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Die Kleine Anfrage: Warum klingt die Stimme morgens nach dem Aufstehen anders als tagsüber?
Moderation: Martin Winkelheide
Morgens nach dem Aufstehen klingt unsere Stimme oft dumpfer und tiefer als später am Tag. Mitunter ist sie auch belegt oder sogar ein bisschen heiser. Das hat meistens einen einfachen Grund.
Verlagertes Körperwasser
Abhängig davon, ob wir sitzen, stehen oder liegen, lagert sich das Körperwasser unterschiedlich ab. Nachts, wenn der Kopf auf dem Kissen ruht, liegt er im Verhältnis zur Pumpfunktion des Herzens zu tief. In Kopf und Hals sammelt sich mehr Wasser an. Im Bereich des Kehlkopfs kommt es zu Gewebeschwellungen.
Feinste Schwingungen
Die Schwingfunktion des Kehlkopfs ist sehr fein abgestimmt. Schon kleine Wassermengen können reichen, um die Stimme zu verändern. Die Stimmlippe, ein dünnes Bändchen, wird dann nämlich dicker. Dadurch ändert sich auch die Frequenz, also die Tonhöhe, in der sie schwingt. Die Stimme klingt dunkler.
Nach dem Aufstehen
Nach dem Aufstehen verlagert sich das Körperwasser langsam wieder. Es läuft quasi der Schwerkraft hinterher. Der Kehlkopf wird wieder schlanker und kann leichter schwingen. Die Stimme wird heller und klarer. Das dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden.
Alkohol und Nikotin
Es gibt noch andere Gründe für eine morgendliche Stimmveränderung. Wer abends kräftig gefeiert und dazu laut gesprochen, viel getrunken und geraucht hat, wacht morgens häufig mit einer verkaterten Stimme auf. Alkohol und Nikotin führen zu Entzündungen im Kehlkopf, die ebenfalls Schwellungen und damit Frequenzänderungen nach sich ziehen.
Refluxerkrankung
Bei dieser Erkrankung fließt nachts beim Liegen ein säurehaltiges Sekret aus dem Magen in die Speiseröhre. Da diese an den Kehlkopf grenzt, wird er mit geschädigt. Betroffen ist vor allem der hintere Teil, der für die Bewegung der Stimmlippen zuständig ist. Dort bildet sich eine Entzündung mit Rötungen und Schwellungen, die die Stimmfunktion deutlich beeinträchtigt.
Abhilfe schaffen
Bei der Refluxerkrankung sollte der Patient vor dem Schlafengehen nichts mehr essen und keinen Alkohol trinken. Oft hilft es auch, den Kopfteil des Bettes anzuheben, so dass es ein bisschen schräg steht. Bei Bedarf werden außerdem Säure blockierende Medikamente gegeben.
Warm Up für die Stimme
Wer morgens schneller wieder eine fitte Stimme haben möchte, kann dazu ein kleines Aufwärmtraining absolvieren. Das beginnt damit, dass man sich zunächst ein wenig räkelt und streckt, gähnt und schluckt, um die gesamte Hals- und Kopfmuskulatur zu lockern und zu entspannen. Dann geht es weiter mit speziellen Übungen, die den Stimmklang, die Resonanz, die Lautstärke und die Stimmlage verbessern. Es ist sinnvoll, sich diese Übungen von einem Logopäden, der Experte für die Stimme ist, zeigen zu lassen. Denn sonst läuft man Gefahr, bei falsch ausgeführten Übungen die Stimme zu schädigen.
Autor/in:
Miriam Schack
Redaktion:
Martin Gent
Die Kleine Anfrage: Warum klingt die Stimme morgens nach dem Aufstehen anders klingt als tagsüber?






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