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Service Computer: Fernsehen trifft Internet
Was kann das neue Hybrid-Fernsehen "HbbTV"?
Moderation: Marija Bakker
Versuche, das Internet aufs Fernsehgerät zu bringen, gab es in den vergangenen Jahren schon viele. Jetzt ist dafür endlich ein einheitlicher Standard da: „HbbTV“. Das Kürzel steht für „Hybrid broadcast broadband TV“. Die neue Technik liefert zu vielen TV-Programmen ab sofort die passenden Internet-Inhalte. Programmvorschau, Mediathek, ein neuer Videotext – per Knopfdruck erscheinen die Inhalte auf dem TV-Bildschirm, für die man bisher einen Computer brauchte.
Einigkeit
HbbTV ist eine europäische Initiative, an der öffentlich-rechtliche und private Sender sowie Hard- und Softwarehersteller beteiligt sind. Sobald ein Sender die zusätzlichen Informationen anbietet, werden sie auf dem Fernsehbildschirm dargestellt. Damit das möglich ist, besitzt jede Fernbedienung eines HbbTV-Gerätes eine zusätzliche rote Taste.
Eingeblendet
Sobald man diese Taste drückt, werden die zusätzlichen Informationen eingeblendet – sofern es sie zu dem betreffenden Programm gibt. Eine elektronische Programmzeitschrift zeigt an, was gerade und demnächst auf dem eingeschalteten Sender läuft; zusätzliche Infos zu den Sendungen lassen sich aufrufen.
Weil der nach wie vor sehr beliebte Teletext oder Videotext für die Darstellung auf einem modernen Fernseher nicht geeignet ist, wurde ein neuer Standard entwickelt. Videotext auf einem HbbTV-Gerät sieht daher richtig chic aus. Wer bereits zu den Nutzern der Mediatheken von ARD und ZDF im Internet gehört, der wird diese Angebote nun auch in seinem HbbTV-Gerät finden: Bereits gelaufene Sendungen lassen sich auf diese Weise bis zu sieben Tage danach abrufen.
TV-Archiv
Dabei werden die Sendungen aber nicht lokal gespeichert sondern kommen direkt über das Internet in das TV-Gerät. Im Grunde handelt es sich um die gleiche Technik, die auch am Computerbildschirm benutzt wird: gewünschte Sendung anklicken und anschauen. Nach sieben Tagen taucht die Sendung dann allerdings nicht mehr in der Mediathek auf.
Neue Hardware
Für HbbTV braucht man ein HbbTV-fähiges Gerät. Zurzeit ist der Empfang nur mit Hilfe eines digitalen Satelliten-Receivers (DVB-S) möglich – die Ausstrahlung über andere Wege ist aber in Planung. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin waren bereits zahlreiche neue Geräte zu sehen – auch HbbTV-fähige Fernsehgeräte wird es in Zukunft geben, bei denen man dann kein zusätzliches Gerät mehr braucht.
Das gesendete TV-Signal enthält eine unsichtbare Kennung, die dem Receiver signalisiert, dass zusätzliche Inhalte im Internet abrufbar sind. Zusätzlich zum Anschluss an die Satellitenschüssel wird der Receiver dann noch ans Internet angeschlossen - per Kabel, oder drahtlos per WLAN, wird dabei die Verbindung zum DSL-Router hergestellt, der in aller Regel bereits vorhanden ist. Schon mit einer „einfachen“ DSL-Leitung (2 Mbit/s) ist der Empfang von HbbTV möglich.
Preise
Man kann davon ausgehen, dass sich HbbTV – so ähnlich wie Videotext – durchsetzen wird. Damit wird es eine Vielzahl unterschiedlichster Geräte geben. Schon heute kann man einen HbbTV-fähigen Satelliten-Receiver für etwa 200 Euro kaufen. Preise für entsprechende Fernsehgeräte stehen noch nicht fest.
Autor/in:
Gespräch mit Michael Stein
Redaktion:
Joachim Hecker





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