Donnerstag, 24.05.2012

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 15.08.2011, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Kinderwagen mit Luftballons; Rechte: dpa

 Transportmittel in allen Variationen

Service Mobil: Mobil mit Kind

Welcher Transport ist für den Nachwuchs der Richtige

Immer mit dabei - Mobil mit Kind

„Und vergessen Sie die Babyschale nicht!“ Wer nach der der Geburt keinen passenden Sitz dabei hat, darf mit seinem Neugeborenen die Klinik nicht verlassen. Zumindest nicht mit dem Auto. Sobald ein Kind geboren ist, stellt sich die Frage des sicheren und bequemen Transports. Um auch mit Kind beweglich zu sein, haben Eltern die Qual der Wahl. Die Produktpalette bei Kinderwagen, Autositzen und Fahrradanhängern ist unübersichtlich groß. 

Welche Bedürfnisse muß der Kinderwagen erfüllen?

Los geht es mit dem Kinderwagen. Längst dient er heute nicht nur dazu, das Baby an die frische Luft zu bringen. Der moderne Kinderwagen müsse sich in allen Lebenslagen dem Mobilitätsanspruch der Eltern anpassen, erklärt Britta Gaffrey, Produktmanagerin des deutschen Kinderwagenherstellers Teutonia. Außerdem wünschten die Kunden, dass der Wagen zur Persönlichkeit und zum Stil passt, weiß die Expertin. Vor dem Kauf muss deshalb klar sein, welche Ansprüche der werdenden Eltern der Wagen erfüllen soll. So kommen in der Stadt eher kleine, wendige Schwenkräder in Frage, während sich für längere Spaziergänge auf dem Land in der freien Natur eher größere Räder eignen. Auch Gewicht und Fahrgefühl spielen eine Rolle. Muss der Wagen oft im Auto transportiert werden, sollte das Gestell schnell und leicht zusammen zu klappen sein und im Kofferraum nicht viel Platz wegnehmen. Ist an ein weiteres Geschwisterkind gedacht, könnte ein Modell in Frage kommen, auf das auch eine weitere Babyschale montiert werden kann. Solche Geschwisterwagen bieten mittlerweile die meisten Hersteller an. Britta Gaffrey rät grundsätzlich dazu, vor einer Kaufentscheidung verschiedene Fachhändler aufzusuchen und sich für die Auswahl Zeit zu nehmen. Schließlich handelt es sich um eine beträchtliche Investition. Die meisten Wagen kosten zwischen 500 und 800 Euro.

Trend: Multifunktionale Kinderkombiwagen

Das Baby ist während der Autofahrt eingeschlafen und muss vorsichtig in den Kinderwagen umgebettet werden, damit seine Eltern einkaufen gehen können. Die Mutter oder der Vater leiden unter Schlafentzug und hoffen, dass der Säugling nicht aufwacht. Eine Situation, die die Hersteller den Eltern heute ersparen wollen. Die meisten der bekannten Firmen wie Chicco, Teutonia und Römer setzen auf Kombisysteme, die es ermöglichen den gesamten Autositz auf ein Kinderwagengestell umzusetzen, ohne dass das Baby selbst bewegt werden muss. Da die Säuglinge aber aus medizinischen Gründen nicht zu lange im Autositz sitzen sollen, wird für Spaziergänge die flache Babywanne oder Softshell Tasche montiert. Die Version entspricht dann der Form des klassischen Kinderwagens. Sobald das Kind ab zirka sechs Monaten selbständig sitzen kann, bilden Fahrgestell und Sitzeinsatz den Sportwagen, der von den Herstellern bis zu einem Alter von drei Jahren vorgesehen ist. Die Idee dahinter: Der Kinderwagen wächst mit und ist multifunktional. Eltern kaufen drei oder vier Elemente einer Marke, die miteinander kompatibel sind. Andere Hersteller wie die Firma Baby Jogger und Orbit Baby aus den USA setzen auf Adapter, die sie mit ihren Wagen verkaufen. Mit dem Adapter können die Eltern auch Autobabysitze anderer Hersteller montieren.

