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Die Zeichnung "Der Mensch" von Leonardo da Vinci auf einem gelben Farbklima (Rechte: WDR)
Sendung vom 04.10.2012, 16:05 bis 17:00 Uhr
Bild: Frauenhände unter einem Wasserhahn; Rechte: dpa

 Keine Stinkehände!

Die Kleine Anfrage: Kann "Edelstahlseife" tatsächlich Gerüche tilgen?

Moderation: Martin Winkelheide

Zwiebelgeruch an den Fingern ist unangenehm, besonders wenn man schon den Nachtisch löffelt. Doch dagegen sollen Geruchskiller aus Edelstahl helfen. Funktionieren solche "Edelstahlseifen" überhaupt? Und: Wenn ja, wie?

Was verursacht unangenehme Gerüche?

Bei Geruchsstoffen handelt es sich meist um Schwefelverbindungen. Für den Geruch von Knoblauch oder Zwiebeln sind in erster Linie so genannte Mercaptane, also bestimmt organische Schwefelverbindungen verantwortlich. In überreifem Obst sind andere Verbindungen, beispielsweise Aldehyde und Ketone, wichtige Geruchsträger.

Wie funktioniert "Edelstahlseife"?

So unterschiedlich die chemischen Stoffe sind, die zu üblen Gerüchen führen, so vielfältig sind die Reaktionen, die auf einer Edelstahlfläche ablaufen und die Geruchsbildung verhindern können. Und je größer die Fläche, desto besser können die Reaktionen ablaufen. Deshalb sind die Geruchsneutralisierer aufgeraut, haben eine fein- bis mikrostrukturierte Oberfläche. Dabei können die Riefen auch sehr klein sein, so dass man sie kaum sieht.

Bei der Wirkung von "Edelstahlseife" kommen offenbar zwei Effekte zusammen. Einmal scheint für kurze Zeit eine so genannte Adsorption stattzufinden. Zusammen mit Metallkomponenten der "Edelstahlseife" bilden sich Verbindungen, die nicht mehr in der Luft sind und deswegen nicht mehr gerochen werden können. Diese Verbindungen sind aber nicht sonderlich stabil, das heißt mit Luftsauerstoff und Feuchtigkeit zerfallen sie wieder. Das könnte begründen, warum die "Seife" nicht abnutzt. Weiterhin gibt es vermutlich auch katalytische Effekte, beispielsweise durch eingelagertes Molybdän.

Wie wirken Edelstahltöpfe und Besteck auf die feinen Aromen unserer Lebensmittel?

Edelstahlfilter, -siebe, und -kannen können den die feinen Aromen von Tee oder Kaffee nicht viel anhaben. Sie sind mit zeitgemäßen Methoden poliert und beschichtet, der Chemiker nennt das passiviert. Diese Oberflächen sind zu glatt, als dass die Geruchsverhindernden Reaktionen zwischen den schwefeligen Gestank-Bildnern und den Metallkomponenten des Stahls in ausreichendem Maße reagieren können.

Autor/in:

Svenja Peters

Redaktion:

Martin Gent

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