Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 18.01.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Ultrabook in der Seitenansicht; Rechte: AFP

 Dünn und smart

Service Computer: Dünne Leichtgewichte - Was die neuen Ultrabooks können

Moderation: Franz-Josef Hansel

Das Angebot von tragbaren Computern wird stetig größer und unübersichtlicher. Damit den Kunden nicht aus Qual der Wahl die Lust am Kauf vergeht, hat der Prozessorhersteller Intel 2011 eine neue Kategorie eingeführt: Die Ultrabooks. Hinter dem Begriff verbergen sich tragbare Rechner, die extrem leicht und dünn sind und dabei noch bestimmte Vorgaben des Prozessorherstellers erfüllen.

 Flach und leistungsstark

 Egal, von welchem Hersteller es kommt, ein Ultrabook wiegt weniger als 1,4 Kilogramm und ist je nach Bildschirmgröße dünner als 2,1 cm. Diese Vorgaben macht Intel als Lieferant der Prozessoren des neuen Rechnertyps. Die Bildschirme haben eine Diagonale von 12 bis 14 Zoll, also etwas kleiner als ein DIN-A4-Papier. Damit die Akkus der Geräte mindestens fünf bis acht Stunden durchhalten, werden in Ultrabook sogenannte ULV-Prozessoren eingebaut, die nur wenig Strom brauchen. Die verbauten Intel Core i5- und i7-Prozessoren sind dementsprechend aber auch nicht ganz so leistungsstark wie gleichnamige Prozessoren von größeren Notebooks, aber deutlich besser als die in kleineren Netbooks. Eine weitere Vorgabe für Ultrabooks: Drückt man auf den Startknopf, wachen Ultrabooks innerhalb von Sekunden auf.

 Merkwürdige Kompromisse

 Der Prozessorhersteller Intel diktiert den Herstellern, was die Kunden für ein Ultrabook zahlen sollen. Einstiegsmodelle müssen unter 1000 Dollar kosten, daraus scheinen zumindest zu Jahresbeginn 2012 in Deutschland großzügig aufgerundet unter 1000 Euro geworden sind. Das führt offenbar dazu, dass die Hersteller teilweise etwas seltsam anmutende Kompromisse eingegangen sind. Ultrabooks sind für den Gebrauch unterwegs gedacht; einige Modelle kommen aber mit wenig stabilen Deckeln daher. Der Bildschirm ist biegbar und bewegungsfreudig, was beim Arbeiten in einem ruckelnden Zug stören könnte. Ein Gerät nutzt zwar eine schnelle SSD-Festplatte, allerdings in der langsamsten Ausführung. Während einige Hersteller es schaffen, trotz der Höhenbegrenzung von 18 bzw. 21 Milimetern vollwertige Netzwerk- und VGA-Anschlüsse zu verbauen, bieten andere nur Mikroanschlüsse an, die man dann nur mit diversen mitgelieferten Adaptern nutzen kann. Die Qualität der Bildschirme ist sehr unterschiedlich. Es gibt Modelle mit spiegelndem und welche mit mattem Display. Wichtig ist es, dabei auch auf die Helligkeit und die Kontraststärke des Bildschirms zu achten.

 Ein Fall für Reisende

 Viele Rechnerhersteller bringen gerade erst ihre ersten Ultrabook-Modelle auf den Markt. Wer mit der Anschaffung eines neuen tragbaren Rechners noch warten kann, wird schon im Sommer 2012 deutlich mehr Auswahl haben. Wer sich in nächster Zeit umsieht, sollte nicht nur nach „Ultrabooks“Ausschau halten, sondern auch nach anderen Rechnern mit der gleichen Bildschirmgröße. Viele „Subnotebooks“ mit 13 Zoll-Bildschirm bieten mehr Rechnerleistung oder mehr Akkulaufzeit, deutlich mehr Anschlüsse und kosten weniger als die neuen Leichtgewichte. Dafür wiegen sie aber nur 400 bis 600 Gramm mehr und verfügen zumeist über ein DVD-Laufwerk. Das bietet aus Platzgründen keines der Ultrabooks. Weiterer Nachteil der schicken Neulinge: Der Akku ist festverbaut und lässt sich nicht vom Kunden wechseln. Wer über Mobilfunk surfen will, braucht einen Surfstick, der einen der raren USB-Anschlüsse belegt. Teurere Notebooks für Geschäftsleute haben das integriert. Diese lassen sich meist auch an Dockingstationen anschließen, über die man dann externe Geräte wie Drucker, Monitor etc. anschließen kann. Ultrabooks bieten das bislang nicht.

 In die Hand nehmen

 Wer sich ein Ultrabook anschaffen will, sollte es vorher mal in der Hand gehabt haben. So lässt sich am besten entscheiden, ob der Bildschirm und die Tastatur die eigenen Vorstellungen erfüllen und ob einem das Wunschmodel stabil genug vorkommt. Wer regelmäßig über LAN in ein Netzwerk geht, oder immer wieder Vorträge hält und dabei einen Beamer mit VGA-Anschluss nutzt, sollte darauf achten, dass das Modell seiner Wahl einen vollwertigen Anschluss besitzt. Die meisten Ultrabookmodelle bieten schnelle, aber kleine SSD-Festplatten mit 128 Gigabyte. Bislang bieten nur einzelne Hersteller Geräte mit größeren Festplatten an.

Warten lohnt sich 

Allein im ersten Halbjahr 2012 werden viele weitere Hersteller Ultrabooks vorstellen. Die neuen Geräte werden vermutlich deutlich mehr können. Prozessorhersteller Intel wünscht sich unter anderem Touchscreens und Spracherkennungssoftware. Da auch AMD, ein anderer Prozessorhersteller, Pläne für besonders leichte und dünne Notebooks hat, könnten durch die Konkurrenz auch die Preise unter den Leichtgewichten bald deutlich sinken. 

Autor/in:

Studiogespräch mit Anne Preger, WDR-Wissenschaftsredakteurin

Redaktion:

Joachim Hecker

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