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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 19.11.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eine Wildkatze durchstreift aufmerksam ihr Freigehege im Nationalpark Bayerischer Wald; Rechte: WDR/dpa

 Scheu und zurückgezogen

Lebensräume für Wildkatzen

Naturschutzgebiete müssen besser vernetzt sein

Moderation: Franz-Josef Hansel

Wildkatzen leben zurückgezogen und versteckt in naturnahen Laub- und Mischwäldern. Deshalb bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Der BUND hat nun aber nachgewiesen: Auch in NRW breitet sich die Wildkatze weiter aus.

Die bedrohte europäische Wildkatze breitet sich in Deutschland weiter aus. Das zeigen erste Ergebnisse einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN). Genetische Untersuchungen im Rahmen des Projekts "Wildkatzensprung" zeigen erstmals Vorkommen in Wäldern, die zuvor lange als unbesiedelt galten. So gelang es, im Kottenforst bei Bonn elf verschiedene Wildkatzen nachzuweisen - zuletzt waren die Tiere in den 1960er Jahren hier zu Hause. Auch in der Eifel leben etliche Wildkatzen. 

"Grüne Korridore" sollen Katzen helfen

Zudem will der BUND nun untersuchen, ob es genetische Unterschiede zwischen einzelnen Populationen gibt. Wäre das der Fall, könnte dies auf durch Menschen verursachte Verinselung der Lebensräume hinweisen. "Die verschiedenen Wildkatzen finden nicht zueinander", klagt BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Die Untersuchungen des Projekts "Wildkatzensprung" begleiten die Bemühungen des BUND, die Waldgebiete durch sogenannte grüne Korridore wieder miteinander zu vernetzen. So soll der genetische Austausch zwischen den Regionen ermöglicht werden. Langfristiges Ziel ist ein Netz von insgesamt 20.000 Kilometern Länge. Zurzeit erfassen Freiwillige alle Männchen und Weibchen in den derzeit 17 bekannten Wildkatzen-Gebieten. Die Erfassung und erste Schutzmaßnahmen kosten alleine fast fünf Millionen Euro.

Sind die Wald-Gebiete in Deutschland erst vernetzt, können sich auch andere Wildtierarten wieder ausbreiten. Im Blick haben Naturschützer vor allem den Rothirsch, den Luchs, den Wolf und zahlreiche seltene Fledermausarten.

Untersuchung auf vier Jahre angelegt

Der BUND hat von einem Forschungsinstitut bisher über 600 Haarproben von Tieren aus zunächst 14 deutschen Waldregionen genetisch auswerten lassen. Die Untersuchung der Wildkatzenpopulationen in Deutschland ist auf drei bis vier Jahre ausgelegt. Die jetzt veröffentlichten Daten sind Teilergebnisse des ersten Erhebungsjahres. Insgesamt wurden im Winterhalbjahr 2011/12 1.372 Haarproben gesammelt, von denen bisher 600 analysiert werden konnten.

Autor/in:

Studiogespräch mit Detlef Reepen

Redaktion:

Ruth Schulz

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