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Ein erwachsener Mensch hat in der Regel zweihundertsechs Knochen – beziehungsweise zweihundertsieben, wenn man den Musikknochen mitzählt. Allerdings ist seine Bezeichnung irreführend und von allen menschlichen Körperteilen hat er wahrscheinlich den unpassendsten Namen. Denn dieser äußerst empfindliche Punkt am Ellbogen ist weder ein Knochen noch musikalisch.
Pseudonym
Beim Musikknochen handelt es sich eigentlich um einen Nerv, der über den Ellbogen verläuft. Der Fachbegriff für diesen Ellnerv ist Nervus ulnaris. Er hat einen Durchmesser von ca. drei bis vier Millimeter und ist ungefähr zur Hälfte in eine Aussparung am Ellbogengelenk eingebettet, die Ulnarisrinne.
Sensible Leitung
Der Nervus ulnaris beginnt im Rückenmark der Halswirbelsäule und durchläuft den Arm am Ellbogen vorbei bis zum vierten und fünften Finger der Hand. Da der Ellnerv relativ frei liegt und kaum durch Weichteile geschützt ist, ist er so empfindlich.
Nervenreizsyndrom
Wird der Ellnerv durch einen Stoß gegen den Knochen gedrückt, spürt man den bekannten und gefürchteten elektrisierenden Schmerz, der oft bis in die Hand ausstrahlt. Dabei handelt es sich um ein Nervenreizsyndrom, das meist von allein wieder verschwindet.
Ernst zu nehmende Symptome
Im Ernstfall kann sich ein Bluterguss bilden, der dann weiter auf den Nerv drückt. Wenn die Schmerzen bestehen bleiben, in die Finger ausstrahlen, insbesondere in den vierten und fünften, wenn ein Taubheitsgefühl oder eine Schwäche in der Hand auftritt, sollten die Symptome durch einen Neurologen abgeklärt werden.
Kleine Maus
Warum der Ulnarisnerv umgangssprachlich Musikknochen genannt wird, lässt sich übrigens – zumindest zum Teil – aus dem Lateinischen herleiten. „Musculus“ bedeutet hier nämlich nicht nur „Muskel“, sondern auch „kleine Maus“. Und mit etwas Phantasie erinnert der kleine Knubbel am Ellbogen in der Tat an ein kleines Mäuschen. In Anlehnung ans Deutsche schlich sich im Laufe der Zeit noch ein „i“ in das Wort „Muskel“ ein – der Begriff „Musikknochen“ war geboren.
Autor/in:
Larissa Mohar
Redaktion:
Martin Gent
Kleine Anfrage: Warum ist es so unangenehm , wenn man sich den Musikknochen stößt?










