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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 05.01.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Mutter hilft Sohn bei Schularbeiten; Rechte: Mauritius Images

 Unterstützung tut gut

Service Bildung: Wie schaffe ich es, mein Kind alleine zu erziehen?

Elternkurse für Alleinerziehende

Moderation: Martin Winkelheide

Allein im vergangenen Jahr gingen in Deutschland über 180 000 Ehen in die Brüche. Eine Rekordzahl. Zurück bleiben dann meist Rumpffamilien, in denen die Mütter die Kinder allein erziehen. Das ist für alle Betroffenen anstrengend. Alleinerziehende Mütter haben nicht nur ein hohes Armutsrisiko, sie leiden auch häufiger unter Depressionen und chronischen Erkrankungen. Die Kinder reagieren auf die Stresssituation oft mit auffälligem Verhalten. Als Erziehungshilfe gibt es seit einiger Zeit bundesweit so genannte PALME-Elterntrainingskurse. 

Mehr Selbstvertrauen für alleinerziehende Mütter

PALME, das heißt „Präventives  Elterntraining für Alleinerziehende Mütter geleitet von Erzieherinnen“. In diesen Kursen sollen Frauen, lernen mit ihrem anstrengenden Erziehungs- und Lebensalltag besser klar zu kommen. Das Gefühl, als Mutter zu versagen, mit Problemen allein gelassen zu sein, haben viele alleinerziehende Frauen. Einsamkeit, Schuldgefühle und mangelndes Selbstbewusstsein sind die Folgen.  Aus diesem Teufelskreis soll der Trainingkurs heraushelfen. Das PALME-Konzept wurde am Institut für Psychosomatische Medizin der Universität Düsseldorf entwickelt. 

Die vier Kursmodule

Der Kurs  besteht aus 20 Gruppensitzungen (je 90 Minuten) und ist in vier Einheiten gegliedert:

Im Modul 1 geht es um die Selbstwahrnehmung der alleinerziehenden Mütter. Es wird über Belastungen, Fähigkeiten, persönliche Schwierigkeiten und die dazugehörenden Emotionen gesprochen. Die emotionale Stabilisierung der Mütter ist sozusagen das Fundament der Trainingskurse.   
 
Im Modul 2 steht die Situation des Kindes im Mittelpunkt. Rollenspiele sollen den Müttern helfen, sich in ihr Kind einzufühlen und dessen Bedürfnisse besser zu verstehen.

Im Modul 3 wird die Gesamtsituation der Familie betrachtet. Hier geht es vor allem um die Rolle des Ex-Partners und dessen Bedeutung für das Kind. Dabei sollen die Mütter vor allem lernen, ihre Elternverantwortung von der gescheiterten Liebesbeziehung zu trennen. 

Im Modul 4 werden praktische Erziehungsregeln für typische Alltags- und Erziehungsprobleme erprobt und geübt. Über Regeln und Ritualen sollen die alleinerziehenden Mütter besser mit Konfliktsituationen zurechtkommen.  

Zu allen Trainingsmodulen gibt es Übungen als „Hausaufgaben“ für die Teilnehmerinnen.

Elterntraining ist erfolgreich

Vor einiger Zeit wurde die Wirksamkeit der PALME-Kurse in einer wissenschaftlichen Studie untersucht. Die Ergebnisse waren positiv. So litten zum Beispiel fast 40 Prozent der Teilnehmerinnen zu Beginn des Elterntrainings an stressbedingten Körperbeschwerden (vor allem an Rückenschmerzen). Nach den Kursen waren es nur noch vier Prozent. Auch Depressionen und Ängste gingen bei den Müttern stark zurück. Bei den Kindern reduzierte sich das stressbedingte Problemverhalten. 
     
PALME-Kurse sind kostenlos

Das PALME-Elterntraining läuft in wöchentlichen Kursen über ein halbes Jahr und ist für die Frauen kostenlos. Finanziert wird das Programm über die jeweilige Kommune. Parallel zu den Kursen gibt es immer eine kostenlose Kinderbetreuung. Kontakt zu PALME-Gruppen bekommt man über Kindergärten, Familienzentren und Jugendämter. Das Erziehungstraining wird mittlerweile bundesweit von Kommunen angeboten; über 300 Erzieherinnen wurden dafür inzwischen speziell geschult. Zielgruppe für das Elterntraining sind alleinerziehende Mütter mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter.

Autor/in:

Sigrid Müller

Redaktion:

Angelika Böhrke

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