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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 12.10.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Buchcover; Rechte: Mareverlag

 Service Sachbuch

Service Sachbuch: Die Überwindung der Langsamkeit

Samuel Finley Morse - der Begründer der modernen Kommunikation

Moderation: Martin Winkelheide

Die Überwindung der Langsamkeit
Samuel Finley Morse - der Begründer der modernen Kommunikation
Von Margit Knapp
Mareverlag; 1. Auflage (13. März 2012)
gebundene Ausgabe, 256 Seiten
ISBN-13:
978-3866481398
EUR 19,90

Am 13. Mai 2005 kam es in der Fernsehreihe „The Tonight Show“ des amerikanischen Senders NBC zu einem Showdown technischer Systeme. Der Moderator wollte wissen, ob eine Textnachricht schneller als SMS oder als Morsecode übertragen werden kann. Zwei jugendliche SMS-Schreiber traten gegen zwei ältere Funkamateure an. Klare Sieger waren die Morseveteranen!

SOSOSOSOS

Drei mal kurz, drei mal lang, drei mal kurz – Diesen Morsecode kennt fast jeder: SOS, am 3. Oktober 1906 auf der Internationalen Funkkonferenz in Berlin als maritimes Notrufzeichen festgelegt und am 10. Juni 1909 von der RMS Slavonia erstmals genutzt, als sie vor den Azoren Schiffbruch erlitt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Morsetelegrafie aber schon eine lange Geschichte hinter sich. Entwickelt wurde sie von Samuel Finley Breese Morse, der am 27. April 1791 in der amerikanischen Kleinstadt Charlestown geboren wurde.

Der lange Weg vom Künstler zum Erfinder

Morse war Sohn eines calvinistischen Geistlichen, der seine Kinder puritanisch streng erzog und für den sein Vater die Laufbahn eines Geschäftsmannes im Auge hatte. Doch Samuel rebellierte, wollte lieber in London Kunst studieren. Er setzte sich durch, ging nach Europa, studierte Kunst, hatte trotz aller Mühen aber keinen Erfolg. Zurück in den USA heiratete er 1818 Lucretia Pickering Walker, ein junges Mädchen, das dem Puritaner den Kopf verdrehte, und die er über alles liebte. Die Ehe endete für ihn in einer Katastrophe. Lucretia starb, während er in Washington war. Die Nachricht von ihrem Tod erhielt er so spät, dass er es noch nicht einmal zur Beerdigung schaffte.

Rauchzeichen der Indianer waren das schnellste Kommunikationsmittel

Diese Begebenheit veränderte Morses Leben grundlegend. Er hatte sein Thema gefunden: die schnelle Kommunikation! In seinen Träumen sah er Funken aus Apparaten stoben, die auf langen Papierstreifen Linien zogen, mal kurz, mal lange. Erste Ideen, noch nicht ausgereift, aber in diese Richtung ging es. Alfred Vail, ein technisch versierten Mitarbeiter, schlug vor, den Funken nicht sichtbar zu machen, sondern hörbar. Als kurzen Ton oder als langen. Man müsse dann nur noch Buchstaben und Zahlen einem System kurzer und langer Töne zuordnen, ein Morsealphabet eben, schon könne man Nachrichten über große Distanzen verschicken – heute würde man sagen „in Echtzeit“. Am 24. Mai 1844 war es dann soweit. Samuel Morse schickte die erste elektronische Nachricht der Welt durch eine 60 km lange Telegrafenleitung von Washington nach Baltimore: "Welche Wunder Gott tut!".

Eine technische Revolution, die fast in Vergessenheit gerät

Margit Knapps Buch „Die Überwindung der Langsamkeit – Samuel Finley Morse, der Begründer der modernen Kommunikation“ ist leicht lesbar, es bietet erstaunliche Einblicke in das Denken der damaligen Menschen und es schließt eine Lücke. Der Morsecode mag heute seine Bedeutung verloren haben, vergessen darf man die Erfindung des skurrilen Amerikaners aber nicht: Sie hat die Kommunikation revolutioniert!

Autor/in:

Mirko Smiljanic

Redaktion:

Anne Preger

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