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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 07.08.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Verschiedene Milchprodukte; Rechte: mauritius images /imagebroker

 Kann Beschwerden verursachen

Service Gesundheit: Wenn Milchzucker Probleme bereitet

Was tun bei Laktose-Intoleranz?

Moderation: Franz-Josef Hansel

Milch ist gesund, heißt es. Doch manche Menschen vertragen sie nicht. Ihr Verdauungstrakt rebelliert  gegen den Milchzucker, die sogenannte Laktose. Wer unter einer Milchzuckerunverträglichkeit leidet, muss in aller Regel bestimmte Lebensmittel meiden, wenn er keine Blähungen und keinen Durchfall haben will. Manchmal helfen auch Laktase-Tabletten.

Grummeln im Bauch

Typische Symptome einer „Laktose-Intoleranz“, also einer Milchzuckerunverträglichkeit, sind Bauchschmerzen, Durchfall und viel Luft im Darm. Anders als bei einer Allergie, treten keine Hautreaktionen auf und man muss auch keine Schockzustände befürchten.

Ursachen der Laktose-Intoleranz

Ursache für eine Laktose-Intoleranz ist ein Mangel an Laktase. Dieses Enzym ist eine Art Verdauungshilfe, die im Darm dafür zuständig ist, die Laktose aufzuspalten. Fehlt es an Laktase, machen sich Darmbakterien über den Milchzucker her und produzieren Gase, die Probleme bereiten.

Diagnose mit verschiedenen Tests

Wenn man Milchprodukte weglässt und sich anschließend besser fühlt, kann das ein erster Anhaltspunkt für eine Milchzucker-Unverträglichkeit sein. Laktasemangel kann der Arzt auch durch einen Laktose-Belastungstest nachweisen. Dabei muss der Patient eine laktosehaltige Flüssigkeit trinken. Anschließend wird in bestimmten Abständen sein Blutzuckerspiegel gemessen.
Beim „H2-Atem-Test“ trinkt der Patient eine Flüssigkeit. Dann wird geprüft, ob in seiner Atemluft Wasserstoff (H2) enthalten ist. Wasserstoff entsteht, wenn Laktase fehlt und deshalb Bakterien den überschüssigen Milchzucker im Darm verdauen. Das Gas gelangt über das Blut in die Lungen und wird ausgeatmet.
Die verschiedenen Testverfahren liefern gute Anhaltspunkte, aber nicht immer Ergebnisse mit gesicherter Aussagekraft.

Laktase-Mangel liegt oft in den Genen 

Der Laktase-Mangel ist häufig angeboren. Einige Menschen leiden deshalb schon als Kinder an Milchzucker-Intoleranz. Bei den Meisten entwickelt sich der Laktase-Mangel jedoch erst im Laufe des Lebens, zumeist im mittleren Lebensalter. Neben genetischen gibt es auch sogenannte „sekundäre“ Ursachen für einen Laktase-Mangel, wie z.B. Entzündungen im Darm.
Wer merkt, dass er Milch und Milchprodukte irgendwann nicht mehr richtig verträgt, sollte sich also gründlich vom Arzt untersuchen lassen.

Ernährungsumstellung kann helfen

Rezeptfreie Laktase-Tabletten gleichen den Enzymmangel aus und lindern die Symptome bei manchen Patienten. Allerdings kann die richtige Dosierung schwierig sein. Die hängt davon ab, wie viel Laktase der Betroffene selber noch produziert und wie viel Laktose im Essen steckt. Manche Patienten klagen nach einer hohen Dosis auch über Bauchschmerzen.
Was bei einer erwiesenen Laktose-Intoleranz in jedem Fall hilft, ist die Umstellung auf laktosearme Ernährung. Komplett laktosefreie Kost ist in der Regel nicht nötig.

Diät ist nicht immer ganz einfach

Laktose steckt nicht nur in Milch und Milchprodukten, sondern auch in Fertiggerichten oder Soßen. Das ist für die Betroffenen nicht immer leicht zu erkennen. Wegen solcher versteckten Laktosequellen müssen Patienten auch im Restaurant vorsichtig sein. Für den, der selber kocht, bietet der Handel allerdings eine Vielzahl laktosearmer oder auch laktosefreier Lebensmittel an. Generell gilt: Frische Milch wird schlechter vertragen als  fermentierte Produkte. Beim Käse nimmt der Laktosegehalt mit zunehmender Reifung ab. Alter Parmesan ist also verträglicher als junger Gouda.

Autor/in:

Thomas Samboll

Redaktion:

Monika Kunze

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