s
Rezeptfrei - aber nicht ungefährlich
Ärzte warnen vor bestimmten Arzneimitteln für Kinder
Moderation: Marlis Schaum
Von Christina Sartori
Rezeptfreie Säfte, Zäpfchen, Tabletten oder Kaugummis - für viele kleinere Beschwerden von Kindern gibt es Arzneimittel in Apotheken. Aber einige dieser Medikamente und Medizinprodukte können schwere Nebenwirkungen haben, warnt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).
Einige Mittel gegen Unruhe, Schlafstörung oder Erbrechen enthalten Anti-Histaminika der ersten Generation. Diese machen anhaltend müde und schläfrig. Sie können bei Jugendlichen zu Konzentrationsstörungen und Benommenheit führen, bei Überdosierung zu Krämpfen und Halluzinationen. Bei Kleinkindern und Säuglingen besteht die Gefahr, dass die Atmung gestört wird oder ganz aussetzt, so die Experten.
Warnung vor "alten" Anti-Histaminika
Anti-Histaminika sind eigentlich Mittel, die die Symptome des Heuschnupfens lindern sollen. Allergikern werden allerdings neue Anti-Histaminika angeboten, die kaum noch Nebenwirkungen haben. Alt-Anti-Histaminika der ersten Generation sind aus diesem Bereich fast verschwunden – nicht aber aus bestimmten Medikamenten, die Kindern gegeben werden.
Beim Namen genannt
Einige der Wirkstoffe, vor denen die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnt, heißen: Doxylamin, Diphenhydramin, Dimenhydrinat und Promethazin. Diese Stoffe sind z.T. in Mitteln wie Sedaplus, Mediprine, Wick MediNait, Emesan, Vomex-A, Superpep, Reisetabletten Retorta und Rodavan enthalten.
"Rezeptfrei" bedeutet nicht "harmlos"
Auch rezeptfreie Medikamente, die für Kinder zugelassen sind, können gefährliche Nebenwirkungen haben. Auch wenn sie als "Klassiker" angepriesen werden. Gerade Kleinkinder sollten in der Regel Medikamente, die Anti-Histaminika der ersten Generation enthalten, gar nicht bekommen, empfiehlt die DGKJ. Medikamente für Erwachsene können nicht einfach in geringerer Dosierung Kindern gegeben werden.
Alternativen bei Husten
Eigentlich fördert Husten die Genesung, weil dadurch überflüssiger Schleim und Krankheitserreger aus den Atemwegen entfernt werden. Daher sollten nur bei sehr belastendem Husten am Abend hustenstillende Mittel genommen werden. Für viele Hustensäfte wurde bisher nicht bewiesen, dass sie wirken. Manchmal hilft es, die Luft feucht zu halten, zu trinken oder warme Dämpfe zu inhalieren. Es gibt bisher keine Studien zu der Frage, ob Brustwickel helfen. Bei Fieber, Atemnot, Schmerzen in der Brust oder bei einer länger als zwei Wochen andauernden Erkältung muss das Kind zum Arzt.
Alternativen bei Übelkeit
Bei Reiseübelkeit empfiehlt es sich Produkte zu wählen, die keinen der oben genannten Inhaltsstoffe enthalten.
Alternativen bei Unruhe
Wenn ein Kind über längere Zeit sehr unruhig ist, hilft es unter Umständen mehr Ruhe und Struktur in den Alltag zu bringen. Medikamente sollten generell der letzte Schritt sein und nur in Absprache mit einem Arzt verabreicht werden.
Autor/in:
Christina Sartori
Redaktion:
Monika Kunze




![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







