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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 07.11.2011, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Schriftzug "CarSharing"; Rechte: WDR/dpa

 Leihen und fahren

Service Mobil: Car-Sharing privat

Pkw-Besitzer verleihen im Internet ihre Fahrzeuge an Fremde

Carsharing in Deutschland immer beliebter

Carsharing hat sich in Deutschland längst zur Boombranche entwickelt. Inzwischen gibt es rund 190.000 registrierte Nutzer – Tendenz steigend. Das Prinzip ist ganz einfach: Wer Mitglied bei einem Carsharing-Anbieter ist, kann jederzeit über das Internet oder auch unterwegs über sein Smartphone einen Wagen buchen. Der steht dann auf einem Parkplatz in der Nähe für ihn bereit. Die Kosten dafür setzen sich aus einer monatlichen Gebühr, dem Preis für die Ausleih-Zeit und die gefahrenen Kilometer zusammen.

Traditionelles Carsharing vor allem in der Stadt günstig

Die Erfahrung mit vielen Carsharing-Anbietern zeigt: Für den Innenstadtverkehr, bei dem der Nutzer den Wagen nicht lange braucht und nur wenige Kilometer fährt, ist das Angebot recht günstig. Wenn der Kunde eine längere Strecke zurücklegen muss und das Auto länger braucht, wird es schnell deutlich teurer. Hier bietet sich eine Alternative an: Das private Carsharing.

Zahlreiche Angebote für das private Carsharing

Das Besondere am privaten Carsharing ist: Hier bieten ganz normale Autobesitzer ihren Wagen an. Besonders in den letzten beiden Jahren sind viele Internetplattformen entstanden, auf denen jeder Mitglied werden kann. Anbieter wie nachbarschaftsauto.de, autonetzer.de, tamyca.de und rent-n-roll.de wollen es den privaten Autoverleihern möglichst leicht machen: Einfach ein Bild des eigenen Wagens auf die Internetseite hoch laden, ein paar Angaben dazu und der Zeitraum, in dem das Auto zur Verfügung steht – und schon können es andere Mitglieder ausleihen. Der Preis wird dann zwischen Mieter und Vermieter ausgehandelt – und ist daher häufig auch erheblich günstiger als beim traditionellen Carsharing. Er liegt zwischen 10 bis 100 Euro pro Tag. Allerdings zuzüglich der Versicherungsprämie.

Versicherung pro Tag

Denn der Mieter muss noch eine Versicherung abschließen, die für alle möglichen Schäden, die während der Fahrt an dem Wagen oder einem anderen Fahrzeug entstehen, aufkommt. Die Tagespreise für diese Versicherungen liegen in der Regel zwischen 7,50 Euro und 8,90 Euro. 

Privates Carsharing noch im Aufbau

Aber das private Carsharing steht immer noch am Anfang: Deutschlandweit bietet tamyca derzeit rund 2.000 Fahrzeuge über seine Plattform an, auf nachbarschaftsauto.de können Mitglieder zwischen 500 Fahrzeugen wählen, autonetzer bietet 250 und rent-n-roll 200 an. Dementsprechend niedrig ist auch noch der Umsatz der jungen Start-up-Unternehmen: Gewinn macht derzeit noch keines von ihnen. Dennoch sind die Ziele hochgesteckt: Das Team von Tamyca zum Beispiel will in fünf Jahren rund 50.000 Fahrzeuge über seine Plattform anbieten.

Autokonzerne als Carsharing-Anbieter

Den boomenden Carsharing-Markt wollen sich auch die großen Autohersteller nicht entgehen lassen. Sie sind zunächst vorsichtig mit kleinen Modellprojekten eingestiegen, bauen ihre Angebote inzwischen aber stark aus. VW zum Beispiel startet in Hannover mit dem Konzept Quicar, über das 270 Fahrzeuge an 50 Stationen zur Verfügung stehen. Daimler tritt in Zusammenarbeit mit Europcar mit dem Angebot car2go an. Es soll jetzt massiv erweitert und in 50 europäischen Städten etabliert werden. BMW betreibt zusammen mit dem Autoverleiher SIXT das Projekt DriveNow.

Platz für alle?

Gegen das Geld und die Marketingmacht der großen Konzerne machen die Plattformen für das private Carsharing noch einen unscheinbaren Eindruck. Aber Michael Minis, Geschäftsführer der tamyca GmbH, glaubt, dass die verschiedenen Angebote gut nebeneinander bestehen können: „Wir glauben, dass Konzepte wie Car2go von Daimler und die anderen Angebote der Autokonzerne, das traditionelle Carsharing und das private Carsharing, wie wir es betreiben, einander nicht verdrängen werden. Die unterschiedlichen Konzepte sprechen auch Menschen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen an und werden deshalb weiter nebeneinander existieren.“

Autor/in:

Ingo Wagner

Redaktion:

Martin Gent

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