben und anschließend unbeschadet auf einem normalen Flughafen landen – wieder verwendbar für den nächsten Flug ins All.
Autor/in:
Gespräch mit Dirk Lorenzen, Wissenschaftsjournalist
Redaktion:
Jan Friese
Bildergalerie und Linktipss:
Shefex II - Eine Rakete mit Ecken und Kanten
Erfahren Sie mehr über das SHEFEX-Projekt beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Erkunden Sie die Raketen-Station im Norden Norwegens und entdecken Sie die Forschungsprojekte
So funktionieren Raketen – ganz einfach erklärt im Jugendportal des DLR






![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







