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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 16.04.2009, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Zwei Äpfel an einem Baum; Rechte: Mauritius

 Die Kleine Anfrage

Die Kleine Anfrage: Hilft geriebener Apfel bei Durchfall?

Moderation: Franz-Josef Hansel

Durchfall an sich ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Medizinisch wird er auch als Diarrhoe bezeichnet. Das stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „ich fließe“ – denn ein Merkmal von Durchfall ist seine oft flüssige Konsistenz. Geriebener Apfel soll hier Abhilfe schaffen. Ob dieses alte Hausmittel wirklich gegen Durchfall hilft, möchte eine Leonardo-Hörerin wissen. Die Kleine Anfrage hat das Rezept auf den Prüfstand gestellt.

Definitionssache: Durchfall

Eine einheitlich anerkannte Definition für Durchfall gibt es nicht. Mediziner sprechen dann von Durchfall, wenn der Stuhlgang sehr weich ist, mehr als 200 Gramm am Tag wiegt und häufiger als drei Mal täglich auftritt.

Gestörte Darmfunktion

Der Darm ist ein langes Schlauchsystem und transportiert mit seiner eigenen Muskulatur den Speisebrei zum Darmausgang. Bei Durchfall ist die Darmbewegung durch verschiedene Ursachen wie Viren, Entzündungen, Tumore oder andere Erkrankungen gestört. Der Darm arbeitet zu schnell und hat dadurch zu wenig Zeit, um das in der Nahrung enthaltene Wasser zu gewinnen – der Stuhl wird flüssig.

Akuter oder chronischer Durchfall?

Unter dem akuten Durchfall verbergen sich sehr häufig infektiöse Ursachen. Wenn der Durchfall länger als zwei bis maximal drei Wochen andauert und weitere Beschwerden wie Blut im Stuhl, Fieber oder Übelkeit hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dasselbe gilt für Säuglinge, Hochbetagte und Menschen mit ernsthaften Vorerkrankungen.

Quellstoff Pektin

Bei ansonsten gesunden Menschen können Hausmittel gegen Durchfall helfen, wie etwa der geriebene Apfel. Er liefert dem Körper Flüssigkeit, Mineralstoffe und Zucker und macht den Stuhl etwas konsistenter. Das liegt daran, dass der Apfel den Ballaststoff Pektin enthält. Das Pektin quillt im Darm auf, absorbiert die Flüssigkeit und verdickt so den dünnen Stuhl. Gerieben sollte der Apfel sein, weil er dadurch leichter verdaulich ist und das Pektin die Flüssigkeit besser binden kann.

Flohsamenschalen

Es gibt noch eine andere Substanz, die ähnlich wie das Pektin bei Durchfall hilft, die so genannte indische Flohsamenschale, Plantago ovata. Die pflanzlichen Ballaststoffe binden ebenfalls das Wasser im Darm und gelieren so den Stuhl.

Milchprodukte vermeiden

Bei Durchfall streng vermieden werden sollten Milchprodukte. Jede Durchfallerkrankung sorgt nämlich vorübergehend für eine Milchzuckerunverträglichkeit, da die Dünndarmschleimhautzellen dann weniger aktiv sind und den Milchzucker nicht mehr so gut aufspalten können.

Autor/in:

Larissa Mohar

Redaktion:

Martin Gent

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