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„Natürlich träumt mein Haustier“
Hundbesitzer werden sofort bekräftigen: Mein Vierbeiner träumt jede Nacht von Kaninchen, von Würstchen oder vom Postboten. Denn das liebe Vieh fängt in einer bestimmten Schlafphase an mit den Augen zu rollen – und dann kann es vorkommen, dass die Pfoten zucken, die Schnauzhaare sich bewegen und der Hund auch mal leise bellt oder knurrt. Ein klarer Hinweis darauf, dass das Tier im Schlaf verarbeitet, was es tagsüber erlebt hat?
REM-Schlaf als Hinweis
Seit den 1960-er Jahren werden Tiere im Schlaflabor untersucht und ihre Hirnströme gemessen, also die Aktivität des Gehirns im Schlaf. Dabei stellte sich heraus, dass eigentlich alle Säugetiere – außer Delfine – so wie Menschen verschiedene Schlafzyklen durchleben. Selbst bei Vögeln und Reptilien hat man den so genannten REM-Schlaf nachgewiesen. REM bedeutet Rapid Eye Movement. In dieser Schlafphase wandern die Augäpfel schnell unter den geschlossenen oder halbgeschlossenen Lidern hin und her. Das Gehirn ist in dem Moment so aktiv wie bei einem Lebewesen, das wach ist. Und wenn man Menschen aus dem REM-Schlaf weckt, erzählen sie sehr häufig von Träumen. Daraus schlossen viele Schlafforscher, dass im REM-Schlaf geträumt wird. Dabei träumen Menschen nicht nur im REM-Schlaf, sondern auch in anderen Schlafphasen – allerdings vermutlich seltener.
Enthemmte Katzen, schlafende Ratten
Der französische Schlafforscher Michel Jouvet konnte als erster bei Katzen nachweisen, dass sie REM-Schlaf haben. In dieser Phase sind die Muskeln im Körper eigentlich lahm gelegt. Doch Jouvet manipulierte den Bereich des Katzenhirns, der für die Schlaflähmung zuständig ist – und die Katzen begannen dann tatsächlich im Schlaf Mäuse zu fangen, sich zu putzen oder auch zu fauchen. Für Jouvet war damit klar: Tiere träumen. Ein anderer Hinweis darauf, dass Tiere im Schlaf das Erlebte vom Tag verarbeiten: Wenn Ratten tagsüber durch ein Labyrinth laufen müssen und zur Belohnung Schokostreusel kriegen, scheinen sie das in ihren REM-Schlaf nachzuspielen. Jedenfalls haben amerikanische Forscher festgestellt, dass die Hirnströme bei Ratten während der Labyrinth-Aufgabe haargenau die gleichen waren wie später in einigen Schlafphasen.
Das Rätsel bleibt
Die Fachwelt ist sich dennoch nicht einig, ob Tiere so träumen wie wir Menschen. „Wir können sie nicht fragen,“ sagt die Tierschlaf-Expertin Irene Tobler von der Universität Zürich. „und deshalb bleibt es ihr Geheimnis.“
Autor/in:
Verena von Keitz
Redaktion:
Martin Gent






![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







