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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 18.02.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eine Frau gießt sich vor offener Kühlschranktür ein Glas Milch ein; Rechte: mauritius

 Rätselhafte Kühlschranktür

Die Kleine Anfrage: Warum geht der Gefrierschrank beim zweiten Öffnen schwerer auf?

Moderation: Franz-Josef Hansel

Der Kühlschrank ist ein Gerät, das schon viele Kinder zum Nachdenken über Technik angeregt hat. Die Frage "Geht da drin wirklich das Licht aus, wenn ich die Tür zumache", ist mittlerweile ein Klassiker. Auch für Erwachsene halten Kühlschränke noch so manches Rätsel bereit. Eine Sache beschäftigt gleich zwei Leonardo-Hörer: Warum lässt sich die Tür eines Kühl- oder Gefrierschranks sofort nach dem Schließen viel schwerer zu öffnen ist als ein paar Minuten später? Wir haben eine eiskalte Antwort gefunden.

Kühl- und vor allem Gefrierschranknutzer kennen das: Man hat die Tür gerade zu, da fällt einem ein, dass man doch noch mal etwas rausholen muss. Aber dann geht die Tür oft schwerer auf als beim ersten Mal. Da war sie vorher lange zu. Und wenn man jetzt ein paar Minuten wartete, ginge es auch wieder leichter.

Die Luft macht’s

Das Geheimnis hinter diesem merkwürdigen Gebahren der Kühlschranktür liegt buchstäblich in der Luft. Luft zieht sich zusammen, wenn sie sich abkühlt. Wer seine Einwegflaschen im kühlen Keller lagert, bevor er sie zum Pfandautomaten bringt, hat das vielleicht schon beobachtet: Sie sind mitunter von nach innen gezogenen Dellen regelrecht verschrumpelt. Als diese Flaschen das letzte Mal offen waren, war die Luft in ihnen wärmer. Beim Abkühlen im Keller hat sie sich dann zusammengezogen. Dadurch entstand ein Unterdruck, der die Dellen nach innen zog. So ein Unterdruck wirkt auch im Kühlschrank.

Wenn die Tür zu ist, kühlt sie an den Wänden und an den kalten Gegenständen, die schon drin sind, sehr schnell ab und erzeugt somit schnell einen Unterdruck, der von innen an der Tür zieht und sie fest zuhält.

Nicht ganz dicht

Dass die Tür nach einiger Zeit dann aber wieder leichter aufgeht, liegt an der Türdichtung. Die wird von einem Magneten auf dem Türrahmen festgehalten. Aber sie schließt den Schrank nie so hermetisch ab wie zum Beispiel der Drehverschluss die verschrumpelte Getränkeflasche zuhält. Die Kühl- oder Gefrierschrankdichtung lässt immer ein bisschen Luft aus der Umgebung in den Schrank nachströmen. Dadurch wird der Unterdruck mit der Zeit schwächer und die Tür lässt sich wieder leichter öffnen. In einige Geräte bauen Hersteller Luftsäcke in die Türen ein, die den Unterdruck sofort nach dem Schließen ausgleichen. Diese Gefrierschränke lassen sich dann schnell nach dem Schließen leicht wieder öffnen.

Autor/in:

Rainer B. Langen

Redaktion:

Martin Gent

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