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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 06.09.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Yorkshire-Terrier, Norwegische Waldkatze, Coronet-Meerschweinchen, Goldhamster und Zwergwidderkaninchen; Rechte: picture alliance /Arco Images

 Verschiedene Blutgruppensysteme

Die Kleine Anfrage: Haben Tiere auch Blutgruppen?

Moderation: Franz-Josef Hansel

Dass es Rhesusaffen und einen Rhesusfaktor gibt, nährt den Verdacht, dass es auch bei Tieren Blutgruppen geben könnte. Aber vielleicht nur bei Säugetieren? Und immer nach dem AB-Null-System?

Auch Tiere haben Blutgruppen

Beim Hund sind derzeit 13 Systeme bekannt. Bei noch genauerer Erforschung könnten sogar noch weitere entdeckt werden. Bei der Katze werden derzeit drei Blutgruppen unterschieden, bei Pferden sind es acht Systeme.

Problem Bluttransfusion

Wie beim Menschen können auch bei manchen Tierarten bei Transfusionen schwerwiegende Probleme auftreten. Allerdings meist weniger gravierend als bei uns, denn oft wird die erste Transfusion von Fremdblut recht gut vertragen. Hunde reagieren weniger empfindlich auf andersartiges Spenderblut als zum Beispiel Katzen. Bei denen ist auch die Ausgangslage deutlich ungünstiger. 96 Prozent aller Stubentiger haben Blutgruppe A, was den vier Prozent mit den anderen beiden Blutgruppen im Ernstfall das Leben schwer macht.

Verträglichkeitstests

Tierärzte können die Verträglichkeit im Vorfeld testen. Dazu vermischen sie Spenderblut und Empfängerblut und überprüfen unter dem Mikroskop, ob eine Verklumpung stattfindet. Ist das der Fall, besteht eine Unverträglichkeit und man sollte das Blut nicht übertragen. Lässt sich das aber ohne Weiteres vermischen, besteht im Normalfall keine Gefahr.

Vater, Mutter, Kind

Auch bei der Fortpflanzung können die Blutgruppen eine Rolle spielen. Das Muttertier entwickelt Antikörper gegen die Blutgruppe des Jungtieres, wenn der Vater eine andere Blutgruppe vererbt. Diese Antikörper werden entweder bereits während der Trächtigkeit übertragen oder aber erst mit der ersten Milch nach der Geburt. Die Antikörper, welche die Mutter entwickelt, zerstören die roten Blutkörperchen des Jungtieres. Das kann für kleine Katzen zum Beispiel sehr gefährlich sein, eine schwere Gelbsucht verursachen oder sogar zum Tode führen. Allerdings gibt es auch hier Abhilfe, wenn die Problematik bekannt ist.
In den ersten Lebenstagen werden die Jungen dann per Flasche ernährt. Der Mutter wird die erste Milch abgepumpt. Wenn man die Jungen erst am 2. oder 3. Tag wieder säugen lässt, hat sich bis dahin die Darmschranke geschlossen und eine Übertragung von Antikörpern findet nicht mehr statt.

Autor/in:

Andrea Hansen

Redaktion:

Martin Gent

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