s

Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 05.01.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Erdkugel und Maßband; Rechte: WDR/mauritius images/dpa [m]

 Schwer zu schätzen?

Die Kleine Anfrage: Wie konnten die alten Griechen den Erdumfang abschätzen?

Moderation: Martin Winkelheide

Dass die Erde eine Kugel ist, wussten schon die alten Griechen. Aber welchen Umfang diese Kugel hat – das blieb ihnen lange Zeit verborgen. Bis vor etwa 2300 Jahren. Damals berechnete der griechische Gelehrte Eratosthenes von Kyrene den Umfang der Erde. Das konnte er nur, weil er sehr viel wusste und sich mit verschiedenen Wissenschaften beschäftigte.

Studium der Wissenschaften

In einer Zeit, in der es noch keine gebundenen Bücher gab und in der noch auf Papyrusrollen geschrieben wurde, leitete Eratosthenes die Bibliothek von Alexandria. Er sammelte und ordnete die Schriften in der bedeutendsten wissenschaftlichen Bibliothek der Antike  - und beschäftigte sich unter anderem mit Mathematik, Geschichte, Astronomie und Philosophie.

Genaue Beobachtung

Heute gilt Eratosthenes vor allem als Gründer der wissenschaftlichen Geographie. Denn es gelang ihm, den Erdumfang zu messen. Und das ging so: Eratosthenes beobachtete, dass im nordägyptischen Alexandria eine Säule einen Schatten warf – sogar mittags am Tag der Sonnenwende, wenn die Sonne fast senkrecht steht. In der südägyptischen Stadt Syrene dagegen fiel im selben Moment kein Schatten.

Messung mit einer Art Sonnenuhr

Diesen Unterschied nutzte Eratosthenes. Er installierte in beiden Städten ein einfaches Messgerät, eine Art Sonnenuhr, mit der er die Schattenlänge und so den Sonnenstand bestimmen konnte. Und er stellte fest: Wenn die Sonne in Syrene genau senkrecht steht, beträgt ihr Einfallswinkel im nördlicheren Alexandria etwa sieben Grad. Das entspricht dem Fünfzigstel eines Kreises. Daraus schloss Eratosthenes: Der Abstand zwischen Alexandria und Syrene beträgt ein Fünfzigstel des Erdumfangs.

Berechnung des Erdumfangs

Jetzt konnte Eratosthenes den gesamten Erdumfang bestimmen. Denn er kannte auch den ungefähren Abstand zwischen Alexandria und Syrene, dem heutigen Assuan. Damals sprach man von 5000 Stadien, heute von etwa 850 Kilometern. Diesen Abstand zwischen Alexandria und Syrene multiplizierte Eratosthenes mit 50. Dem tatsächlichen Wert des Erdumfangs von etwa 40.000 Kilometern kam er so sehr nahe. Seine Berechnung war also ziemlich genau – und gehört zu den bekanntesten wissenschaftlichen Leistungen des Altertums.

Autor/in:

Anne Allmeling

Redaktion:

Martin Gent

Unsere Audios und Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.adobe.com/go/getflashplayer_de

Die Kleine Anfrage: Wie konnten die alten Griechen den Erdumfang abschätzen?

Beitrag herunterladen

Manuskript

vorheriger Beitrag vorheriger Beitrag

nächster Beitrag nächster Beitrag




Heute im Studio

Marija Bakker

Küchenexperimente

Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]

Zur Übersicht [mehr]

Leonardo

Bildergalerien [mehr]

Die Kleine Anfrage

Service - Die Kleine Anfrage. Symbolbild: Ein Straßenschild mit Fragezeichen und Pfeil nach oben unter hellblauem Himmel; Rechte: WDR

Hörer fragen, Leonardo antwortet [mehr]

Die Kleine Anfrage [Quiz]

Leonardo

Leonardo-Serien [mehr]

Radio zum Mitnehmen

Blaues Ohr mit Ohrstöpsel mit von ihm ausgehenden Sendewellen vor blauem Hintergrund (Rechte: WDR)

Leonardo als Podcast [mehr]

Podcast Leo 2 Go

Leo 2 Go

Lange & Winkelheide [mehr]

Die Durchblicker

Wissens-Reportagen von der Ostsee bis zum Bodensee [SWR.de]

WDR Wissen

WDR Wissen

Multimedial [mehr]