Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 18.04.2011, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Klapprad, auf dem Bürgersteig abgestellt; Rechte: Image Source

 Praktisch

Service mobil: Das Zweirad immer dabei

Falträder sind groß in Mode

Verkehrsplaner propagieren den sogenannten integrierten Verkehr, d. h. die intelligente Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger. Faltrad-Fahrer praktizieren das bereits. Sie haben ihr Faltrad immer dabei und sind damit überall mobil, unabhängig von Tankstellen oder Fahrplänen, auf dem täglichen Weg zur Arbeit wie auf dem Wochenendtrip oder der Urlaubsreise am anderen Ende der Welt.

Faltrad statt Klapprad

Das moderne Faltrad hat mit dem Klapprad der 1970er Jahre nichts mehr gemein. Die ausgereifte Falttechnik sorgt für sekundenschnelles Falten. Leichte Werkstoffe, stabile Rahmen und eine hochwertige Ausstattung sorgen dafür, dass sich Fahren auf einem Faltrad fast genauso gut anfühlt wie auf einem guten normalen Fahrrad.

Kleine Räder – große Übersetzung

Viele denken, das Fahrräder mit kleinen Rädern langsam seien. Doch das ist nur eine Frage der Übersetzung, das heißt, wie oft sich das Rad bei einer Pedalumdrehung dreht. Kleine Räder müssen sich öfter drehen, um die gleiche Entfernung wie große Räder zurückzu-legen. Ein größeres Kettenblatt vorne sorgt für die größere Überset-zung und dafür, dass man auch auf dem Faltrad flott unterwegs ist.

Beispiel:

•Ein 28 Zoll Rad legt bei einer Radumdrehung eine Strecke von 2 m zurück. Mit einer Übersetzung von 1,5:1 legt es bei einer Pedalumdrehung 3 m zurück. (1,5 x 2 m = 3 m)

•Ein 20 Zoll Rad legt bei einer Radumdrehung 1,5 m zurück. Für eine Strecke von 3 m bei einer Pedalumdrehung braucht es eine Übersetzung von 2:1. (2 x 1.5 m = 3 m)

Modell-Unterschiede

Falträder gibt es in vielen verschiedenen Größen und Ausstattungen.

•Der wichtigste Unterschied ist das Faltmaß oder Faltvolumen, d. h. wie klein es sich zusammen falten lässt. Das Faltvolumen reicht von 77 Liter bis über 200 Liter. Je kleiner die Laufräder, desto kleiner das Faltmaß.

•Falträder mit 16, 18 oder 20 Zoll Rädern haben das kleinste Faltmaß. Es gibt aber auch Falträder mit 24, 26 oder 28 Zoll Rädern, die dadurch zwar nicht mehr gut in den Zug aber immer noch in einen größeren Kofferraum passen. Mit sogenannten S+S-Schraubkupplungen in den Rahmenrohren kann man sogar Tandems in 20 Minuten auf Koffergröße zerlegen. Auch Liegeräder und Liegedreiräder gibt es in faltbarer Ausführung.

•Normalerweise sind Falträder ohne Werkzeug zu falten. Bei größeren Falträdern ist ein Innensechskantschlüssel (Inbus) erforderlich.

•Gute Falträder haben ausgereifte Faltscharniere, die für einen steifen Rahmen beim Fahren sorgen.

•Nabendynamo, LED-Beleuchtung und Gepäckträger sind heute auch beim Faltrad selbstverständlich und oft serienmäßig eingebaut. Eine Gangschaltung ist vor allem bei Vielfahrern und in hügeliger Umgebung sinnvoll. Eine Federung verbessert bei kleinen Rädern den Fahrkomfort deutlich.

Welches Faltrad wofür?

Bei der Auswahl ist der Einsatzzweck entscheidend:

•Soll es mehr für den Urlaub oder für den Alltag sein?

•Wie oft muss ich es falten?

•Wie klein muss es gefaltet sein?

Für kurze Strecken und gelegentliche Nutzung bei schönem Wetter reicht ein einfaches Faltrad ohne Gangschaltung, Schutzbleche oder Gepäckträger.

Ist es nur für den Urlaub gedacht, oder für längere Stecken und bei seltenem Falten, dann kann das Faltrad größer sein und es ist eine Gangschaltung zu empfehlen. In diesem Fall darf das Falten etwas länger dauern oder auch Werkzeug erfordern.

Im Alltag muss das Fahrrad vor allem schnell und klein zu falten sein. Licht und Schutzbleche sind sehr zu empfehlen. Ein geringes Gewicht (11-14kg) ist hilfreich, aber weniger wichtig, wenn es Rollen hat oder schnell zu falten ist, so dass ein Entfalten auch für kur-ze Strecken lohnt.

Preise

Ein Faltrad hat genauso viele Teile wie ein normales Fahrrad. Hinzu kommen Spezialteile für das Falten. Deswegen sind Falträder eher etwas teurer als normale Räder.

Preiswerte Falträder in einfacher Ausstattung und mit älterer Falttechnik bekommt man ab 350 Euro. Nur zum Brötchen holen reichen manchmal auch die billigen Modelle der Bootsausrüster (ab 150 Euro).

Brauchbare Modelle gibt es vom weltweit größten Faltrad-Hersteller Dahon ab 599 Euro, bessere kosten zwischen 1.000 und 1.500 Euro.

Das Faltrad mit dem kleinsten Faltmaß, den englischen Klassiker Brompton, bekommt man ab 980 Euro. Das preiswerteste vollgefederte Modell ist das Birdy von Riese und Müller ab 1.200 Euro.

Auch beim Faltrad gilt: Je besser die Ausstattung, desto teurer. Ein High-End-Modell kann auch gut und gerne über 3.000 Euro kosten.

Wer noch mehr über ein bestimmtes Faltrad erfahren möchte, oder einfach wissen will, wie Falträder in den Tests einschlägiger Zeitschriften abschneiden, dem seien Portale wie www.testeo.de und www.testberichte.de empfohlen. Im Überblick lassen sich die Testergebnisse kostenfrei abrufen, die Artikel sind zum Teil kostenpflichtig.

 

Autor/in:

Gespräch mit Peter Barzel

Redaktion:

Anne Preger

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