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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 11.10.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Illustration: Geldscheine stecken in einer Universitäts-zwischen Büchern in einem Regal; Rechte: WDR/dpa

 Wer gibt einen Zuschuss?

Service Bildung: "myStipendium.de"

Das Internet hilft, das passende Stipendium zu finden

Moderation: Marlis Schaum

Ein Studium ist teuer. Doch die meisten Studenten haben Glück. Sie bekommen Geld von ihren Eltern, im Schnitt 445 Euro monatlich. Das ist das Ergebnis der jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW). Zwei von drei Studenten arbeiten, einer von drei bekommt BAföG. Und nur ein verschwindend geringer Anteil der Studierenden nimmt ein Stipendium in Anspruch, nur drei Prozent. Dabei gibt es zahlreiche Stiftungen, die Studenten unter die Arme greifen wollen. Die meisten dieser Geldquellen sind allerdings recht unbekannt.
Die Suchmaschine "myStipendium.de" will Studenten die Suche erleichtern. Wie sie funktioniert? Leonardo hat mit einem Studenten den Praxistest gemacht.

Wie funktioniert die Seite?

MyStipendium.de will Stiftungen und Stipendiaten zusammenbringen. Studenten und Schüler brauchen nur ein paar wenige Klicks, bis sie erfahren, welche Stipendien zu ihnen passen könnten. In einem ersten Schritt werden persönliche Daten abgefragt: Informationen zum Studienfach, zur Hochschule, zum Geburtsort. Es folgen Fragen zum Beispiel zur Religionszugehörigkeit und zur finanziellen Lage. Insgesamt 34 Antwortkriterien gibt es. Die Bearbeitung dauert nur etwa zehn Minuten. Danach bekommt man eine Liste mit Stipendien, die infrage kommen.

Welche Stipendien finde ich auf der Seite?

Die Initiatoren haben Informationen über rund 1200 Fördermöglichkeiten zusammengestellt. Einige der Stipendien sind recht bekannt, wie zum Beispiel das Deutschlandstipendium, mit dem Studenten rund 300 Euro pro Monat bekommen können. Aber es gibt auch viele kleine Stiftungen, die nur einzelne Stipendien an Studenten, Schüler oder Doktoranden vergeben.
Manchmal sind die Kriterien recht ungewöhnlich. So gibt es zum Beispiel Stiftungen, die nur Stipendiaten fördern, wenn sie aus der gleichen Heimatstadt wie der Stifter stammen. Andere fördern nur Frauen, die an bestimmten Forschungsaufgaben arbeiten. Die genauen Förderkriterien werden auf der Seite aufgelistet. Und es wird auch gezeigt, wie gut die Chancen sind, dass man ein Stipendium bekommt. Interessant sind auch die Fördermöglichkeiten speziell für Auslandsaufenthalte während des Studiums.

Wie sieht die Förderung aus?

Auch das ist ganz unterschiedlich. Laut myStipendium.de gibt es Stipendien von bis zu 1700 Euro pro Monat. Doch die sind eher die Ausnahme. Doch selbst wer 300 oder 500 Euro pro Monat bekommt, hat Glück. Denn das Geld wird den Stipendiaten geschenkt, sie müssen es nicht zurückzahlen. Allerdings erwarten manche Stipendiengeber, dass man an Netzwerktreffen teilnimmt oder nach dem Studium mit der Stiftung verbunden bleibt.
Nicht immer allerdings geht es um Geld. Viele Stiftungen haben auch eine ideelle Förderung. Das heißt, die Stipendiaten können an Rhetorikseminaren teilnehmen oder an Kursen, die bei der Karriereplanung helfen.

Wie gut stehen meine Chancen, dass ich ein Stipendium bekomme?

Eine Garantie für eine erfolgreiche Bewerbung kann die Internetseite nicht geben. Aber sie zeigt ein breites Spektrum von möglichen Fördermöglichkeiten.
Ob die Bewerbung um ein Stipendium klappt, hängt von vielen Faktoren ab: Wie gut passt man zur Stiftung? Und wie überzeugend ist die Bewerbung?
Viele Förderer betonen, dass sie mehr Stipendien vergeben könnten, als sie es momentan machen. Eine Bewerbung lohnt sich also in jedem Fall.

Worauf sollte ich bei der Bewerbung achten?

Bewerber sollen genau recherchieren, worauf bei der Auswahl der Stipendiaten geachtet wird. Geht es um soziales Engagement oder ist die Konfession wichtig? Viele Stiftungen erwarten auch ein Gutachten von einem Lehrer oder einem Professor. Und bevor die Bewerbung im Briefkasten landet, sollte man überprüfen, ob Bewerbungen im Moment überhaupt angenommen werden, oder ob es dafür Fristen gibt.

Wer steckt hinter der Internetseite?

Ins Leben gerufen wurde die Seite von Mira Maier und Alexander Gessner. Als Mira Maier an ihrer Promotion schrieb, hat sie selbst im Internet nach Fördermöglichkeiten gestöbert – und es hat mehrere Monate gedauert, bis sie das passende Stipendium gefunden hat. So wurde die Idee für myStipendium.de geboren. Mira Maier ist für die Inhalte der Seite verantwortlich, Alexander Gessner kümmert sich um die Technik.

Autor/in:

Britta Mersch

Redaktion:

Angelika Böhrke

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