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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 13.09.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Aus einer Mineralwasserflasche wird Wasser in ein Glas geschüttet; Rechte: WDR/Imago

 Mit oder ohne Eisen?

Die Kleine Anfrage: Was bedeutet "enteisent" auf der Wasserflasche?

Moderation: Martin Winkelheide

Ahh, ein herrlicher Schluck reinstes Mineralwasser. Natürlich, natriumarm und außerdem noch "enteisent", wie das Etikett verspricht. Das heißt dann wohl, dass dieses Wasser überschüssiges Eisen aus dem Körper entfernt, das besonders bei Männern zu Bluthochdruck führen kann. - Irrtum!
Ein heißes Eisen, welches die Kleine Anfrage diese Woche aufgreift.

Kein Eisen aus dem Körper

Der Zusatz "enteisent" bedeutet nicht – wie oft irrtümlich vermutet wird – dass man mit diesem Produkt seinen Körper „enteisen“ kann. Grammatikalisch richtig müsste dann nämlich "enteisend", bzw. noch genauer „enteisenend“ auf dem Etikett stehen.

Eisen raus aus dem Wasser

Enteisent bedeutet aber, dass dem betreffenden Mineralwasser mittels eines chemisch-mechanischen Filterprozesses Eisen entzogen wurde. Laut Mineral- und Tafelwasserverordnung muss ein so genanntes Mineralwasser in seinem ursprünglichen geologischen Zustand belassen werden. Mit drei Ausnahmen: Entfernt werden dürfen Schwefelverbindungen und Eisen und zugesetzt werden darf nur Kohlensäure.

Geschmackliche Gründe

Das Ausfiltern von in manchen Wässern enthaltenen Eisen durch Oxidation und anschließendes Abfiltrieren, geschieht vor allem aus geschmacklichen und ästhetischen Gründen. In Verbindung mit Sauerstoff beginnt Eisen als rötlich-brauner Niederschlag auszuflocken, was weder appetitlich aussieht, noch den Kunden zum Kauf reizt. 

Wenig Eisen aus dem Wasserhahn          

Auch Leitungswasser wird häufig von Eisen und Mangan befreit und enthält deutlich weniger als 0,2 Milligramm Eisen pro Liter. Besonderes Heilwasser kann hingegen einen natürlichen Eisengehalt von mehr als fünf Milligramm pro Liter haben.

Der Tagesbedarf liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung zwischen acht und 12 Milligramm, bei Schwangeren und Stillenden bei 20 bis 30 Milligramm. Nur durch Wassertrinken kann man den Eisenbedarf also kaum stillen. Abgedeckt wird der Eisenbedarf durch die Ernährung, beispielsweise über tierische Produkte wie Fleisch oder Wurst.

Autor/in:

Herwig Katzer

Redaktion:

Martin Gent

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