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Folge 12: Bildschirm am Grabstein - Wie werden wir sterben im Jahr 2050 [mehr]
Was vor ein paar Jahren der "Walkman" war, das ist heute der "iPod" von Apple - das kleine Gerät, mit dem man überall Musik, Hörbücher oder sogar Radiosendungen hören kann. Vor einigen Tagen stellte der Apple-Chef Steve Jobs ganz neue "iPods" vor: Alle Geräte, die es bis jetzt gab, werden von den neuen Modellen abgelöst. Ebenfalls neu: Apple verkauft Musik, Hörbücher und Video-Inhalte ab sofort auch drahtlos.
Die kleinen neuen Modelle
Weiterhin im Programm bleibt der "iPod Shuffle": Der kleine Player hat etwa die Abmessungen einer größeren Briefmarke und besitzt auch weiterhin kein Display. Es gibt ihn nun in fünf neuen Farben. Völlig neu entwickelt wurde das Erfolgsmodell "nano". Es ist jetzt kürzer, dafür aber breiter geworden. Nötig wurde das, um ein größeres Display unterzubringen. Ab sofort können die Besitzer eines nano nämlich auch Video-Inhalte anschauen. Eigene Videos, Musikvideos sowie - derzeit nur in den USA - Spielfilme und Fernsehserien können somit nun auch mit diesem Gerät angesehen werden. Überarbeitet wurde ebenfalls die Benutzeroberfläche. Am auffälligsten ist die Funktion, die sich "CoverFlow" nennt. Statt durch die Namen von Interpreten oder die Titel von Alben zu scrollen, blättert man in seinem virtuellen Platten-Archiv und sieht dabei Bilder der Alben-Hüllen. Diese Funktion ist Nutzern der Audio-Verwaltungssoftware "iTunes" bereits bekannt.
Die großen neuen Modelle
Das Ur-iPod-Modell, das in etwa die Abmessungen einer dünnen Zigarettenschachtel besitzt, heißt nun "classic". Es bekommt in der sechsten Generation seit seiner Einführung im Jahr 2001 ein neues Metall-Gehäuse, ebenfalls die neue Benutzeroberfläche sowie Festplatten mit 80 oder 160 Gigabyte Kapazität. 40.000 Musikstücke oder 200 Stunden Video lassen sich damit auf dem großen Modell speichern. Einen ganz neuen iPod, über den auf einschlägigen Gerüchteseiten im Internet schon viel spekuliert wurde, stellte Apple-Boss Steve Jobs ebenfalls vor: Der "iPod touch" kommt - bis auf eine "Home"-Taste - ganz ohne Knöpfchen aus. Er wird wie sein großer Bruder, das "iPhone", komplett über seinen berührungsempfindlichen Bildschirm ("Touchscreen") und mit dem Finger bedient.
Mit dem iPod ins Internet
Der iPod touch ist der erste iPod, mit dem man auch im Internet surfen kann. Zu diesem Zweck besitzt er ein eingebautes WLAN-Modul. Sobald man sich in einem WLAN-Hotspot (z. B. zu Hause, im Büro, im Café, am Flughafen, in der Bahn oder in einem Hotspot seines Internet-Providers) befindet, kann man auf diese Weise seinen iPod ins Internet einklinken. Die Preise hierfür sind vom genutzten Provider abhängig. Wer zum Beispiel eine T-Online-Flatrate gebucht hat, kann entweder kostenlos oder zu geringen Minuten-Preisen in den T-Online-Hotspots surfen. Weil man dafür in aller Regel auf einer Webseite ein Passwort eingeben muss, spendierte Apple dem touch-Modell den Webbrowser "Safari". Auch dieser wird per Finger und "Gesten" bedient: Will man zum Beispiel einen Bereich der Seite vergrößern, berührt man den Bildschirm mit zwei Fingern und spreizt sie dann. Gescrollt wird ebenfalls mit dem Finger. Das touch-Modell gibt es mit 8 und 16 Gigabyte Speicher.
Musik ohne Kabel
Erstmals ist es mit dem iPod touch möglich, per Funk Musik im iTunes Store zu kaufen. Sobald man sich mit seinem Player innerhalb eines Hotspots befindet, kann man den "iTunes Wifi MusicStore" anwählen und sich Titel aus dem gesamten Audio-Angebot aussuchen, sie vorhören und schließlich kaufen. Dabei wird die Musik per WLAN-Verbindung auf den iPod übertragen. Sobald man dann den iPod touch wieder mit seinem PC oder Mac verbindet, werden die erworbenen Musiktitel auf den Computer übertragen und können dann auch dort abgespielt werden.
Auch ein "Youtube"-Player steckt im neuen iPod: Solange man sich in einem Hotspot aufhält, kann man auf das Videoangebot der Online-Plattform Youtube zugreifen und die Videos direkt auf dem iPod anschauen.
Die Geschwindigkeit der Downloads und Reaktionen des iPod bei Aktionen im Netz sind abhängig von der benutzten Internet-Verbindung und der Auslastung des WLANs. Im Grunde ist aus dem iPod aber ein kleiner Infotainment-Computer geworden, der deutlich mehr kann als nur Musik abzuspielen.
Und die Konkurrenz?
Mit den neuen Modellen hat Marktführer Apple die Latte wieder ein wenig höher gelegt. Es gibt auch Multimedia-Spieler von Creative, Philips, iRiver oder Samsung. Durch die Überarbeitung der Benutzeroberfläche, mit denen sich die iPod-Modelle "nano" und "classic" nun noch komfortabler bedienen lassen, und das neue touch-Modell mit Touchscreen-Oberfläche und WLAN-Funktion, hat der US-Hersteller den Abstand zu den Mitbewerbern wieder deutlich vergrößert. Nur der iPod Shuffle fällt da ein wenig aus dem Rahmen: Er ist vergleichsweise teuer und bietet nichts, was andere, preiswertere MP3-Player nicht auch könnten. Die haben dann sogar oft ein Display.
Gespräch mit Michael Stein
Redaktion:
Joachim Hecker






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