Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 19.01.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Wurm im Apfel; Rechte: dpa

 Wohnung im Apfel

Die Kleine Anfrage: Sind mitgegessene Würmer in zum Beispiel in Äpfeln gefährlich?

Moderation: Franz-Josef Hansel

Jetzt im Winter passiert es einem höchstens noch einmal bei einem Bioapfel: Man beißt rein, es schmeckt irgendwie komisch und schon hat man versehentlich einen kleinen Apfelbewohner geschluckt. Ein Leonardo-Hörer aus Hemer hat diese Kleine Anfrage gestellt: Sind mitgegessene Würmer in Äpfeln, Pflaumen, Himbeeren etc. gesundheitsschädlich? Die Kleine Anfrage hat gekostet - unter den strengen Augen eines Experten, versteht sich.

Wer gerne Himbeeren pflückt, kennt das Problem: Häufig isst man nicht nur die Frucht, sondern auch ihre Bewohner. Viele Menschen ekeln sich nicht nur davor, sondern fragen sich auch: Ist das schädlich?

 Genau genommen sind die kleinen wurmartigen Dinger in Äpfeln oder Himbeeren keine Würmer, sondern Insektenlarven, zum Beispiel von kleinen Motten oder Nachtfaltern. Was sich im Mund oft eklig-bitter anfühlt, sind angeblich nicht die Insekten selbst, sondern ihre Fäkalien. Denn die bleiben natürlich auch in der Frucht und so schmeckt die bewohnte Himbeere dann nicht mehr gut. Die Made allein soll dagegen sehr gut schmecken – leicht nussig!

Wertvolle Nahrungsquelle

 Für fast alle dieser Insektenlarven, also Maden, Raupen oder Engerlinge gilt: Sie sind nicht nur vollkommen unschädlich, sondern auch sehr gesund. Die Welternährungsorganisation FAO empfiehlt diese und ganz allgemein Insekten sogar als gesündere –und weniger klimaschädliche! - Alternative zu Fleisch. Denn die kleinen Krabbeltiere sind nicht nur eine exzellente Eiweißquelle, sondern liefern besonders hochwertige Fette, wenig Kohlenhydrate und viele Mineralstoffe wie Calcium und Eisen.

 Mancherorts schon Massentierhaltung

 Ein weiterer Vorteil: Gerade in tropischen Regionen sind Insekten in Fülle vorhanden. Sie brauchen selbst nicht viel Nahrung und sind leicht zu fangen oder einfach zu züchten. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas gibt es bereits große Insektenfarmen für Grillen, Seidenraupen oder Grashüpfer. Manche Sorten gelten gar als Delikatesse und kosten mehr als Fleisch. In Deutschland ist man dagegen noch nicht so recht auf den Geschmack gekommen.

Völlig ungiftig

 Hierzulande fürchtet man sich eher vor Vergiftungen. Dabei gibt es nur ganz wenige giftige Insekten, ein Beispiel ist die spanische Fliege. Die ist eigentlich ein grünlich schimmernder Käfer aus der Familie der Ölkäfer und eher in Südeuropa anzutreffen. Seine Bekanntheit verdankt die spanische Fliege ihrer aphrodisierenden Wirkung, doch schon geringe Mengen des zermahlenen Käferpulvers können neben der gewünschten Wirkung auch zu einem tödlichen Nierenversagen führen. Die meisten anderen Insekten sind völlig ungefährlich – nicht umsonst wird empfohlen, etwa bei einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel lieber unbekannte Insekten als unbekannte Pflanzen zu essen! 

Autor/in:

Sonja Kolonko

Redaktion:

Martin Gent

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