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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 18.08.2009, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eine Pille auf einem Brennessel-Blatt; Rechte: dpa

 Service Gesundheit

Service Gesundheit: Mistel, Tee und Vitamine

Naturheilmittel gegen Krebs

Moderation: Franz-Josef Hansel

 

Das Geschäft mit dem Leid


Krebspatienten leiden in der Regel sehr unter den Nebenwirkungen, die die klassischen Therapien zur Bekämpfung der Krankheit mit sich bringen. Viele suchen deshalb nach schonenden Behandlungs-Alternativen. Zahlreiche Angebote gibt es dazu im Bereich der Naturheilmittel. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch in der Regel nicht bewiesen, manche können die Therapie sogar gefährden und das Leiden des Patienten damit noch verschlimmern. Zudem tummeln sich auf dem Markt der alternativen Anti-Krebs-Mittel zahlreiche schwarze Schafe, die von der Verzweiflung und dem Leid der Betroffenen profitieren wollen.

Nie ohne Rücksprache mit dem Arzt


Wer Naturheilmittel anwenden will, sollte das nie ohne Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt machen. Denn bislang gibt es kein Natur-Präparat und keine alternative Behandlungsmethode, die nachweislich eine klassische Krebstherapie ersetzen könnte. Der Einsatz solcher Mittel kann also immer nur eine begleitende oder ergänzende Maßnahme sein, bei der Vorsicht geboten ist.

Vorsicht bei Vitamin C, Misteln und Co.


Beispiel Vitamin C- und Mineralstoff-Präparate: Wenn solche Mittel  während einer Bestrahlung oder einer Chemo-Behandlung in großen Mengen eingenommen werden, kann die Wirksamkeit der Therapie stark eingeschränkt werden. In der Phase zwischen zwei Chemotherapien oder vor und nach einer Chemotherapie können Vitamin- und Mineralstoff-Präparate in normaler Dosierung Nebenwirkungen durchaus abmildern.

Vorsicht ist z.B. auch bei der Verwendung von Mistelextrakten geboten. Die sollen unter anderem das Immunsystem nach einer Krebsbehandlung stärken. Die Lebenszeit von Krebskranken verlängern oder  verbessern können sie jedoch nachweislich nicht. Bei bestimmten Krebsarten muss von einer Misteltherapie sogar dringend abgeraten werden, zum Beispiel bei Lymphdrüsenkrebs oder bei Leukämie.

Tierische Eiweißstoffe


Nicht erst seit BSE raten seriöse Mediziner auch von der Verwendung von Präparaten ab, die aus tierischen Eiweißstoffen gewonnen wurden. Dazu gehören zum Beispiel auch Präparate, deren Wirkstoffe aus der Thymus-Drüse von Rindern stammen. Sie können unter anderem Allergien hervorrufen.

Krebs-Diäten


Als unwirksam haben sich sogenannte „Krebsdiäten“ erwiesen. Manche dieser Kuren sind sogar gefährlich, weil sie den Patienten über Gebühr schwächen und den Krankheitsverlauf damit noch weiter verschlimmern können. Zudem fehlt jeder Beweis dafür, dass bestimmte Nahrungsmittel einen Krebstumor verkleinern können. Formeln wie „42 Tage Obstsaft trinken, dann stirbt der Tumor“, sind also unsinnig. Eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung kann allerdings durchaus die Entwicklung eines Tumors verzögern oder sogar ganz verhindern.

Was ist empfehlenswert?


Nur für sehr wenige Naturstoffe liegt der Nachweis einer Wirksamkeit bei der Krebsbehandlung vor. Das betrifft jedoch nur die Möglichkeit, das Wachstum eines Tumors zu verlangsamen oder Nebenwirkungen bei der Behandlung mit klassischen Anti-Krebs-Medikamenten abzumildern.

Das Krebswachstum einschränken kann zum Beispiel der Natur-Wirkstoff Taxol, der aus der Rinde der Pazifischen Eibe gewonnen wird. Taxol-Präparate werden erfolgreich in der ergänzenden Brustkrebs- oder Prostatakrebsbehandlung eingesetzt.

Eine therapiebegleitende Akupunktur-Behandlung kann helfen, dass sich der Patient besser fühlt. Nebenwirkungen von klassischen Anti-Krebs-Medikamenten wie Übelkeit, Erbrechen und Hitzewallungen lassen sich dadurch nachweislich verringern. Die Akupunktur hat in der begleitenden Krebsbehandlung in den letzten Jahren immer größere Bedeutung bekommen.

Viele Schulmediziner sind offen für natürliche Ergänzungsbehandlungen


Ein guter Arzt wird im übrigen immer ein offenes Ohr für ergänzende Methoden zur Krebsbehandlung haben, wenn der Patient ihn danach fragt. Krebskranke sollten deshalb nicht zögern, mit ihm gemeinsam nach sinnvollen und unschädlichen naturheilkundlichen Verfahren zu suchen, die das Befinden des Betroffenen wirklich verbessern können.

 

Informationen


Deutsche Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen
Anschrift: Volmerswerther Straße 20, 40221 Düsseldorf
Internet: www.krebsgesellschaft-nrw.de
Beratungstelefon: 0211 – 15 76 09 97
(Montag 9.00 - 13.30 Uhr; Donnerstag 13.30 - 17.00 Uhr)
Schriftliche Anfragen: beratung[at]krebsgesellschaft-nrw.de und per Fax an die Nummer 0211 - 15 76 09 99


Krebsinformationsdienst des deutschen Krebsforschungszentrums
Internet: www.krebsinformationsdienst.de/
E-Mail: krebsinformationsdienst[at]dkfz.de
Kostenloses Beratungstelefon: 0800 - 420 30 40
(tgl. 8.00 bis 20.00 Uhr)

 

Autor/in:

Thomas Samboll

Redaktion:

Christina Sartori

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