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Die Kleine Anfrage: Warum wird Rasen unter einer Schneedecke nicht gelb?
Moderation: Martin Winkelheide
Die Kleine Anfrage hat einen Report losgeschickt, in den Bonner Hofgarten. Auf den ausgedehnten Rasenflächen soll er das Grün unter die Lupe nehmen und eine Frage klären, die uns aus Königswinter erreichte: Wenn man einen Gartenschlauch oder etwas ähnliches länger auf dem Rasen liegen lässt, dann wird das Gras drunter gelb. Warum bleibt das Gras aber grün, wenn wochenlang eine Schneedecke auf ihm liegt?
„Hach, ist der Rasen schön grün!“ So mancher Gartenbesitzer kann sich im Frühling und Sommer an einem satten und perfekt gepflegten Grün erfreuen. Damit der Rasen schön bleibt, wird er regelmäßig gemäht und an heißen Tagen bewässert. Doch bleibt der Gartenschlauch danach länger mal auf dem Rasen liegen, ahnt der stolze Gartenbesitzer schon, was ihm blüht: Eine gelbe Schlange windet sich dort, wo vorher der Gartenschlauch auf dem Grün lag.
Von Grün zu Gelb
Der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, ist für Pflanzen lebenswichtig. Denn mit ihm können sie Photosynthese betreiben: Aus Licht, Wasser und CO2 gewinnen sie Energie. Liegt ein Gegenstand über viele Stunden auf dem Gras, leiden die Pflanzen unter Lichtentzug. Auch der Gasaustausch ist behindert. CO2 kann nicht aufgenommen, Sauerstoff nicht abgegeben werden. Folge: Das Gras stirbt ab, das Chlorophyll wird abgebaut. Wie bei den Laubblättern im Herbst, erscheinen die abgestorbenen Teil gelblich.
Unter Weiß bleibt meist Grün
Im Winter fährt die Pflanze den Stoffwechsel auf den so genannten Erhaltungsstoffwechsel herunter; sie hält eine Art Winterschlaf. Durch eine Schneedecke fällt noch genügend Licht, um den reduzierten Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Im Schnee ist außerdem noch genügend Luft gebunden, so dass auch der Gasaustausch funktioniert. Zwischen Schneedecke und Gras befindet sich zusätzlich eine dünne Luftschicht. Die Gräser können also auch unter dem Schnee noch Photosynthese betreiben.
Dichtes Deckweiß macht aber Gelb
Generell gilt: Eine lockere Schneedecke schützt sogar die darunter liegende Vegetation. Der Schnee isoliert die Pflanzen, schützt also vor Kälte. Fröste über einer Schneedecke kann die Pflanze sehr viel leichter vertragen als Kahlfröste, also frostige Temperaturen ohne Niederschlag in Form von Schnee. Eine dicke, festgetrampelte Schneedecke kann dazu führen, dass weder Licht noch Luft an die Pflanze herankommt. Hält dieser Zustand länger an, sterben die Gräser ab.
Rasen zum Schauen, Spazieren oder Spielen? Die Mischung macht’s!
Das Bundessortenamt hat über 375 Gräsersorten für verschiedene Rasen geprüft. Die Nutzungsart entscheidet, aus welchen Gräsern sich die Rasensaatgutmischung zusammensetzt. Im Zierrasen stecken z.B. viele Rotschwingel-Gräser, deren Blätter sehr fein, aber auch trittempfindlich sind. Das Wiesenrispengras dagegen kommt häufiger auf Fußballfelder und Golfplätzen zum Einsatz, weil es sehr strapazierfähig ist. Und sollen Rasenlöcher „gestopft“ werden, empfiehlt sich das schnell wachsende Weidelgras.
Autor/in:
Christian Eßer
Redaktion:
Martin Gent





![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







