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Service Bildung: Die neuen Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen
Was sie bieten und für wen sie sich eigenen
Moderation: Franz-Josef Hansel
In Nordrhein-Westfalen gibt es vier neue Fachhochschulen. An drei von ihnen haben Studenten schon zum vergangenen Wintersemester ihr Studium aufgenommen, allerdings erst in einer geringen Zahl. Das Angebot wird nach und nach ausgebaut. Ziel ist, die Quote der FH-Studenten in Nordrhein-Westfalen zu erhöhen. Bislang studieren in NRW nur 25 Prozent aller Studenten an einer FH, es sollen 40 Prozent werden.
Was ist an Hochschulen neu?
Eine ganz neue Spezial-Ausrichtung hat die Hochschule für Gesundheit in Bochum, an der zum kommenden Wintersemester rund 1500 Studenten erstmals ein Studium aufnehmen können. Fünf neue Studiengänge gibt es an der Hochschule, darunter etwa Ergotherapie, Hebammenkunde oder Pflege. Bislang fand die Ausbildung in diesen Berufen vor allem an Fachschulen statt. An der neuen Hochschule in Bochum wird die Praxis mit einem Studium kombiniert.
Was ist der Vorteil am Studium?
Die Studenten erwerben zwei Ausbildungen auf einen Schlag. Sie bekommen nach sechs Semestern das Staatsexamen, das sie auch mit der herkömmlichen Ausbildung erwerben. Gleichzeitig machen sie mit einem Semester mehr Zeitaufwand aber auch einen Bachelor-Abschluss. Der hat den Vorteil, dass er – anders als das Staatsexamen – auch in anderen Ländern anerkannt wird. Außerdem bietet der Bachelor die Möglichkeit zu weiteren Qualifikationen, etwa einem Master-Abschluss oder später einer Promotion.
Welche Fächer gibt es noch an den neuen Hochschulen?
Die drei anderen neuen Fachhochschulen haben Schwerpunkte in den sogenannten MINT-Fächern Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik. Zu ihnen zählen Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen oder Biomedizinische Technologie. Die ersten 280 Studenten haben zum vergangenen Wintersemester ihr Studium an einer der Hochschulen aufgenommen, an einigen Studiengängen wird noch gebastelt. Insgesamt sollen an allen neuen Fachhochschulen rund 11000 Studenten Platz finden.
Was ist das Besondere am Studium an einer der neuen Fachhochschulen?
An den neuen Fachhochschulen haben die Studenten viele Möglichkeiten, Einblicke in die Praxis zu bekommen. Auch soll es möglich sein, Beruf und Studium mit einander zu kombinieren, etwa durch ein Berufsbegleitendes oder durch ein duales Studium. Bei letzterem absolvieren die Studenten gleichzeitig eine Berufsausbildung und eine Hochschulausbildung.
Welche Abschlüsse kann ich erwerben?
In der Regel schließen die Studenten ihr Studium nach sechs oder sieben Semestern mit einem Bachelor ab. Ist auch eine Berufsausbildung vorgesehen, bekommen sie auch den Abschluss in dem angestrebten Beruf. Auf den Bachelor aufbauende Master-Programme gibt es an den neuen Fachhochschulen bislang noch nicht, sie sind aber in Planung.
Ist ein FH-Studium besser als ein Uni-Studium?
Fachhochschulen und Universitäten unterscheiden sich vor allem im Bereich der Forschung. Universitäten betreiben Grundlagenforschung, d. h. sie erforschen neue Verfahren und Technologien. Fachhochschulen dagegen kümmern sich um die Anwendung in der Praxis und kooperieren stärker mit der Wirtschaft. Was das Studium betrifft, so heißt es traditionell, dass Fachhochschulen praxisnäher arbeiten. Mit den neuen Abschlüssen Bachelor und Master sollen aber beide Hochschulformen darauf achten, dass sie Kompetenzen vermitteln, die zum Arbeitsmarkt passen. Für die Auswahl entscheidend ist deshalb, ob das Profil eines Studiengangs zu den eigenen Berufsvorstellungen passt.
Und woher weiß ich das?
Um eine richtige Entscheidung zu treffen, muss man sich sorgfältig vorbereiten. Neben einer persönlichen Studienberatung vor Ort kann vieles auch durch die Homepage einer Universität oder Fachhochschule geklärt werden. Von den meisten Studiengängen gibt es im Internet Portraits und Stundenpläne. Lohnenswert ist auch ein Blick auf die Zahl der Professoren und die der eingeschriebenen Studenten, so können Studenten leicht ermitteln, auf was für ein Betreuungsverhältnis sie sich einstellen müssen.
Autor/in:
Britta Mersch
Redaktion:
Angelika Böhrke



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