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Sind es nur Treibhausgase - allen voran das klimaschädliche CO2, die den Klimawandel vorantreiben? Ein Leonardo-Hörer fragt, ob nicht auch die Freisetzung von Wärme durch menschliche Aktivitäten Auswirkungen auf den Klimawandel hat.
Auf der Erde wird es wärmer. Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht zu übersehen. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen und Stürme zerstören menschliche Existenzen. Die globale Durchschnittstemperatur ist im letzten Jahrhundert um 0,8 Grad gestiegen. Der Weltklimarat rechnet mit einem Anstieg von zwei bis sechs Grad bis 2100. Ein Hörer der „Kleinen Anfrage“ fragte sich nun, ob die Freisetzung von Wärme durch menschliche Aktivitäten Auswirkungen auf den Klimawandel hat. Die Kleine Anfrage hat sich die Klimabilanz mal genauer angeschaut.
Es wird warm um den Menschen
Insgesamt verbraucht die Menschheit 16 Billionen Watt an Primärenergie. Primärenergie ist die Energie, die in der Kohle zum Beispiel enthalten ist, ein Teil davon wird in Strom umgewandelt - je nach Effizienz des Kraftwerks können das 30 bis 40 Prozent sein - und der Rest geht als Abwärme verloren. Aber selbst der Strom, der erzeugt wird, generiert am Ende Abwärme. Egal was der Mensch so treibt, wenn er Strom durch seine Stereoanlage jagt, er seinen Computer zum Laufen bringt oder er aber mit dem Auto zur Arbeit fährt, er produziert Wärme.
Kein eigenes Kapitel
Doch die Abwärme, die der Mensch täglich durch seinen Energieumsatz produziert, ist eine verschwindend geringe Größe. Sie beträgt etwa 0,03 Watt pro Quadratmeter Erdoberfläche. Während der Treibhauseffekt durch das zusätzliche Kohlendioxid in unserer Atmosphäre 1,7 Watt pro Quadratmeter Erdoberfläche beträgt, also etwa das 50fache. Der Mensch beeinflusst also maßgeblich das Klima durch die Produktion von Treibhausgasen, etwa durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern. 0,03 Watt pro Quadratmeter ist eine zu vernachlässigende Größe, sagen die Wissenschaftler. In den Berichten des Weltklimarats sucht man vergeblich nach einem extra Kapitel zum Thema Abwärme. In den Klimamodellen wird ihr Einfluss nicht berechnet.
Lokal spürbar
Auch wenn die vom Menschen generierte Abwärme für das globale Klima keine Rolle spielt, lokal ist sie durchaus spürbar. Läuft man etwa im Sommer in Manhattan durch die Straßen, wird einem die heiße Luft förmlich ins Gesicht geblasen. Die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren. Und die sorgen nicht nur dafür, dass es drinnen angenehm kühl ist, sondern sie produzieren auch jede Menge Abwärme, die nach draußen gepumpt wird. Da kann es auf den Straßen New Yorks auch mal ein paar Grad wärmer werden.
Autor/in:
Anne Demmer
Redaktion:
Martin Gent






![Bild: Pfanne mit Atom; Rechte: interfoto/mauritius images/WDR[m]](/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2012/Kuechenexperimente/Foto/KETeaserLogo_160x70.jpg)







