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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 17.08.2012, 16:05 bis 16:50 Uhr
Bild: Buchcover der drei vorgestellten Bücher; Rechte: Herder Verlag, Gütersloher Verlagshaus, ecowin

 Service Sachbuch

Service Sachbuch: 2012 - Drei Bücher zum Ende

Moderation: Andreas Lange

„Letztes Jahr“ sagt man zwar so, ist sprachlich aber eigentlich falsch, es war ja nicht das letzte Jahr, sondern das „vergangene“. - Bis jetzt – 2012 ist das letzte Jahr, zumindest wurde das immer wieder von Untergangspropheten angekündigt, angeblich weil der Maya-Kalenders am 21.12.2012 enden würde. 2012 – Das letzte Jahr also? Seit Monaten tauchen auch jede Menge Sachbücher rund um das Ende der Welt auf.

2012: oder wie ich lernte, den Weltuntergang zu lieben
Ein Leitfaden für Endzeit-Liebhaber

Ein Buch, das mit einer ganzen Reihe von Untergangs-Prophezeiungen aufräumt. Schritt für Schritt nimmt der Autor Bernd Harder sowohl die Aussagen von Nostradamus, als auch reißerische Artikel aus Boulevard-Blättern und Bestseller wie „Der Bibel-Code“ auseinander und führt manchen Mythos ad absurdum. Beispielsweise wird in dem Buch „Der Bibel-Code“ behauptet, zahlreiche Ereignisse der Weltgeschichte würden bereits in der Bibel vorhergesagt - codiert und versteckt in den Texten. Bernd Harder macht deutlich, dass sich die Morde an Gandhi, John F. Kennedy und andere Weltereignisse auch genauso aus anderen Büchern „herauslesen“ lassen, beispielsweise aus „Moby Dick“. Harder ist Mitarbeiter des Wissensmagazins „Skeptiker“, einem Magazin herausgegeben von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.. Diese Gruppe beschäftigt sich regelmäßig mit para-wissenschaftlichen Behauptungen und prüft diese auf ihren Wahrheitsgehalt. In seinem Buch „2012: oder wie ich lernte, den Weltuntergang zu lieben“ nutzt Hader das gleiche Vorgehen. Die meisten Untergangs-Prophezeiungen dürften dem entsprechend anschließend kaum noch Angst einjagen.

Fazit:
„2012: oder wie ich lernte, den Weltuntergang zu lieben“ ist in kleinen Häppchen durchaus lesenswert, allerdings kaum etwas zum Am-Stück-Schmökern. Denn dann ist die Entlarvung einer Weltuntergangs-Fantasie nach der anderen nicht nur ernüchternd, sondern auch etwas ermüdend.

Titel: 2012 – oder wie ich lernte, den Weltuntergang zu lieben
Ein Leitfaden für Endzeit-Liebhaber
Autor: Bernd Harder
Verlag: Herder
Taschenbuch: 192 Seiten
ISBN: 978-3451304187

Die Boten der Nemesis
Katastrophen und die Lust auf Weltuntergänge
Das Buch ist ein echter Rundumschlag. Der Biologe und Philosoph Franz Wuketits beschäftigt sich mit zahlreichen Themen rund um das Thema Apokalypse. Er analysiert die menschlichen Faszination vom „Ende“. Auch erklärt Wuketits wie sich die Vorstellung von der Apokalypse im Laufe der Zeit verändert hat, von vernichteten Ernten bis hin zum Atomkrieg. Er blickt darüber hinaus auf die verschiedenen, auch heute immer wieder beschriebenen Untergangszenarien und schätzt ein, wo die realen Gefahren liegen, ob in einem Asteroideneinschlag, einem ausbrechenden Supervulkan oder dem Klimawandel. Wuketits vergleicht große und kleine Katastrophen und stellt Befürchtungen und Prognosen von gestern und heute gegeneinander. Mitunter nimmt er dabei auch inzwischen amüsant anmutende Geschehnisse auf, wie die so genannte Pferdemist-Prognose aus dem 19. Jahrhundert. Sie besagte, dass ab dem Jahre 1910 die Straßen von New York meterhoch von Pferdemist bedeckt und unpassierbar sein würden. Niemand hatte gedacht, dass eine Neuentwicklung wie das Auto bald schon das Pferdemist-Problem lösen – und neue Probleme aufwerfen würde. Der enorme Informationsgehalt des Buches ist aber zugleich auch sein größtes Manko, denn durch zahlreiche Zitate, Querverweise und Analysen wirkt es mitunter mehr wie eine wissenschaftliche Abhandlung als ein leicht zu lesendes Sachbuch.

Fazit:
„Die Boten der Nemesis“ zeichnet ein sehr umfassendes Gesamtbild vom „Ende“ und analysiert neben den Prophezeiungen und Gefahren eines Weltuntergangs auch die Geschichte und die Faszination der Menschheit für ihr eigenes Ableben. Wer umfassende fachübergreifende Erklärungen sucht, wird hier sicherlich fündig.

Titel:   Die Boten der Nemesis: Katastrophen und die Lust auf Weltuntergänge
Autor:  Franz M. Wuketits
Verlag: Gütersloher Verlagshaus
geb. Ausgabe: 256 Seiten
ISBN:  978-3579066790

Krawumm! – Ein Plädoyer für den Weltuntergang

Ein Buch rund um die ganz alltäglichen „Weltuntergänge“ in unserem Universum. Der Astronom Florian Freistetter erzählt von Asteroideneinschlägen, Planetenkollision und was passiert, wenn ganze Galaxien aufeinandertreffen. Er konzentriert sich dabei auf die eine Form des Weltuntergangs: den Zusammenstoß mit einem Himmelskörper. Der Autor verzichtet nicht auf die mitunter hoch komplexen Theorien und Erkenntnisse der Wissenschaft; er vermittelt sie aber so locker, leicht und schmunzelnd, dass sie sich auch dem Laien erschließen. Zusätzliche Anekdoten, Abbildungen und ein umfangreiches Glossar von Fachwörtern erleichtern ebenfalls das Verständnis über die kosmischen Geschehnisse.

Fazit:
Ein Buch wie ein geselliger Abend mit guten Gesprächen und spannenden Erkenntnissen – ein Lesevergnügen mit viel Wissen unterhaltsam verpackt - bestes „Info-Tainment“.

Titel:   Krawumm! – Ein Plädoyer für den Weltuntergang
Autor:  Florian Freistetter
Verlag: ecowin
geb. Ausgabe: 214 Seiten
ISBN:   978-3711000255 (auch als Ebook verfügbar)

Autor/in:

Gespräch mit Jan Friese; WDR-Wissenschaftsredaktion

Redaktion:

Anne Preger

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