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Anti-Viren-Software und Firewall - diese beiden Programme sollten heutzutage auf keinem Computer fehlen. Wie ein digitaler Grenzbeamter passt die Software auf, was da an Daten zwischen Computer und der Außenwelt ausgetauscht wird. Aber: Wie gut sind diese Software-Pakete eigentlich wirklich? Kann man sich tatsächlich auf sie verlassen? Die Stiftung Warentest hat 14 kostenpflichtige Pakete getestet - mit zum Teil haarsträubenden Ergebnissen.
Das Ergebnis
Von den 14 getesteten kostenpflichtigen Paketen für Windows-Computer wurden nur drei mit gut bewertet. Dabei handelt es sich um die "Internet Security 2012"-Pakete von Avira, GData und Kaspersky. Bei den kostenlosen Paketen schnitt lediglich Avira Free Antivirus mit "gut" ab. Im Internet wird derzeit kontrovers über die Ergebnisse des Tests diskutiert. Während viele Anwender die Tests bestätigen, kritisieren andere sowie einige Hersteller die Testverfahren. Im Internet hat die Stiftung Warentest zu diesen Vorwürfen bereits Stellung genommen.
Hintergründlich
Ein Sicherheitspaket besteht aus einer ganzen Reihe von Programmen. Die wichtigsten sind Anti-Viren-Programm und Firewall. Ein Anti-Viren-Programm kann zwei wesentliche Arbeiten erledigen: Sämtliche Speichermedien werden auf Schadprogramme hin untersucht, und neu auf den Rechner gelangende Dateien werden vorher geprüft. Damit die Anti-Viren-Software weiß, wonach sie suchen soll, muss sie stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Das gilt für das eigentliche Programm und auch die so genannten "Virensignaturen". Dabei handelt es sich quasi um Fahndungsfotos der Viren, Würmer und sonstigen Schadprogramme. Anhand dieser Informationen ist die Antiviren-Software in der Lage, ein Schadprogramm zu entdecken – oft auch dann, wenn es sich geschickt tarnt. Eine Firewall regelt, welche Programme Kontakt mit dem Internet aufnehmen dürfen und welche Art von Daten auf welchem Weg von außen über das Netz auf den Rechner gelangen darf.
Spreu und Weizen
Bei ihren Tests hat die Stiftung Warentest unter anderem untersucht, wie aktuell die jeweiligen Virensignaturen bei den einzelnen Paketen gehalten werden. Auch wie schnell die Programme die Viren finden und wie benutzerfreundlich die Software ist, wurde unter die Lupe genommen. Aber auch dann, wenn ein Paket mit "gut" bewertet wurde, kann man nicht sicher sein, dass es tatsächlich die Schädlinge zu 100 Prozent erkennt und beseitigt. Denn: Jedes Programm hat Schwachstellen, die von den Programmierern der Schadprogramme gezielt ausgenutzt werden können.
Die wichtigsten Tipps
Es gibt ein paar wenige Tipps, die man beherzigen sollte, um sich möglichst sicher im Internet bewegen zu können:
- Anti-Viren-Programm installieren und Komplett-Check des Rechners durchführen lassen
- Automatische Update-Funktion für Anti-Virus-Programm und Virensignaturen aktivieren
- Niemals automatische Funktionen des Anti-Virus-Programms ausschalten
- Keine E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern öffnen
- Keine Dateien von unbekannten Webseiten herunter laden
- Grundsätzlich misstrauisch beim Surfen im Internet sein
- Mindestens die ins Betriebssystem eingebaute Firewall nutzen und keinesfalls ausschalten
Preisfrage
Die von der Stiftung Warentest mit "gut" bewerteten Sicherheitspakete kosten zwischen 20 und 30 Euro. Als Windows-7-Nutzer kann man hingegen ganz entspannt sein: Die Tester haben herausgefunden, dass die ins Betriebssystem integrierte Firewall besser als viele kostenpflichtige Versionen ist. Wer dann noch ein kostenloses Anti-Viren-Programm dazu stellt, der hat hinreichende Sicherheit. Nutzer von Windows XP und Windows Vista sollten zu einer mit "gut" bewerteten Lösung greifen. Auf mit "ausreichend" benotete Pakete ist kein Verlass.
Autor/in:
Gespräch mit Michael Stein; Wissenschaftsjournalist
Redaktion:
Jan Friese





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