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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 11.07.2007, 16:05 bis 17:00 Uhr
Vor einem Fenster mit dem Logo der Agentur für Arbeit steht eine Frau im Treppenhaus der Agentur in Gelsenkirchen; Rechte: dpa

 Agentur für Arbeit

Schwerpunkt: Zukunft 2050

Eine Leonardo-Zukunftsreise in die Welt von morgen

Folge 3: Auf dem Weg in die Halbtagsgesellschaft
Die Zukunft der Arbeit

Die Halbtagsgesellschaft wäre ein Modell. Nur noch halbe Erwerbsarbeit, in flexibler Form, abhängig von der Nachfrage im Unternehmen auch mal länger arbeiten. Die andere Hälfte der Arbeit bleibt für die Familie, für die Gemeinde, für soziales Engagement [mehr]

Mit dem "Europäischen Computer-Führerschein" unterwegs

Fahrerlaubnis für die Datenautobahn

Der europäische Computerführerschein ist in 146 Ländern das anerkannte Zertifikat zum Nachweis von grundlegenden Kenntnissen im Umgang mit dem Computer. Allein in Deutschland nehmen inzwischen rund 1.200 Prüfungszentren die ECDL-Tests ab. "ECDL" ist eine Abkürzung und steht für "European Computer Driving Licence" - also "Europäischer Computer-Führerschein". In Deutschland haben bisher sechs Millionen Menschen diesen Computerführerschein erworben. Die Idee ist dabei gar nicht so neu, denn eingeführt wurde der Computerführerschein 1994 in Finnland. Nur drei Jahre später entstand nach finnischem Vorbild die ECDL-Foundation. Seitdem ist das Zertifikat nicht nur in Europa, sondern auch auf dem gesamten Globus anerkannt. Viele Firmen haben inzwischen das Zertifikat in ihren Aus- und Weiterbildungsprogrammen eingeführt. Außerdem empfehlen öffentliche Einrichtungen und große Verbände ihren Mitarbeitern, an einer solchen Prüfung teilzunehmen.

Die Inhalte

Wer das Zertifikat erhalten möchte, der muss in sieben Bereichen seine Fähigkeiten nachweisen. Es geht dabei um Grundlagen der Informationstechnologie, Betriebssystemfunktionen, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentation und Kommunikationsnetze. Das siebte Modul beschäftigt sich zum Beispiel mit den wichtigsten beruflichen Einsatzmöglichkeiten des Internets. In elf Kapiteln erhalten die Lernenden grundlegende Informationen zum "World Wide Web", zu Internetsuchdiensten und zur Browser-Nutzung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit elektronischer Post. Natürlich geht es hier auch um den Schutz vor Viren, Würmern und Trojanern. Ein wichtiger Bestandteil ist der Umgang und das Erstellen von Präsentationen mit der Software "Powerpoint", denn Kommunikation und das Darstellen von komplexen Inhalten spielen im beruflichen Alltag heute eine immer größere Rolle. Der digitale Führerschein kann nicht nur für "Microsoft Windows" und das "Microsoft Office"-Paket, sondern auch für das Betriebssystem "Linux" und die Textverarbeitung "StarOffice" abgelegt werden. Seit einem Jahr können alle Prüfungen ebenfalls auf einem "Apple"-System abgelegt werden.

Die Prüfung

Damit die Vergleichbarkeit der Prüfungen gewährleistet ist, gibt es in vielen Ländern eine zentrale Zertifizierungsstelle. In Deutschland ist das die "Dienstleistungsgesellschaft für Informatik" in Bonn. Man kann den ECDL in Anschluss an eine Schulung erwerben und die wird von vielen Bildungsträgern angeboten. Menschen ohne Arbeit können ihre Qualifikation und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt damit verbessern. Die Teilnahme an einer Schulung ist nicht zwingend notwendig und es ist auch möglich, den Computerführerschein neben der Ausübung eines Berufs zu erwerben. Nach jeder erfolgreichen Teilprüfung wird auf einer Registrierkarte der Erfolg per Stempel bestätigt. Für den gesamten Ablauf aller Prüfungen ist eine Frist von drei Jahren festgelegt und das ganze kostet 225 Euro an Gebühren.

Fazit

Es stehen zwar in vielen Haushalten Computer und das virtuelle Spiel gehört bei Jugendlichen zur alltäglichen Beschäftigung, aber oft fehlen bei Menschen digitale Grundkenntnisse. Wer in der heutigen Welt beruflich bestehen will, kommt daran nicht mehr vorbei. Der Computerführerschein ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der einzige Kritikpunkt ist die starke Dominanz der Software aus dem Hause "Microsoft", die alternative Programme nur am Rande berücksichtigt. Das entspricht aber auch der Realität in deutschen Wohnzimmern, Büros und Amtsstuben.

Autor/in:

Michael Voregger

Redaktion:

Jochim Hecker

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