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Service Gesundheit: Arthrose im Großzehengelenk - Wenn der 'dicke Onkel' zwickt
Moderation: Martin Winkelheide
Der große Zeh ist im Gelenk geschwollen und gerötet. Er schmerzt, besonders beim Abrollen und in engen Schuhen, und wird immer unbeweglicher. Dahinter steckt ein Leiden, das häufiger Männer trifft als Frauen: Arthrose im Großzehen-Grundgelenk, auch "Hallux rigidus" genannt. Aber: Eine Operation kann helfen. Und manchmal klappt das Gehen auch wieder mit speziellen Einlagen. Der große Zeh ist im Gelenk geschwollen und gerötet. Er schmerzt, besonders beim Abrollen und in engen Schuhen, und wird immer unbeweglicher. Dahinter steckt ein Leiden, das häufiger Männer trifft als Frauen: Arthrose im Großzehen-Grundgelenk, auch Hallux rigidus (steifer Großzeh) genannt.
Fußball oder Fehlhaltung
Warum es dazu kommt, können auch die Ärzte nicht immer sagen. Manchmal schädigen Gicht und Rheuma das Zehengelenk, manchmal starke Belastungen wie beim Fußball oder Balletttanz. Auch angeborene Fehlhaltungen, wie eine mangelnde Beweglichkeit des Sprunggelenks oder eine Fehlstellung des Großzehs, können das Zehengelenk auf Dauer überlasten. Ebenso kann ein bestehender Schiefstand des großen Zehs zu einem Verschleiß des Zehengrundgelenks führen. Schmerzen entstehen dadurch, dass sich der Knorpel im Gelenkspalt abnutzt und schließlich Knochen auf Knochen reibt. Ist es soweit gekommen, versucht der Körper selbst, das Gelenk zu versteifen.
Schädliche Schonhaltung
Patienten mit Großzehenarthrose neigen zum Humpeln. Sie versuchen dadurch, das schmerzhafte Abrollen zu vermeiden. Auf Dauer ist das ungünstig, denn unter der Schonhaltung leidet schließlich der gesamte Bewegungsapparat. Schmerzen in Knien, Hüfte und sogar im Rücken können die Folge sein.
Der Arzt erkennt den Hallux rigidus schon rein äußerlich an Schwellung und Rötung. Zusätzlich kann ein Röntgenbild den Grad des Knorpelverschleißes anzeigen. Auch eine Hornhaut unter dem kleinen Zeh ist ein indirekter Hinweis auf die Großzehenarthrose: Der Patient hat sich einen Schongang angewöhnt und rollt ständig über die Außenkante des Fußes und den kleinen Zeh ab.
Weite Schuhe, feste Sohlen
Eine konservative, also nicht-operative Therapie, sollte immer der erste Weg sein. Der Patient sollte nicht zu enge Schuhe mit eher harter Sohle tragen. Dadurch wird ein Abrollen des Zehengelenks verhindert. Unterstützt werden kann das durch spezielle Einlagen. Eine Carbonsohle unter dem großen Zeh stellt diesen beim Gehen ruhig. Auch Abrollhilfen unter dem Schuh haben einen ähnlichen Effekt. Von Cortison- oder Hyaluronsäure-Spritzen oder Röntgenreizbestrahlung raten Experten ab, weil der Erfolg dieser Therapien nicht nachgewiesen ist.
Vor und nach der OP: Fußmuskeltraining
Hilfreich – übrigens auch nach der Zehenoperation – ist Fußgymnastik. Gezieltes Training der Fußmuskulatur kräftigt die Statik des Fußes und entlastet den Großzeh. Wer z.B. regelmäßig übt, mit den Zehen ein Handtuch zu greifen, hat schon viel für seine Fußstatik getan.
Operation – verschiedene Verfahren
Wird operiert, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Sie richten sich auch nach dem Schweregrad und der Ursache der Arthrose. Manchmal trägt der Operateur nur einen Knochenkeil ab, der sich über dem Gelenk gebildet hat. Damit wird es wieder beweglich. In einigen Fällen reicht es auch ein Stück aus dem Mittelfußknochen zu entfernen und so eine Fehlstellung des Zehs zu beheben. Ist der Verschleiß weit fortgeschritten, wird das Gelenk in der Regel versteift, mit Hilfe einer kleinen Metallplatte. Eine andere Alternative ist ein Kunstgelenk. Diese Operation hat den Vorteil, dass der Patient danach schneller wieder auf den Beinen ist. Viele Chirurgen raten inzwischen allerdings von Kunstgelenken ab, da diese sich häufig lockern und der Patient dann erneut operiert werden muss. In der Regel wird das Zehengelenk dann doch versteift.
Autor/in:
Sigrun Damas
Redaktion:
Monika Kunze




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