Der Kinderwagen als Modeaccessoire: Von retro bis futuristisch

Der Kinderwagenkauf erinnert an den Autokauf. Form und Farbe sowie verschiedene Funktionen stehen zur Auswahl: Ein silbernes Gestell und flache, eckige Körbe mit ausladendem Verdeck. Eine britische Firma setzt auf Retro-Look und bildet die Kinderwagenmode der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts nach. Die runden Kunststoffschalen einer großen italienischen Marke erinnern an Ufos. Sie gehören auf silbergraue, futuristisch anmutende Gestelle. Dieselbe Firma versucht es dieses Jahr auch mit einer verschnörkelten, schneeweißen Kinderwagenserie, der „White Line“. Nicht unbedingt eine praktische Farbe für Kinderwagen. Ein traditioneller deutscher Hersteller bietet den Eltern an, den eigenen Kinderwagen zusammen zu stellen, verschiedene Räder, Gestelle, Muster und Farben nach individuellen Bedürfnissen und Geschmack zu kombinieren. In diesem Jahr sind Karos und Beerenfarben modern. Da die Produktion eines solchen individuellen Kinderwagens sechs bis acht Wochen dauert, sollte rechtzeitig bestellt werden.

Joggen mit Baby

Wer gerne läuft, kann das auch mit Kind tun. Mehrere Hersteller von Kinderwagen und Fahrradanhängern bieten mittlerweile Jogging-Versionen an. Auch hier ist Multifunktionalität das Stichwort. Viele Wagen können als Fahrradanhänger oder Jogging-Wagen und/oder Kinderwagen benutzt werden. Wichtig beim Joggen: Die Wagen müssen über ein starres Vorderrad verfügen, das Richtungstreue garantiert, so Stefan Haas, deutscher Vertriebsleiter der Firma Baby-Jogger. Nur knapp zehn Kilo Eigengewicht hat das Produkt der amerikanischen Firma, das seit fünfundzwanzig Jahren auf dem Markt ist. Durch einen besonders stabilen Rahmen und eine gute Federung soll es sich auch für ambitionierte Trainingsrunden eignen.

Trend aus den Niederlanden: Innovative neue Transportfahrräder

Sie sind den „bakfiets“, den traditionellen holländischen Transporträdern nachempfunden. Die Kinder sitzen vorn. Vor dem Lenkrad im Sichtfeld von Vater oder Mutter befindet sich der Kindersitz oder die Transportkiste. „Die Kinder haben viel mehr Spaß, können mehr sehen, die Eltern können mit den Kindern reden und müssen sich nicht mehr umdrehen“, beschreibt Kira Barsties die Vorteile der neuen Transporträder. Der amerikanischen Hersteller Zigo, für den sie arbeitet, hat ein System entwickelt, bei dem zwei Bremskabel durch eine Führungsstange des Fahrrads laufen, in die der Rahmen des doppelten Kinderwagens gesteckt wird. So können sowohl Kinderwagen als auch Fahrrad effektiv gebremst werden. Mit nur wenigen Handgriffen kann der Kinderwagen, der auch als Jogger mit einem Vorderrad einsetzbar ist, vom Fahrrad gelöst werden. „Meine Kinder, die fahren morgens mit mir in den Kindergarten, ich lasse den Wagen im Kindergarten, arretiere ganz schnell das Vorderrad und fahr mit dem Rad alleine zur Arbeit, nachmittags kommt die Oma oder die Tagesmutter und holt die Kinder mit dem Kinderwagen, der ja schon da ist, ab und fährt nach Hause.“, beschreibt Kira Barsties die Vorteil des Systems. Es kostet ohne Joggingrad knapp 1500 Euro und wird im Fahrradfachhandel vertrieben.

Auch die niederländische Firma Taga setzt auf die Bakfiet-Idee. Sie bietet ein dreigängiges 16 Zoll City-Dreirad, das innerhalb von Sekunden sicher in einen Kinderwagen mit Doppelsitz oder einer Transportkiste aus Birkensperrholz für ältere Kinder verwandelt werden kann.

Fahrradanhänger für lange Touren

Zu viele Kilometer auf einem 16 oder 20 Zoll City-Transportrad machen müde. Für längere Fahrradtouren bietet sich dann doch wieder der klassische Fahrradanhänger an. Der kanadische Hersteller Chariot ist in Europa nach wie vor Marktführer. Alternativen bieten die Hersteller Weber oder Croozer. Auch in der Ausstattung von Fahrradanhängern wurden allerdings die umstrittenen Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe gefunden. Aber auch hier gehen die Hersteller davon aus, dass die Gurte nicht in den Mund genommen werden und die geringe Belastung daher keinen Schaden verursacht. Wie Kinderwagen sind auch Fahrradanhänger sind nicht billig. Die Preise liegen meist je nach Ausstattung zwischen 350 und fast 900 Euro.

Autor/in:

Mareike Ilsemann

Redaktion:

Martin Gent

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