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"Schemrz lass' nach"
Der Schmerz tritt urplötzlich auf, wie ein Schuss in den Rücken. Der Patient verkrampft, nimmt eine Vermeidungshaltung an, bewegt sich zurückgelehnt im Flügelgang und traut sich oft nicht mehr, sich hinzusetzen. In der Folge fürchten viele Betroffene, dass sie wieder einen Hexenschuss erleiden könnten, wenn sie eine falsche Bewegung machen.
Keine Hexerei
„Hexenschuss“ ist die volkstümliche Bezeichnung für einen plötzlich auftretenden, heftigen Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule oder des Kreuzbeins. In der Fachsprache wird dieses Schmerzempfinden als „Lumbalgie“ bezeichnet. Weil der Schmerz so überraschend auftritt, die Ursache nicht klar erkennbar ist, glaubten die Menschen früher dabei vermutlich an Hexerei. Auch heute noch kann die Ursache nicht immer klar definiert werden. Nur Eines ist sicher: Mit Hexerei hat der Hexenschuss nichts zu tun.
Was kommt es zu einem Hexenschuss?
Unmittelbarer Auslöser des Hexenschusses ist oft eine ruckartige Bewegung. Patienten berichten auch darüber, dass sie vorher einen kalten Rücken hatten oder im Stress waren. Wie es dann zu dem plötzlichen Schmerz kommen kann, darüber gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, dass es dabei zu einer Blockierung eines Wirbelgelenks kommt. Ebenso kommt aber auch eine Kapselzerrung eines Wirbelgelenks in Frage. Andere Theorien gehen davon aus, dass beim Hexenschuss eine Bandscheibenvorwölbung oder eine Muskelzerrung eine Rolle spielen können. Sehr selten wird auch ein Bandscheibenvorfall oder ein eingeklemmter Nerv für den Schmerz verantwortlich gemacht.
Ernste Ursachen ausschließen
Der plötzliche Rückenschmerz kann aber auch in einer ernsthaften Erkrankung begründet sein, z.B. einer Blasen- oder Darmkrankheit oder schweren psychischen Problemen. Eine Röntgenuntersuchung kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Auf jeden Fall sollte der Arzt eine genaue Untersuchung durchführen, um mögliche schwerwiegende Ursachen ausschließen zu können.
Was tun gegen den Hexenschuss?
Der akute Schmerz beim Hexenschuss kann mit Schmerztabletten oder Schmerzspritzen behandelt werden. Eventuell ist Bettruhe angesagt. Das entlastet den Rücken. Der Orthopäde mobilisiert das betroffene Gelenk durch entsprechende Grifftechniken im Rahmen einer Physiotherapie. Auch Massagen können hilfreich sein. Als sehr wirksam haben sich Wärmezufuhr und Akupunktur erwiesen. Innerhalb weniger Tage hat sich der Patient dann in der Regel vom Hexenschuss erholt. Ist allerdings ein Bandscheibenvorfall Ursache des Hexenschusses, kann die Genesung länger dauern. Eventuell ist dann sogar eine Operation notwendig.
Wie kann ich vorbeugen?
Um einem Hexenschuss vorzubeugen, sollte man sich möglichst viel bewegen und Sportarten betreiben, die den Rücken stark machen. Dazu gehören z.B. Fahrrad fahren und Nordic Walking. Auch der regelmäßige Besuch eines Fitness-Studios kann nach Absprache mit dem behandelnden Arzt sinnvoll sein. Vor einem Hexenschuss kann man sich aber nie hundertprozentig sicher sein.
Autor/in:
Thomas Samboll
Redaktion:
Christina Sartori
Mehr Informationen
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bietet Informationen zu Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Kreuzschmerzen
Internet: www.kbv.de/patienteninformation/854.html
Anschrift: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Postfach 12 02 64
10592 Berlin
Telefon: 0 30 - 40 05 – 0
Das Medizinische Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke bietet Patientenleitlinien zu Rückenschmerzen
Internet: www.patientenleitlinien.de/Rueckenschmerz/rueckenschmerzen.html
Anschrift: Wissensnetzwerk evidence.de
Fakultät für Medizin der Privaten Universität Witten/Herdecke
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58448 Witten









