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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 10.04.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Ein Raucher zieht an einer so genannten E-Zigarette; Rechte: dapd

 Genuss- oder Arzneimittel?

Service Gesundheit: Der Streit um die E-Zigarette

Doch etwas mehr als heiße Luft?

Moderation: Marlis Schaum

Seit Hollywood-Stars wie Johnny Depp oder Katherine Heigl auf der Leinwand und im echten Leben sie benutzen, liegen E-Zigaretten auch bei uns im Trend - und sorgen für Streit: Sind E-Zigaretten vergleichsweise ungefährlich oder eher problematisch?

Anders als normale Zigaretten

Beim Rauchen herkömmlicher Zigaretten verbrennt Tabak. Dabei entstehen Schadstoffe wie Teer, der die Atemwege verklebt, oder Kohlenmonoxid, das die Sauerstoffzufuhr im Körper hemmt. 70 Stoffe im Tabak gelten als krebserregend. Bei der E-Zigarette wird nichts verbrannt: Hier wird ein Flüssigkeitsgemisch verdampft, in dem – je nach Geschmack und Vorliebe - auch Nikotin in unterschiedlichen Konzentrationen vorhanden sein kann.

Die Technik, die dahinter steckt

Die E-Zigarette hat einen Akku, ein Flüssigkeitsdepot zum Auffüllen und eine Pumpe. Wenn man am Mundstück zieht, entsteht ein Luftstrom, der den Erhitzungsprozess in Gang setzt. Je nach Model glimmt die E- Zigarette auf, wenn man sie in Betrieb nimmt. Es knistert ein bisschen und dann entweicht Dampf, der durch eine kleine Nebelmaschine erzeugt wird. Dieser feine Nebel wird als Aerosol vom Raucher eingeatmet. Wird nicht mehr am Mundstück gesogen, schaltet sich die Zigarette automatisch aus.

Was im Dampf zu finden ist

Werden Flüssigkeiten verdampft, die Nikotin enthalten, sind Kopfschmerzen, Übelkeit oder Benommenheit, Erbrechen oder Durchfall mögliche Nebenwirkungen. Das Aerosol besteht allerdings zu bis zu 90 Prozent aus Propylenglykol, einem Stoff, der für die Reizung der Atemwege verantwortlich ist. Deshalb können auch Aerosole ohne Nikotin, aber mit unterschiedlichen Aromen wie Mango-Apfel, Menthol und Muskat, Amaretto oder Cola Beschwerden verursachen. Diese Aromen sind zudem nur im Lebensmittelbereich erprobt. Ob sie inhaliert gut vertragen werden, ist nicht klar. Außerdem warnen Wissenschaftler und Jugendschützer: Erdbeeraroma, Zimt, Vanille haben eine positive Wirkung auf Kinder und Jugendliche, die möglicherweise so durch die E-Zigarette zum Einstieg in den Tabakkonsum animiert werden.

Experten zur Gesundheitsfragen

Die E-Zigarette enthält bei weitem nicht so viele verschiedene gefährliche Stoffe wie Tabak. Ein Argument der Befürworter: Ein bisschen Propylenglykol in der Lunge sei immer noch besser als die geballte Ladung Benzol, Formaldehyd oder Nitrosamin, die einer gewöhnlichen Zigarette entströmt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), aber auch das Bundesamt für Risikobewertung mahnen dagegen zur Vorsicht im Umgang mit E-Zigaretten. Die Wirkung von E-Zigaretten sei noch nicht ausreichend erforscht. Langzeitbeobachtungen lägen noch nicht vor.

Autor/in:

Dorothea Brummerloh

Redaktion:

Monika Kunze

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