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Seit diesem Jahr gibt es die Internetseite „wir-sind-bund.de“. Hier gibt es Ausbildungsstellen und Informationen zu verschiedenen Berufen im öffentlichen Dienst. Ob es um Naturschutz geht, um Landwirtschaft, Steuern oder die Polizei – in allen Bundesländern bietet die Bundesregierung Jobs an – der Bund ist immerhin der größte Arbeitgeber in Deutschland. Menschen arbeiten hier in mehr als 130 verschiedenen Berufen, als Angestellte im öffentlichen Dienst oder als Beamte. Und in den Bundesbehörden soll die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund erhöht werden.
Der Bund sucht also geradezu junge Menschen mit ausländischen Wurzeln, während andere Arbeitgeber hier vielleicht noch Vorurteile haben. Ingeborg Sahm hat eine junge Frau getroffen, die genau diese Chance für sich nutzt.
Die passende Ausbildungsstelle zu finden, ist ohnehin oft nicht leicht. Wenn Jugendliche einen ausländischen Namen auf ihre Bewerbung schreiben und vielleicht sogar noch bei „Staatsangehörigkeit“ etwas anderes als „deutsch“ angeben, wird der Ausbildungsmarkt noch enger. Dabei sucht der größte Arbeitgeber geradezu nach jungen Menschen mit ausländischen Wurzeln. Der Bund mit all seinen Bundesämtern und Bundesbehörden.
Der Bund bietet mehr als 130 Ausbildungsberufe an
Vom Tierpfleger über den KFZ-Mechatroniker, Schneider oder Bürokauffrau, bei einem Finanzamt, in einer Behörde für Naturschutz, beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge oder bei der Polizei – der Bund bietet in allen Bundesländern eine breite Palette von Ausbildungsstellen an.
Infos auf der Seite "wir sind bund.de"
Das Bundesinnenministerium hat nun vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Seite ins Netz stellen lassen, um über die Berufschancen in den Bundesbehörden zu informieren. Hier sind alle möglichen Berufe beschrieben, alle Ausbildungsstellen angezeigt und das Bewerbungsverfahren erklärt. Auch Informationen dazu, wo Bewerber sich ihren Schulabschluss aus einem anderen Land anerkennen lassen können, sind hier zu finden.
Elterninformationen auf Türkisch, Englisch, Serbisch und Russisch
Wer in einer deutschen Bundesbehörde anfangen möchte, muss natürlich die Sprache Deutsch beherrschen. Aber für manche Eltern von Schulabgängern ist es zu kompliziert, Informationen über das deutsche Bildungssystem, also welche Abschlüsse für welchen Beruf nötig sind, auf Deutsch zu lesen. Deshalb sind die Elterninformationen bereits auf Türkisch eingestellt. Englische, Serbische und Russische Informationen folgen bald. Das ist aus Sicht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wichtig, weil die Eltern die wichtigsten Berater bei der Berufswahl ihrer Kinder sind.
Ohne deutschen Pass Angestellter oder Beamter werden
Für eine Stelle als Angestellter im öffentlichen Dienst spielt die Staatsangehörigkeit keine Rolle. Wer aus einem europäischen Land kommt oder einem, das dem europäischen Wirtschaftsraum angehört, kann sogar problemlos Beamter werden, ohne die Deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Es gibt zwar einige wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel die Bundeswehr, bei der andere Regeln gelten, aber auch diese Bestimmungen sind auf der Internetseite "wir sind bund.de beschrieben.
20 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund sollen im öffentlichen Dienst vertreten sein
Ziel des nationalen Integrationsplans ist es, dass sich das Bild unserer Gesellschaft in den öffentlichen Behörden wider- spiegelt. Das heißt, dass rund 20 Prozent der Arbeitnehmer dort ausländische Wurzeln haben sollen. Dieser Anteil darf natürlich auch mehr sein. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geht dabei mit gutem Beispiel voran. Unter den Auszubildenden sind die 20 Prozent hier längst überschritten.
Das Zeugnis muss stimmen und der Einstellungstest muss überzeugen – wie überall
Die „Werbung“ des Bundes um Auszubildende richtet sich natürlich an alle Jugendlichen, auch an deutsche. Die Nationalität soll eben keine Rolle spielen. Wie überall spielt aber das Zeugnis eine Rolle bei der Auswahl der Bewerber. Das heißt, es wird auf die Noten geschaut und dann zum Einstellungstest eingeladen. Wenn der Schulabschluss nicht in Deutschland gemacht wurde, sollte er durch deutsche Behörden anerkannt sein.
Literaturhinweis:
“Was man weiß – was man wissen sollte“
Ein Ratgeber zu Bewerbungen in Bundesbehörden mit Tipps von „was ziehe ich an“ bis „Testinhalte“ zusammengestellt von Auszubildenden des Bundesamtes für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Autor/in:
Ingeborg Sahm
Redaktion:
Angelika Böhrke





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