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Schwerpunkt: Das 8. Weltwunder wird erweitert
Naturschützer erwarten nur Zerstörungen durch den neuen Panamakanal
Moderation: Marlis Schaum
1914 wurde es eingeweiht - das Tor zwischen den beiden größten Meeren der Erde: 81 Kilometer, die ein kleines mittelamerikanisches Land in zwei Hälften teilen. Der Panamakanal ist noch immer die wichtigste künstliche Wasserstraße der Welt - und eine Legende.
81 statt 8.000 Kilometer: Für Seefahrt und Welthandel war es ein riesengroßer Schritt, als vor knapp 100 Jahren der Panamakanal eröffnet wurde. Endlich mussten die Seefahrer nicht mehr den langen und gefährlichen Weg über die Magellanstraße zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland nehmen. Seitdem ist der Panamakanal neben dem Suezkanal die wichtigste Wasserstraße der Welt.
Containerriesen durch den Regewald
Etwa 40 Schiffe schieben sich jeden Tag durch das Kanalsystem zwischen Atlantik und Pazifik, 14.000 Schiffe im Jahr. Drei Schleusen heben die Schiffe auf der karibischen Seite auf eine Höhe von 26 Metern über dem Meer. Von dort aus durchqueren die Frachter und Kreuzfahrtschiffe den künstlich aufgestauten Gatún-See, vorbei an Regenwäldern und Mangrovenseen, bis es auf der Pazifikseite über drei Schleusen wieder auf Meereshöhe zurückgeht. Etwa 12 Stunden dauert eine solche Passage, die die Reederein für ihre Flotte mehrere Monate im Voraus buchen. Gefahren wird stets im Konvoi, morgens in Richtung Karibik, ab mittags umgekehrt zum Pazifik.
Der Kanal als „Nationales Heiligtum“
Für das kleine zentralamerikanische Land Panama hat sein Kanal inzwischen existenzielle Bedeutung. Eine Milliarde Dollar Passagegebühren kassiert der Staat jedes Jahr, 40.000 Dollar pro Schiff. Jeder dritte Dollar der heimischen Wirtschaft wird direkt oder indirekt mit dem Kanal verdient. Für den Großteil der drei Millionen Einwohner Panamas ist der Kanal daher so etwas wie ein „Nationalheiligtum“, erklärt der panamaische Journalist José Miguel Guerra. „Weder Regierung noch Opposition stellen ihn in Frage, denn der Kanal bringt eine Menge Geld in unser Land.“
Der Kanal wächst
Doch inzwischen ist der Panamakanal als Nadelöhr des maritimen Welthandels an seine Kapazitätsgrenzen gelangt. Moderne Containerfrachter und Kreuzfahrtschiffe der so gennanten „Post-Panamax-Klasse“ sind schlichtweg zu groß für die Schleusenkammern. Seit 2007 wird die Wasserstraße daher aufwendig ausgebaut: An den Einfahrten entstehen neue Schleusen, Kanal und Stausee werden ausgebaggert. So sollen pünktlich zum 100. Geburtstag im Jahr 2014 auch Schiffe jenseits der bisherigen Höchstmaße von 300 Metern Länge, 32 Metern Breite und zwölf Metern Tiefgang den Kanal passieren können. Die Bevölkerung steht hinter dem fünf Milliarden US-Dollar teuren Projekt. In einer Volksabstimmung stimmten 78 Prozent für den Ausbau.
Umwelt in Gefahr
Umweltschützer allerdings sehen die einzigartige Naturlandschaft entlang des Panamakanals durch den Ausbau in Gefahr: Indem Ufer begradigt und Regenwald abgeholzt werden, verlieren viele der unzähligen Tierarten ihren Lebensraum. Außerdem befürchten die Naturschützer, dass durch die größeren Schleusen mehr Trinkwasser aus dem Gatún-See verloren geht als zuvor. Die Kanalgesellschaft versucht, Rücksicht auf diese Bedenken zu nehmen. So ließ sie vorsorglich Faultiere, Schildkröten, Krokodile und andere Tierarten umsiedeln und Wasserrückhaltebecken an den neuen Schleusenkammern sollen das Schleusenwasser auffangen, damit weniger Süßwasser ins Meer abfließt.
Das 8. Weltwunder wird erweitert [Bildergalerie]
Autor/in:
Michael Marek und Sven Weniger
Redaktion:
Detlef Reepen





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