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Wer Kaffee oder Tee trinkt, kennt das Problem: Eine Kanne zu finden, die nicht tropft, ist problematisch. Es gibt seltene Exemplare, aber man findet sie nur durch umfangreiche Schütttests – und bis man sie gefunden hat, haben einige Tischdecken ihre Reinheit verloren. Die Kannen, die heute Teetrinker tropffrei erfreuen, sind allesamt Ergebnis von Versuch und Irrtum und nicht Ausfluss einer wissenschaftlichen Theorie. Denn die Frage, warum eine Kanne nicht tropft, kann nicht umfassend, sondern nur individuell beantwortet werden. Warum Kannen tropfen, ist hingegen sehr wohl bekannt. Das Phänomen heißt sogar „teapot effect“: Der Teapot-Effekt besagt, dass sich ein laminarer – also störungsfrei strömender - Strahl an einer gebogenen Wand anhaftet und der Kontur dieser gebogenen Wand folgt. Die Flüssigkeit läuft also nicht direkt aus dem Ausguss nach unten, sondern ein Stück am Hals der Kanne zurück und verwandelt sich dann in einen turbulenten Strahl. Das heißt, es beginnt zu spritzen und die Flüssigkeit landet überall und nur zum Teil in der Tasse.
Ob eine Kanne spritzt oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. Form der Tülle, Material und Handhabung. Eine scharfe Kante am Ausguss, eine Wulst an der Unterkante oder ein Loch oder eine Quernut kurz vor dem Tüllenende sorgen dafür, dass der Strahl weiterhin geführt wird und daher keine Tendenz zur Umlenkung besteht.
Bei der Handhabung soll schwungvolles Gießen er zu einem spritz- und tropffreien Ergebnis führen, als vorsichtiges Schütten. Und nach einem alten Hausfrauentipp verhindert etwas Butter unterhalb der Schüttkante ebenfalls, dass die Kanne ihren Inhalt dorthin befördert, wo er nicht hin soll – auf das Tischtuch statt in die Tasse.
Autor/in:
Andrea Hansen
Redaktion:
Martin Gent
Warum tropfen manche Kannen, andere jedoch nicht?








