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Ein Lied mit Ohrwurm-Qualitäten hat meist folgende Eigenschaften: Eine eingängige, einfache Melodie, ein leicht zu merkender Text und außerdem ist er gerade ständig zu hören - im Radio oder sonst wo. Doch was passiert eigentlich im Gehirn, wenn man einen Ohrwurm hat? Das wollte unsere Hörerin Ina Susanna Hirschfeld wissen, und auch, wie man denn diese "dauergeschaltete Hörschleife" wieder los werden kann.
Handelt es sich um eine angenehme Melodie, fällt er gar nicht weiter auf. Doch die meisten Menschen schenken einem Ohrwurm vor allem dann Aufmerksamkeit, wenn er nervt. Schuld an dem ungebetenen Gast ist das Erinnerungsvermögen unseres Gehirns. Bekannte Lieder mit eingängiger Melodie und leicht zu merkendem Text sind nach einigen Wiederholungen in unserem Gehirn gespeichert. Wenn man ein bekanntes Lied hört und es plötzlich abbricht, arbeitet der Teil des Gehirns, der für die akustische Verarbeitung zuständig ist, genauso weiter, als wenn das Lied noch weiter erklingen würde. Dies fanden Forscher des amerikanischen Dartmouth-College in New Hampshire heraus. Bei unbekannten Liedern ist der Gehirnteil dagegen inaktiv. Das Gehirn versucht also die Sinneswahrnehmung zu komplettieren, wenn sie ihm schon vertraut ist. Deshalb schleichen sich viele Ohrwürmer mit Vorliebe schon morgens in den Kopf: etwa am Radio, das mitten im Lied ausgeschaltet wird, weil man den Bus kriegen muss. Oder im Auto, wenn das Ziel erreicht ist. Mögliches Heilmittel: Das Lied noch einmal von Anfang bis zum Ende anhören. Oder den Eindruck überdecken mit einem anderen Lied, das auch eingängig ist, aber völlig anders klingt.
Autor/in:
Verena von Keitz
Redaktion:
Martin Gent





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