Donnerstag, 23.05.2013

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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 11.07.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Junge spielt über Controler X-Box, Rechte:dpa/Karl-Josef Hildenbrand/dus077

 Vorsicht bei Computerspielen

Service Computer: Schnüffelnde Spiele

Wenn Spiele zu viel wissen wollen - Hersteller schnüffeln Computerspieler aus

Moderation: Franz-Josef Hansel

In der Welt der Computerspieler sorgen neue Strategien der Hersteller immer wieder für Unruhe. Im vergangenen Jahr stand der Hersteller „Electronic Arts“ in der Kritik, weil die Computer der Spieler nach Daten durchforscht wurden. Die Käufer mussten der Neugier des Herstellers per Mausklick bei der Installation zustimmen. Kaum jemand liest die „End User License Agreements“ (EULA), also die AGB’s von PC-Spielen wirklich durch. Dabei enthält das Kleingedruckte oft Klauseln, denen die meisten Kunden nicht zustimmen würden. In den Nutzungsbedingungen von Electronic Arts’ Online-Plattform „Origin“ räumte sich das Unternehmen weitreichende Datensammel-Rechte für die Spieler-Computer ein. Ein Origin-Konto ist unter anderem bei FIFA 12, Battlefield 3 und Mass Effect 3 Pflichtvoraussetzung – hier sind weltweit viele Millionen Spieler aktiv. Erst nachdem Spieler und Verbraucherschützer massiv protestierten, wurde die Neugier eingeschränkt.

Ohne Internet geht gar nichts mehr

Die Hersteller begründen ihre Neugier damit, dass sie ihre Produkte vor unzulässigen Kopien schützen wollen. Dafür setzen sie Zusatzsoftware ein, die auf tiefer Ebene im Betriebssystem Rechte braucht, um diese Funktion erfüllen zu können. Das zweite Argument ist, „Cheating“ zu vermeiden – also das Umgehen von Spielfunktionen. In Fachkreisen ist man sich sicher, dass die Hersteller dabei problemlos alle möglichen Daten wie Name, Geschlecht, Alter, E-Mail-Adresse, Informationen zur Spieldauer oder zum Konsumverhalten herausfinden können.
In den vergangenen Jahren sind viele Hersteller dazu übergegangen, Spieleplattformen im Internet aufzubauen. Die mit der Plattform verknüpften Spiele funktionieren nicht ohne Verbindung zum Internet und die im Laden gekaufte DVD spielt eigentlich keine Rolle mehr. Bei Electronic Arts heißt die Plattform „Origin“. Hier greifen weltweit viele Millionen Spieler zu. Eine andere Plattform ist „Steam“, die von dem US-amerikanischen Unternehmen Valve Software entwickelt und betrieben wird. Nach Angaben des Betreibers sollen hier weltweit 35 Millionen Nutzerkonten aktiv sein. Fazit: Immer mehr Anbieter zwingen die Spieler online zu sein, obwohl man die Einzelspieler-Titel allein zuhause spielen kann.

Transparenz beim Kauf

Spieler, Daten- und Verbraucherschützer beklagen die fehlende Transparenz bei der Installation von Computrer-Spielen. Der Spieler hat keine Möglichkeit sich dagegen zu wehren, wenn er die Software kauft und installiert. Er kann sie nicht zurückgeben, wenn er im Nachhinein erfährt, dass die Daten unter Umständen auch für Werbezwecke genutzt werden. Um der Neugier zu entgehen, bleibt wohl nichts anderes übrig, als den Internetstecker zu ziehen. Das macht bei einer Vielzahl von Spielen das Spielen allerdings unmöglich. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale kritisiert, dass die Hersteller nicht ausreichend über die Vertragsbedingungen aufklären und nicht darauf hinweisen, dass die Kunden eine dauerhafte Internetverbindung benötigen. Der Verband beanstandet die gängige Praxis, nach der eine Zustimmung zu den Lizenzvereinbarungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst erfolgt, wenn der Kunde das Spiel auf seinem Rechner installiert. Das ist nach Auffassung Verbraucherzentralen zu spät, denn nach deutschem Recht müsse dies bereits beim Abschluss eines Vertrages erfolgen.

Autor/in:

Michael VOREGGER

Redaktion:

Joachim Hecker

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