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Die Kleine Anfrage: Hat die Redewendung "Die Drähte laufen heiß" einen physikalischen Grund?
Moderation: Martin Winkelheide
„Die Telefone laufen heiß“ – klar, was mit diesem Satz gemeint ist: Die Apparate klingeln und klingeln, sorgen für Hektik und Betriebsamkeit. Aber warum eigentlich „heiß“? Bisher hat sich noch nie jemand beim Telefonieren verbrannt. Trotzdem benutzen wir den Ausdruck ganz selbstverständlich – immerhin nicht ohne Grund: Der Satz ist zwar ein bisschen übertrieben, hat aber eine physikalische Grundlage.
Wärme durch Reibung
Die Telefonapparate selbst entwickeln keine Wärme, aber die Drähte, die sich in den Telefonen befinden. Für die klassischen Telefone werden meist dünne Kupferdrähte verwendet. Werden diese Drähte von Strom durchflossen, geben sie Wärme ab. Das liegt daran, dass sie einen Widerstand haben, der den Stromfluss hemmt. Die Elektronen, die in dem Draht fließen, bewegen sich also nicht nur in eine Richtung, sondern ecken sozusagen in dem Draht an. Dadurch erzeugen sie eine Reibung, die sich in Wärme umsetzt.
Kaum spürbarer Temperaturanstieg
Die Wärme, die ein Kupferdraht in einem Telefon entwickelt, ist in der Regel zu gering, als dass man sie bemerkt. Aber dort, wo sich besonders viele Drähte befinden, die von Strom durchflossen werden, kann die Temperatur durchaus ansteigen. Zum Beispiel in einer mechanischen Vermittlungsstelle. Dort wurden bis in die 90er Jahre Telefon-Verbindungen aufgebaut.
Mehr Verbindungen – mehr Wärme
In einer mechanischen Vermittlungsstelle spielen Relais eine wichtige Rolle. Relais sind Spulen aus Draht. Wenn sie von Strom durchflossen werden, wirken sie elektromagnetisch und schließen einen Schalter. Dieser Schalter stellt den Kontakt zwischen zwei Telefonanschlüssen her. Je mehr Telefon-Verbindungen hergestellt werden, desto mehr Strom fließt durch die Drähte.
Eher „warm“ als „heiß“
Wenn einige Hundert Verbindungen bestehen, wird es in der mechanischen Vermittlungsstelle spürbar warm. Von „heiß“ kann zwar nicht direkt die Rede sein – aber das ist auch gut so. Denn je wärmer ein Draht wird, desto schlechter wird die Leitungsqualität. Ein Grund, warum bislang vor allem Kupferdraht verwendet wurde: Kupfer ist besonders leitfähig.
Autor/in:
Anne Allmeling
Redaktion:
Martin Gent
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![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)






