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Welche Universität ist die beste? Die Antwort auf diese Frage versprechen etliche Hochschulrankings, die in der Regel kurz vor Semesterbeginn veröffentlicht werden. Die betroffenen Universitäten und Fachhochschulen verschicken dann gerne Mitteilungen, in denen sie sich wahlweise für ihre gute Platzierung loben oder aber in denen sie die Methodik der Rangliste kritisieren, weil sie gerade nicht so gut abgeschnitten haben. Doch inwieweit taugen solche Ranglisten als Entscheidungshilfe für Schüler und Studienanfänger?
Hochschul-Rankings – was ist das genau?
Hinter Hochschul-Rankings steht die Idee, die Leistungen von Unis bzw. Fachhochschulen miteinander zu vergleichen. Im angelsächsischen Raum ist das schon seit langem ein Instrument, mit dem – jedenfalls dem Anspruch nach – die Qualität von akademischen Einrichtungen verglichen wird. Das erste deutsche Uni-Ranking wurde 1989 vom „Spiegel“ veröffentlicht; seither haben immer mehr Zeitschriften das Thema für sich entdeckt und veröffentlichen Ranglisten ganzer Hochschulen oder auch nur einzelner Fachbereiche.
Die beste Hochschule – gibt’s das wirklich?
Die generelle Aussage, eine Hochschule sei besser als die andere, lässt sich so natürlich nicht treffen. Es kommt ganz darauf an, unter welchen Gesichtspunkten man diesen Vergleich zieht. Geht es um das Ansehen bei Personalchefs und um deren Meinung über die Qualität der Absolventen? Geht es um die Bewertung durch Studierende, die die Situation vor Ort kennen? Geht es um scheinbar harte Faktoren wie das Betreuungsverhältnis, die Zahl der Doktoranden und die Öffnungszeiten der Bibliotheken? Schon diese kleine, absolut unvollständige Auswahl von Fragestellungen zeigt, dass jedes Ranking anders interpretiert werden muss.
Wie muss man solche Rankings lesen?
Wichtig ist es, die Methodik und die Fragestellung des Rankings zu beachten. Geht es um die Meinung von möglichen Arbeitgebern? Oder sollen Wissenschaftler die Leistungen ihrer Forscherkollegen bewerten? Oder sind es die Studenten selbst, die eine Meinung äußern, obwohl sie vielleicht nur eine oder zwei Unis überhaupt näher kennen? Wer sich den Fragenkatalog anschaut, auf dem eine Rangliste basiert, wird sehr schnell feststellen, wie das Ranking zu lesen ist. Das aktuelle QS-Ranking der vermeintlich weltbesten Universitäten etwa misst vor allem internationale Sichtbarkeit – für Studienanfänger ist das vielleicht nicht unbedingt ein Hauptkriterium bei der Entscheidung für oder gegen eine Hochschule.
Welche Rankings lassen sich als Entscheidungshilfe nutzen?
Aus Sicht einer Abiturientin oder eines Studienanfängers wird es zunächst einmal vor allem darum gehen, konkrete Angaben über die Studienbedingungen vor Ort zu erhalten – vom Betreuungsverhältnis bis zu den Lebenshaltungskosten, von der Ausstattung der Uni bis zu möglichen Auslandsaufenthalten. Welche Rankings solche Angaben enthalten, lässt sich der Übersicht des „Centrums für Hochschulentwicklung“ entnehmen. Andererseits ist es fraglich, ob ein Studienanfänger wirklich rein nach der Platzierung einer Universität in einem Ranking entscheidet, wo er studieren will – denn oft spielen ja auch regionale Aspekte eine Rolle. Die entscheidenden Informationen lassen sich also noch besser vor Ort im Gespräch mit anderen Studierenden und mit Vertretern der jeweiligen Hochschule erfragen. So gesehen kann ein Ranking ergänzende Informationen liefern – als alleinige Entscheidungsgrundlage taugt es eher nicht.
Gute Forschung = gute Lehre?
Dass eine Universität in einem Forschungsranking gut abschneidet, bedeutet nicht unbedingt, dass sie auch bei den Studienbedingungen „top“ ist. Es gibt keinen Automatismus, dass gute Forschung selbstverständlich gute Lehre nach sich zieht. Auch deshalb ist gegenüber Rankings eine gesunde Skepsis angebracht, wenn man sie als Basis für die Wahl des Studienortes heranziehen will.
Autor/in:
Gespräch mit Armin Himmelrath; Fachjournalist
Redaktion:
Angelika Böhrke





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