s
Service Mobil: Das Handy als Navi für Bus und Bahn:
Was können Railnavigator & Co?
Was ist schlimmerer als ein verspäteter Zug? Ein unbestimmt verspäteter Zug! Oft sind der Bahn zwar Ursache und Dauer der Verspätung bekannt, doch mangels Personal kommen diese Informationen bei den Fahrgästen nicht an. Selbsthilfe ist gefragt und die ist mit einem halbwegs modernen Handy gar nicht mal kompliziert. Über die Seiten mobile.bahn.de, pda.vrr.de oder bubig.net kann man sich wirklich aktuelle Fahrzeiten aufs Handy holen. Besonders bequem soll ein Programm der Deutschen Bahn - der Railnavigator - sein. Leonardo hat sich diese "App" fürs Smartphonegeprüft.
Das mobile Internetangebot der Bahn
Bei der Bahn gibt es zum Beispiel das Portal mobile.bahn.de. Dort kann die Reiseroute inzwischen sogar von Haustür zu Haustür geplant werden. Der Reisende gibt einfach seine Adresse und Hausnummer und das Ziel ein und das Programm berechnet die Strecke, einschließlich der Länge des Fußwegs zur Haltestelle und den notwendigen Busverbindungen. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden innerhalb eines Zeitfensters von zwei Stunden auch Verspätungen und Ausfälle angezeigt.
Minutengenaue Verspätungen beim VRR
Einen ähnlichen Service bietet auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit seinem Abfahrtsmonitor pda.vrr.de an. Die Verspätungen lassen sich nach Linien filtern und werden auf die Minute genau angegeben. Auf der privaten Seite „Bus und Bahn im Griff“ (bubig.net) erhält man umfassende Informationen über die Angebote der Deutschen Bahn, die auch für das Handy angeboten werden.
Spezielle Programme für das Handy
Für Handys und Smartphones gibt es bei der Deutschen Bahn seit Jahren den so genannten Rail-Navigator. Der Name ist etwas missverständlich, da er zum Beispiel auch Busse in die Reiseplanung einbezieht. Der Rail-Navigator kann auf der Seite mobile.bahn.de angeklickt und kostenlos heruntergeladen werden (Umfang der aktuellen Version ca. 200 kB).
Das Programm bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber einer einfachen Internet-Fahrplanauskunft: Der Handybesitzer kann sich über ein ins Mobiltelefon eingebautes GPS orten lassen. D.h. die Eingabe der Startadresse entfällt. Auf der fummeligen Handytastur muss nur noch das Ziel eingetragen werden, schon spukt das Programm die passende Verbindung mit Bus und Bahn aus. Dieser Fahrplan wird gespeichert und kann jederzeit (auch ohne neue Internetverbindung) wieder aufgerufen werden.
Außerdem liefert der Navigator Umgebungskarten und detaillierte Fußwegbeschreibungen zu den Start- oder Zielorten. Dazu gibt es ausführliche Lagepläne der Bahnhöfe. Bestimmte Tickets können über das Handy gleich gebucht werden.
Navigator auch auf dem iPhone
Lange Zeit war der Navigator nicht für das iPhone geeignet, da er nur auf Handys oder Smartphones lief, welche die Programmiersprache Java unterstützen. Das hat sich geändert: Seit Dezember des vergangenen Jahres gibt es auch eine App namens "DB Navigator", die kostenlos aus dem App-Store von Apple heruntergeladen werden kann.
Nahverkehrsplaner für PDA und Smartphones
Solche Verkehrshelfer bieten allerdings auch andere an. Für den Nahverkehr gibt es zum Beispiel zum kostenlosen Download im Internet das Programm Metro, mit dem man zum Beispiel U-Bahnfahrten in Hunderten von Städten planen kann.
Bisher keine automatische Anpassung der Planung an Verspätungen
Der Rail-Navigator hat viele Funktionen, die dem Reisenden helfen, schnell und bequem ans Ziel zu kommen. Aber eine wichtige Hilfe bietet der derzeit im Internet zur Verfügung stehende Rail-Navigator noch nicht an: Verspätungen werden zwar angezeigt, aber die aktuelle Verbindung wird nicht automatisch angepasst, das heißt, der Navigator liefert nicht eigenständig alternative Fahrpläne. Daran wird derzeit im Auftrag der Deutschen Bahn gearbeitet. Eine neue Version des Rail-Navigator, an der Wissenschaftler der RWTH Aachen arbeiten, wird zudem viele neue Funktionen enthalten.
Nutzerfreundlicheres Programm
Der Navigator soll vor allem bedienungsfreundlicher werden, damit auch technische Laien gut damit zurecht kommen. Dazu werden unter anderem akustische Signale eingesetzt. Wenn also während der Fahrt durch Verspätung oder Ausfall eines Zuges eine Fahrplanänderung notwendig ist, dann wird das mit einem Piepsen signalisiert und man kann den DB-Railnavigator auf dem Mobilgerät noch einmal starten. Er bietet dann mögliche Reisealternativen an.
Neue Möglichkeiten
Zu den neuen Angeboten des Rail-Navigator wird auch eine so genannte take-me-home-Funktion gehören, so der Informatikexperte Karl-Heinz Krempels von der RWTH Aachen. Sie soll beispielsweise Ortsunkundigen in einer fremden Großstadt helfen. Man drückt einfach diese Taste am Handy und dann werden ausgehend von der aktuellen Position Verkehrsverbindungen bis zur eigenen Haustür herausgesucht. Außerdem können demnächst auch Fahrräder über das Programm gemietet und über die Mobilfunkrechnung bezahlt werden. Nach Auskunft der Deutschen Bahn sollen diese Funktionen noch in diesem Jahr in einer neuen Version des Rail-Navigator zur Verfügung stehen. Einen genauen Zeitpunkt konnte das Unternehmen aber noch nicht nennen.
Autor/in:
Ingo Wagner
Redaktion:
Martin Gent







