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Derzeit läuft in Deutschland eine der größten Umtauschaktionen in der Geschichte der Kreditkarte. Als vorläufig letzte hat es die Lufthansa erwischt, die einige tausend ihrer Miles-and-More-Karten mit Bezahlfunktion umtauscht, weil einige Karten davon in Spanien missbräuchlich genutzt wurden.
Dahinter steckt eine regelrechte Kreditkarten-Mafia, die schwunghaften Handel mit Kreditkartendaten betreibt. Nicht nur die Lufthansa ist betroffen, auch die britische Bank "Barclays" tauscht mehrere tausend Kreditkarten um, mit denen in Spanien bezahlt worden ist. Die Unternehmen "Visa" und "Mastercard" hatten die ausgebenden Banken vor dem Missbrauch gewarnt und die Warnung mit Ungereimtheiten bei einem Abrechnungsdienstleister in Spanien begründet. Um welche Ungereimtheiten es sich handelt, wollten die Kreditkartenfirmen nicht sagen. Doch alle Indizien deuten darauf hin, dass die Kreditkarteninformationen bei einer Hackerattacke auf dem Abrechnungsserver erbeutet worden sind. Von dort wurden sie auf Sammelrechner von Datendieben geschickt, so genannte "Dropzones". Neben den Dropzone-Sammelstellen für die geklauten Kreditkartendaten gibt es "Dropzones" für die damit gekauften Konsumgüter. Und die werden wiederum an so genannte Weiterverkäufer geschickt.
Spannend ist dabei die Frage, ob der Kreditkartenbesitzer, mit dessen Kartendaten missbräuchlich eingekauft wurde, diese Einkäufe bezahlen muss. Gegenwärtig kommen meist noch die Hausbanken für solche Schäden auf. Das müssen sie aber nicht. Denn seit Oktober dürfen sie den Kreditkartenbesitzer und Verbraucher zur Kasse bitten.
Autor/in:
Livegespräch mit Peter Welchering
Redaktion:
Joachim Hecker
Kreditkartendatenklau in Spanien








