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Service Tier: Kaninchen beim Zahnarzt
Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang
Moderation: Marija Bakker
Nicht nur Menschen haben schiefe Zähne, auch Kaninchen. Für die beliebten Haustiere wird es schnell gefährlich, denn Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang. Falsches Futter aber auch kleingezüchtete Tiere sorgen dafür, dass die Zähne sich beim Kauen nicht mehr abreiben können.
Je kleiner desto häufiger
Kleine Kaninchenrassen haben verhältnismäßig oft schief gewachsene Zähne. Der Trend in der Zucht zu immer kleinwüchsigeren Tieren führte zu dem Dilemma, dass die Zähne im Verhältnis zum Kopf zu groß sind. Sie passen schlichtweg nicht mehr in den zu kleinen Kiefer und wachsen nach außen statt gerade.
Nicht unschön sondern lebensgefährlich
Immer wieder sehen Tierärzte Kaninchen mit Zähnen, die in Backen, Zunge oder Knochen wachsen. Häufig magern die Tiere nicht nur stark ab, sondern leiden auch unter schmerzhaften Abszessen, Ansammlungen von Eiterhöhlen, die in größeren Operationen entfernt werden müssen.
Regelmäßig kürzen (lassen)
Wer ein Kaninchen mit Zahnproblemen besitzt, der muss regelmäßig tätig werden. Tierärzte sprechen von Behandlungen alle vier bis sechs Wochen, wenn größere chirurgische Eingriffe vermieden werden sollen.
Manch einer lernt bei seinem Tierarzt selber das Schneiden der Vorderzähne mit einer kleinen Zange. Die Behandlung der versteckt liegenden Backenzähne sollte ein verantwortungsvoller Besitzer dem Arzt überlassen. Er benötigt spezielle Instrumente, um den Kiefer tiergerecht öffnen zu können.
Woran sind Zahnprobleme erkennbar?
Wenn Zähne aus dem Maul herauswachsen, quält sich das Tier bereits eine Weile. Fehlstellungen sind nicht nur an einem schiefen Gebiss erkennbar. Oft magert das Tier ab oder hat einen Ausfluss an den Augen, denn die Augenhöhlen liegen nah am Oberkiefer. Vielleicht vermeidet das Kaninchen seit einiger Zeit hartes Futter, weil es nicht zu kauen ist. Auch Durchfall kann die Folge von Zahnproblemen sein: Wer schlecht kaut, verdaut schlechter.
Vom Besitzer herbeigefüttert
In der Wildnis fressen Kaninchen vor allem das, was auf der Wiese wächst: Gras, Kräuter, Löwenzahn. An diesem Bedarf hat sich auch bei einem gezähmten Tier nichts verändert. Wer sein Tier artgerecht hält, der füttert es vor allem mit Heu, frischem Grünfutter wie Gras, Löwenzahn, Gemüse oder Obst.
Das oftmals bunte Futter im Tiergeschäft mit Pellets, Honig oder Zucker ist nicht nur zu energiereich, die Struktur dieses Futters hemmt den Abrieb der Zähne beim Kauen.
Literatur zum Thema
„Leben mit Kaninchen“
Von Christine Wilde
Natur und Tier Verlag
Euro 19,80
„Kaninchenkrankheiten: Krankheiten vorbeugen, erkennen, behandeln“
Von Siegfried Matthes
Oertel & Spörer Verlag
Euro 19,90
Autor/in:
Alexandra Hilmer
Redaktion:
Anne Preger




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