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Service Computer: Ton-Schätzchen
Wie man Schallplatten und MusiCassetten digitalisiert
Moderation: Marija Bakker
Wohl in so manchen Regalen und Schränken stehen und liegen sie noch, die alten Ton-Schätze auf Vinyl-Schallplatte oder Musik-Kassette. Vor allem bei den analogen Ton-Kassetten wird es höchste Zeit, die Aufnahmen auf einen digitalen Datenträger wie CD oder Festplatte zu übertragen. Denn die Zeit setzt dem mit Metallpartikelchen beschichteten Kunststoffband im Inneren kräftig zu.
Eins zu eins
Während man eine digitale Tondatei innerhalb weniger Sekunden von einem Datenträger auf den anderen kopieren kann, dauert das Einlesen einer Schallplatte oder Musik-Kassette genau so lange wie die jeweilige Tonaufzeichnung spielt. Beim Digitalisieren einer Schallplatte oder Kassette wird diese abgespielt und gleichzeitig mit dem Computer aufgenommen – fast wie früher mit dem alten Kassetten-Rekorder.
Anschluss gesucht
Grundsätzlich muss eine Verbindung zwischen dem Abspielgerät (Platten- oder Kassetten-Spieler) hergestellt werden. Der einfachste Weg: Man verbindet den Ausgang des Abspielgerätes (Line Out) mit Hilfe eines Kabels mit der Line-In-Buchse des Computers bzw. von dessen Soundkarte. Möglich ist das zum Beispiel bei einem Kassetten-Rekorder oder einer HiFi-Anlage. Für den Anschluss eines einzelnen Plattenspielers braucht man noch ein Zusatzgerät, einen so genannten Phono-Vorverstärker. Zweite Möglichkeit: Man schafft sich einen Platten- oder Kassetten-Spieler (oder ein Kombigerät mit beidem) mit USB-Anschluss an (Preis: ca. 70 bis 200 Euro). Im Inneren des Gerätes steckt dann ein Analog-/ Digital-Wandler, der die analogen Tonsignale direkt in digitale Computerdaten umwandelt und per USB-Kabel an den angeschlossenen Computer schickt. Im Lieferumfang der Geräte befindet sich oft auch gleich die nötige Software, die man zum Weiterverarbeiten der Tondateien auf dem Computer braucht.
Die Software macht's
Ist das Abspielgerät angeschlossen, wird nun das Programm wird auf dem Computer installiert und gestartet. Der Computer „horcht“ auf die Signale vom Abspielgerät und zeichnet sie auf. Ist zwischen den einzelnen Titeln eine deutliche Pause, können viele Programme auch eine Einteilung in einzelne Tracks vornehmen. Das ist wichtig, wenn man die einzelnen Stücke später auf eine CD brennen oder auf einen MP3-Spieler übertragen will. Die meisten Programme besitzen dann auch mehr oder weniger leistungsfähige Funktionen zur Verbesserung der Aufnahmen. So lassen sich Geräusche wie Knistern oder Knacken entfernen und die Tonqualität insgesamt verbessern. Anschließend können die einzelnen Dateien dann im MP3-Format dauerhaft gespeichert und in eine eventuell vorhandene, digitale Musikbibliothek übernommen werden.
Bescheidene Qualität
Die technische Qualität der meisten Abspielgeräte mit eingebautem USB-Anschluss ist mit der hochwertiger Plattenspieler oder Tapedecks überhaupt nicht zu vergleichen. Was schon früher galt, gilt auch heute: Die preiswerten Schallplattenspieler leiern gerne und haben nur sehr einfache „Tonabnehmer“. So bezeichnet man das Bauteil mit der Nadel, das auf der Platte aufliegt und den Ton abtastet. Je besser es ist, desto besser ist am Schluss auch die digitale Aufnahme. Das ist so ähnlich wie bei Digitalkameras: Billige Kameras haben billige Objektive – und mit diesen lassen sich auch nur mittelprächtige Bilder machen. Zum Vergleich: Allein der Tonabnehmer eines Plattenspielers kostete, als diese Geräte noch in großen Serien hergestellt wurden, zwischen 20 und 400 Mark – absolute Spitzenmodelle sogar noch mehr. So ist die Qualität des Tonabnehmers und des gesamten Plattenspielers (ähnliches gilt für den Kassetten-Spieler auch) ganz entscheidend für die technische Qualität der Aufnahme, die dann am Schluss digital auf der Festplatte des Computers liegt.
Die beste Lösung
Die Empfehlung für das Digitalisieren von größeren Plattensammlungen lautet daher: Man braucht zwei Geräte. Zum einen sollte ein guter Plattenspieler oder ein gutes Tapedeck genutzt werden. Wer ein solches Gerät nicht mehr besitzt, der kann es mittlerweile sogar wieder kaufen. Auch ein Blick auf Flohmärkte oder ins Internet lohnt sich. Das zweite Gerät ist ein externer Analog-/ Digital-Wandler mit eingebautem Vorverstärker (nötig für den Anschluss eines Plattenspielers) und USB-Anschluss. Geräte dieser Art gibt es z. B. von Terratec (gute Qualität, ca. 100 Euro), Pearl oder Hama (40 Euro). An dieses Gerät wird der Plattenspieler angeschlossen, das Gerät lässt sich per USB-Kabel mit dem Computer verbinden. Die nötige Software liegt den Geräten in aller Regel bei.
Ganz ohne zusätzliche Hardware
Wer übrigens noch eine „alte“ HiFi-Anlage mit Plattenspieler besitzt, der sollte nachsehen, ob der Verstärker einen „Line-Out“-Ausgang besitzt. Ist das der Fall und hat der Computer eine „Line-In“-Buchse, braucht man überhaupt kein Zwischen-Gerät. Die Anlage (mit Plattenspieler und Tapedeck) lässt sich in diesem Fall direkt per Kabel mit dem Computer verbinden. Fehlt nur noch die nötige Software. Programme wie „Music Cleaning Lab 17“ (Magix, ca. 50 Euro) oder „Audacity“ (kostenlos, www.audacity.de) sind bei der Bearbeitung und Umwandlung der Aufnahmen ins MP3-Format hilfreich. Generell gilt aber: Das Digitalisieren von Platten und Kassetten ist eine zeitaufwändige Arbeit – egal, welchen Weg man wählt. Und: Die Qualität der digitalisierten Aufnahme kann nur so gut sein wie die des abspielenden Gerätes.
Redaktion:
Joachim Hecker





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