s
Am gestrigen Mittwochabend war es wieder mal soweit: Apple präsentierte die nächste Generation des Smartphones, mit dem 2007 das große Wischen, aber auch die Fingerabdrücke auf den Bildschirmen begann. Das neue "iPhone" ist mittlerweile allerdings nicht mehr so besonders wie das erste Modell vor fünf Jahren. Längst sind andere Hersteller und Betriebssysteme auf den Smartphone-Zug aufgesprungen.
Was kann das neue iPhone - und was nicht? Wie steht es im Vergleich zu den Android- und Windows-Smartphones da? Leonardo-Technik-Experte Michael Stein hat sich das neue "iPhone" angesehen.
Die Revolution ist vorbei
Das iPhone 5 ist die sechste Generation des Apple Smartphones: Nach dem ersten Modell noch ganz ohne Zusatzbezeichnung folgten die Modelle 3G, 3GS, 4 und 4S. Das iPhone 5 sieht vergleichsweise unspektakulär und nur noch wenig revolutionär aus: Es ist etwas länger als sein Vorgänger und hat eine Metall-Rückseite. Bei dem weißen Modell ist sie silberfarben, das schwarze Gerät hat eine gräulich schimmernde ("Graphit") Rückseite.
Schneller und flacher
Da das Gehäuse des neuen iPhone etwas länger ist, konnte das Display ebenfalls größer werden. Die Auflösung stieg auf 1136 mal 640 Bildpunkte. Programme können jetzt mehr Inhalte anzeigen als bisher und auch der Startbildschirm schafft eine Reihe an App-Icons mehr als bisher.
Das gesamte Telefon ist außerdem sehr flach (7,6 mm) und wiegt mit 112 Gramm etwa 20 Prozent weniger als sein Vorgänger. Im Inneren arbeitet ein deutlich schnellerer Prozessor – wie sich das in der Praxis auswirkt, lässt sich noch nicht beurteilen.
Eingebaut ist außerdem der schnelle Datenfunk LTE mit Download-Geschwindigkeiten von theoretisch bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Tatsächlich wird sich das im Alltag kaum realisieren lasen, zumal nur die Deutsche Telekom ihr Netz in den Frequenzen aufgebaut hat, in denen das iPhone mit dem schnellen LTE funkt.
Erstmals ist für ein Smartphone beim iPhone 5 eine deutlich kleinere SIM-Karte ("Nano-SIM") nötig. Diese muss man sich von seinem Netzbetreiber erst besorgen.
Neuer Anschluss
Ein ärgerliches Detail: Apple verwendet im iPhone 5 einen neuen Anschluss ("Lightning") für Zubehör und Ladekabel. Wer bereits Docking-Stationen, Lautsprecher oder andere Zubehör-Geräte besitzt, muss einen Adapter verwenden. In der Praxis wird das nicht immer möglich sein, weil der von Apple für unverschämte 30 Euro verkaufte Adapter so unförmig groß ist, dass die Benutzung mit vielen anderen Geräten nicht möglich sein wird. Die Zubehör-Hersteller freuen sich, denn so müssen sich Design-Freaks neue Zusatz-Geräte anschaffen. Eigentlich hatten sich die Smartphone-Hersteller auf Micro-USB als Standard für Anschlüsse geeinigt. Apple tanzt da mal wieder aus der Reihe. Immerhin gibt es auch dafür einen Adapter, der recht klein, mit knapp 20 Euro aber ebenfalls deutlich überteuert ist.
iPhone im Vergleich
Das neue iPhone 5 hat auf den ersten Blick nichts, was es bei Smartphones anderer Hersteller nicht ebenfalls gäbe. Handys mit Android oder Windows Phone als Betriebssystem von Samsung, HTC und anderen Herstellern können zum Teil mehr und bieten ähnlich große, zum Teil noch größere Displays an. Der einstige Apple-Zauber ist mit dem iPhone 5 endgültig verschwunden. Das iPhone ist mit dem neuen Modell ein Smartphone unter vielen geworden.
iOS6
So heißt das neue Betriebssystem, das mit jedem neuen iPhone 5 kommt. Besitzer älterer (aber nicht zu alter) iPhone-Modelle, iPads und iPod-touch-Geräte können es nachträglich und kostenlos aufspielen.
Zu den Neuerungen gehören hier Verbesserungen des sprachgesteuerten Assistenten "Siri", eine Apple eigene Karten-Anwendung ganz ohne Google Maps mit eingebautem Navigationsprogramm und das Programm "Passbook".
Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, Gutscheine, Flugtickets, Bordkarten oder Eintrittskarten im iPhone zu verwalten. Betritt man dann z. B. einen Flughafen, wird die entsprechende Bordkarte automatisch angezeigt.
Preise
Das neue iPhone wird ab dem 21. September zu haben sein. Vertragsfrei kostet es zwischen 679 und knapp 900 Euro je nach Speichergröße (16, 32 oder 64 GB). Es ist damit 50 Euro teurer als das Vorgängermodell 4S war.
Auch mit Mobilfunkvertrag wird es zu haben sein – die Preise variieren hier stark. Bei der Deutschen Telekom wird das iPhone wieder mit Netzsperre verkauft – Karten anderer Netzbetreiber funktionieren also damit während der Vertragslaufzeit nicht.
Autor/in:
Gesprächspartner: Michael Stein; Technik-Journalist
Redaktion:
Jaochim Hecker /Rainer Marquardt




![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







