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Vor gut 200 Jahren - im Jahre 1809 - hatte der französische Naturforscher Jean-Baptiste de Lamarck eine revolutionäre Idee: Die Tier- und Pflanzenarten auf der Erde sahen nicht immer so aus, sie haben sich entwickelt, und sie entwickeln sich weiter. Verantwortlich dafür war laut Lamarck die Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt. Ein oft genanntes Beispiel: Damit die Giraffen an die saftigen Blätter oben in den Bäumen kommen, wurde ihr Hals von Generation zu Generation immer länger. Eine einleuchtende Idee. Aber die Wissenschaftsgeschichte urteilte hart über Jean Baptiste de Lamarck. 50 Jahre nach Lamarck beschrieb Charles Darwin ein anderes Konzept der Evolution. Demnach gab es keine direkte Anpassung an die Umwelt, sondern nur zufällige Mutation und knallharte Selektion - die Auswahl der am besten angepassten Lebewesen. Aus Darwins Theorie wurde der wissenschaftlich fest zementierte Darwinismus - und "Lamarckismus" wurde unter Biologen zum Schimpfwort. Aber inzwischen gibt es wieder hoch angesehen Forscher, die sich zu Lamarck bekennen. Auf der Tagung der europäischen Molekularbiologen (EMBO) meldeten sie sich in Wien zu Wort.
Autor/in:
Gespräch mit Michael Lange, Wissenschaftsjournalist
Redaktion:
Martin Gent






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