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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 12.01.2010, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Eltern mit ihrem Neugeborenen; Rechte: WDR

 Glücklich Entbunden

Service Gesundheit: Entbinden ohne Schmerzen

Die Rückenmarknarkose

Ein Kind gebären ist in den meisten Fällen äußerst schmerzhaft - das ist weit hin bekannt. Dazu kommt, dass sich die Geburt - und damit auch die Schmerzen - vor allem bei der ersten Geburt der Frau oft über viele quälende Stunden hin zieht. Dass man durch eine Rückenmarknarkose die Schmerzen ab dem Bauchnabel abwärts ausschalten kann, ist auch seit vielen Jahren bekannt. Allerdings halten sich hartnäckig Annahmen über die Betäubung über das Rückenmark, die längst nicht mehr stimmen, weil diese Methode weiter entwickelt wurde. Ob die Frau durch eine Rückenmarknarkose nicht laufen kann, ob heute immer noch die Gefahr besteht, dass das Baby dann mit der Zange geholt werden muss oder ob es stimmt, dass die Geburt durch eine Spritze ins Rückenmark länger dauert - das beantwortet Leonardo.

Sanfte Methoden können Wehenschmerz lindern

Manche Frauen haben schon in Geburtsvorbereitungskursen gelernt, während der Entbindung richtig zu atmen, den „Schmerz weg zu atmen“. Aber von den ersten Wehen bis zur Geburt können viele Stunden vergehen, in denen der immer wiederkehrende Schmerz ausgehalten werden muss. Es sei denn, die Frau entscheidet sich für eine PDA. Das ist die Abkürzung für Periduralanästhesie - oder Rückenmarknarkose.

Keine komplette Schmerzausschaltung

Bei einer PDA spritzt der Narkosearzt ein Betäubungsmittel zwischen zwei Wirbel im unteren Rücken bis ins Rückenmark, in dem die Nervenstränge verlaufen. So kann ganz gezielt der Schmerz in einer bestimmten Region, zum Beispiel vom Bauchnabel abwärts, ausgeschaltet werden. Für die Geburt wird das Narkosemittel so gewählt, dass der Schmerz noch leicht spürbar ist, damit die Frau bei den Presswehen auch im richtigen Augenblick mitpressen kann. Was sie spürt ist aber kein Vergleich zum eigentlichen Wehenschmerz. Andererseits ist die untere Körperhälfte bei einer PDA zur Geburt auch nicht völlig gelähmt.

Während der Wehen laufen oder stehen

Frauen, denen eine PDA gelegt wurde, können sich noch bewegen. Zwar sind keine Spaziergänge im Park möglich, aber im Zimmer auf und ab zu gehen oder im Stehen zu gebären ist durchaus möglich. In manchen Krankenhäusern kann die Frau das Narkosemittel auch in gewissem Umfang selbst dosieren. Wird der Wehenschmerz nach der ersten Injektion wieder stärker, kann mit einer Pumpe Narkosemittel durch den gelegten Katheter nachgegeben werden. Wer die Narkose gut verträgt, kann trotz PDA auch ambulant entbinden und nach rund vier Stunden nach Hause entlassen werden. Vorausgesetzt, es treten keine Nebenwirkungen auf.

Nebenwirkungen sind seltener als bislang angenommen

Dies zeigt eine aktuelle Studie aus England. Anhaltende Lähmungen oder lebensbedrohliche Reaktionen auf das Narkosemittel kamen nur bei Rückenmarknarkosen für eine Operation vor und das bei alten und geschwächten Patienten. Die Komplikationen bei Gebärenden waren viel geringer als die Forscher vermutet hatten. Bekannt als Nebenwirkung einer PDA zur Geburtserleichterung sind starke Kopfschmerzen, die bei rund ein bis drei Prozent der Frauen auftreten.

Vorher informieren

Wer sich während der Schwangerschaft über die PDA informiert, ist gut vorbereitet und kann sich diese Möglichkeit offen halten. Denn die Rückenmarknarkose kann meist auch noch gegeben werden, wenn die Wehen bereits eingesetzt haben. 

Adresse

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Dillenburger Str. 27
51105 Köln
Tel:(0221) 35685-422
Fax:(0221) 35685-1
E-mail: info@iqig.de
 
Der Informationsdienst des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat ein Informationsblatt über die Periduralanästhesie zusammen gestellt.

Literatur

Fachbuch: â€žMedikamentöse Geburtseinleitung"
Von Werner Rath und Ulrich Pecks
Uni-Med Verlag, 2008
ISBN: 9783837410648

Autor/in:

Ingeborg Sahm

Redaktion:

Christina Sartori

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