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Service Computer: Konkurrenz für die Fernbedienung
Smartphones steuern Fernseher und DVD-Spieler
Moderation: Marija Bakker
Die Fernbedienung im Wohnzimmer kann meistens nicht mehr als "Fernseher an, Fernseher aus, lauter, leiser, umschalten". Das ändert sich aber langsam, das zeigt sich derzeit auch auf der IFA 2012 in Berlin: Es gibt Fernbedienungen mit Touchpad, auf dem man mit einem Fingerstreich das Programm umschalten kann. Oder Fernseher, die so ähnlich wie bei Spielkonsolen auf Gesten und Bewegungen reagieren. Aber bei solchen Geräten tut sich noch mehr: Smartphones und Tablet-Computer können mit speziellen Apps die „normale“ Fernbedienung inzwischen ganz ersetzen.
Voraussetzung: Der richtige Fernseher
Smartphones oder Tablet-Computer lassen sich nur für neuere Geräte als Fernbedienung nutzen. Sie können sich übers Internet im Netzwerk zuhause miteinander verbinden. Bei Fernsehern, die älter sind als etwa zwei Jahre, funktioniert diese Fernsteuerung in der Regel nicht.
Für die neuen Geräte liefern die Hersteller zwar immer noch eine herkömmliche Fernbedienung mit. Zusätzlich bieten zum Beispiel Samsung, Grundig oder Philips für ihre Fernseher kostenlose Fernbedienungs-Apps an – sowohl für iOS- als auch für Android-Betriebssysteme.
Wer einen älteren Fernseher hat und ihn mit dem Smartphone bedienen will, muss tricksen: Die Fernsteuerung funktioniert dann nur zum Beispiel über einen internettauglichen Blu-Ray-Spieler, über einen Zusatzsender und Bluetooth oder über einen Infrarot-Adapter, der ans Handy gesteckt werden kann.
Da punktet die App
Da die Verbindung nicht über Infrarot, sondern übers WLAN aufgebaut wird, funktioniert die Fernbedienungs-App überall innerhalb des Netzes. Man muss also nicht mehr direkt vor dem Fernseher sitzen, um ihn fernzusteuern. Das hat auch den Vorteil, dass mit der App ebenfalls steuerbare Geräte wie Receiver im Schrank verstaut werden können: Freier Blickkontakt zur Fernbedienung ist dann nicht mehr nötig.
Mit den Apps von Geräteherstellern wie Panasonic kann man zwischen Fernsehbild und Smartphone-Display hin- und herschalten. Dann bietet die Smartphone-Fernsteuerung deutlich mehr als eine herkömmliche Fernbedienung: Das Fernsehbild kann mit einem Fingerwisch aufs Smartphone oder Tablet übertragen werden. Und wer Fotos oder Internetvideos nicht nur im Mini-Format anschauen will, kann sie mit einer Handbewegung wiederum auf dem Fernseher zeigen. Hilfreich beim Surfen ist außerdem die eingeblendete Tastatur, mit der sich Webadressen auf dem Smartphone viel schneller eintippen lassen als mit den Buchstabentasten der Fernbedienung.
Wer das Smartphone als Fernbedienung nutzt, kann sich mit der App alles nach Wunsch einstellen: von der persönlichen Anordnung der Bedienfelder bis zur individuellen Senderreihenfolge. Der Streit ums Fernsehprogramm ist damit aber nicht zu Ende: Man kann nämlich mehrere Benutzer für ein Gerät anlegen. Wenn dann zwei vor dem Fernseher sitzen, und ihn per App fernsteuern, arbeitet er einfach einen Befehl nach dem anderen ab – egal, von wem er kommt.
Trotzdem kein Muss
Wer den Fernseher nur zum Fernsehen nutzt, der wird vermutlich auch weiterhin gut mit der normalen Fernbedienung auskommen. Die Smartphone-Fernbedienung fürs einfache Zappen oder zum Lauter- oder Leiserschalten ist in diesen Fällen sogar umständlicher: Bis die Tastensperre raus ist, die App gestartet und der Menüteil rausgesucht ist, hat man mit der normalen Fernbedienung wahrscheinlich schneller den Ton ausgestellt.
Für Manche ist möglicherweise auch die Steuerung ohne die gewohnten Knöpfe der Fernbedienung unpraktisch oder zumindest ungewohnt: Die Fernbedienung lässt sich mit Gefühl auch leicht blind steuern, das Smartphone-Display eher nicht.
Unpraktisch ist, dass die Hersteller von Fernsehern oder Audioanlagen immer nur Apps für die eigenen Marken anbieten. Wer den Loewe-Fernseher im Wohnzimmer und die Pioneer-Anlage im Schlafzimmer hat, braucht für beide Geräte jeweils die passende App. Da das den Herstellern aber helfen könnte, Kunden zum Kauf weiterer Geräte ihrer Marke zu bringen, rechnen Fachleute eher nicht damit, dass es bald eine „Universalfernbedienungs-App“ für alle Marken geben wird.
Autor/in:
Susanne Hagen
Redaktion:
Joachim Hecker





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