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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 13.08.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Junger Mann zeichnet an einem Computerbildschirm; Rechte: picture-alliance / Ton Koene

 Traumberuf Spieleentwickler

Service Bildung: Computerspieleentwickler

Moderation: Marlis Schaum

Wer heute Kinder bekommt, stammt aus einer Generation, die mit Computer- und Konsolenspielen groß geworden ist. Diese Eltern werden locker damit umgehen, wenn ihre Kinder digitale Spiele spielen. Zumindest nimmt die Lust von Kindern und Jugendlichen an digitalen Spielen nicht ab. Denn das Spielen an sich, ob draußen im Wald, ob ein Kartenspiel, ob Rollenspiele oder ein Konsolenspiel, macht fast jedem Menschen Spaß. Wenn man Denkspiele, wie Kreuzworträtsel und die großen Quiz-Shows im Fernsehen mitrechnet, sind nur etwa zwei Prozent der Deutschen echte Spiele-Muffel, so eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Das Hobby zum Beruf machen

Warum dann nicht das Hobby zum Beruf machen? Ein digitales Spiel braucht genau wie ein Brettspiel eine gute Idee, ansprechende Figuren und einen interessanten und herausfordernden Spielverlauf. Bei digitalen Spielen ist das Design in der Regel aufwändiger und vielschichtiger – gezeichnet werden müssen die Figuren und Hintergründe hier aber im Laufe der Entwicklung auch. Und dann kommt natürlich die Technik ins Spiel, damit Pinguine, Fantasie-Gestalten oder menschliche Figuren sich bewegen lassen, also springen, hüpfen oder kämpfen. Ein Studium, in dem man all das lernt, ist beispielweise der Studiengang in Game-Design, wie die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin ihn anbietet.

Nur Freude am Zocken reicht nicht, um Game-Designer zu werden

Vielen, die leidenschaftlich gerne vor sich hin zocken, erscheint das Entwickeln von Spielen als Traumberuf. Ein digitales Spiel wird aber nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Team entwickelt. Aber auch, wenn zukünftige Game-Designer in einem solchen Studiengang alle Facetten der Spieleentwicklung lernen, spezialisieren viele sich schon früh entsprechend ihrer Talente. Manche machen das Programmieren zum Schwerpunkt, andere das Entwerfen und Zeichnen der Figuren und Hintergründe und sorgen für passende Geräusche.

Kunst und Technik gehören hier zusammen

Ein künstlerisches Talent ist unbedingt nötig, wenn Interessierte mehr als Programmieren möchte. Und umgekehrt muss eine kunstvolle Spielfigur auch bewegt werden. Künstlerisches Talent, Interesse an Technik und das Arbeiten im Team sind grundsätzliche Voraussetzungen für ein Studium in Game-Design.

Spiele neu Denken

In einer Hochschule wird nicht nur gepaukt, sondern natürlich auch immer geforscht und Neues entwickelt. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin beispielsweise möchte man auf Dauer dazu beitragen, dass digitale Spiele von den Nutzern, also den Spielern, verändert werden können. Viele herkömmliche Karten- und Brettspiele werden in verschiedenen Familien nach unterschiedlichen Regeln gespielt. Obwohl es Spielregeln gibt, können die Spieler jederzeit selbst festlegen, wann zum Beispiel eine Runde ausgesetzt wird oder wann man drei Mal hintereinander würfeln darf. In diese Richtung, so meinen manche Dozenten für Game-Design, sollten auch digitale Spiele weiter entwickelt werden. Vielleicht macht dann das digitale Spiel am Computer oder der Spielekonsole auch Spielemuffeln und älteren Spielern mehr Spaß. Obwohl: Sogenante Social-Games, also digitale Spiele, die mit anderen zusammen gespielt werden, sind schon jetzt bei Frauen im Alter über 40 Jahre besonders beliebt.

Autor/in:

Ingeborg Sahm

Redaktion:

Angelika Böhrke

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Traumberuf Zocker? Spieleentwickler – ein Studium für kreative Geister mit Team-Sinn

Mehr zum Thema

Literaturtipps:

Bremer, Thomas:
GAMES@HTW -
Elektronische Spiele als Gegenstand der Lehre und Forschung
In: Matthias Knaut
Kreativwirtschaft, S. 128-131
BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH
Berlin, 2011
ISBN 978-3-8305-1915-7

Ein umfassendes Kapitel über die neuere Entwicklung digitaler Spiele und über die Bedeutung des Spiels an sich

  • Interschiedliche Aufsätze rund um digitale Spiele – ihre Entwicklung, ihre Stellung in der Gesellschaft, ihren Nutzen – sind auf dieser Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zu finden:
    Bundeszentrale für politische Bildung - Computerspiele

  • Clemens Bohrer / Bernadette Schwarz-Boenneke (Hg.):
    Identität und virtuelle Beziehungen im Computerspiel
    München 2010
    ISBN: 978-3-86736-082-1
    Wissenschaftliche Beiträge zu problematischen Facetten des Computerspiels, mit dem Schwerpunkt: süchtiges Spielverhalten.

 

Linktipps:

Informationen zum Studiengang Game-Design der HTW Berlin

Weitere ähnliche Studiengänge findet man im Hochschulkompass

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