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Das Erinnerungsvermögen an Träume ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Mit einem Trick können Traumforscher aber die Erinnerung bei ihren Probanden verbessern: Sie fordern Testpersonen auf, ein Traumtagebuch zu führen. Täglich sollen sie direkt nach dem Aufwachen notieren, was sie geträumt haben. So können sie auch ergründen, was eine Leonardo-Hörerin aus Österreich beschäftigte: Träumen wir in Farbe oder in Schwarzweiß?
Die meisten Menschen können diese Frage nicht eindeutig beantworten. Denn das Erinnerungsvermögen an Träume ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Mit einem Trick können Traumforscher aber die Erinnerung bei ihren Probanden verbessern: Sie fordern Testpersonen auf, ein Traumtagebuch zu führen. Täglich sollen sie direkt nach dem Aufwachen notieren, was sie geträumt haben. Der Traumforscher Prof. Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit im Mannheim hat im Rahmen seiner Studien Probanden obendrein gezielt aufgefordert, Farbeindrücke aus den Träumen festzuhalten. Ergebnis: Die meisten Menschen, die mit Hilfe eines Traumtagebuchs die Erinnerung an Träume regelrecht trainieren, geben an, farbig zu träumen.
Fernsehen der Kindheit entscheidend
Dieses Ergebnis ist nicht so selbstverständlich, wie es scheint. Denn lange Zeit gingen Traumforscher davon aus, dass Menschen in der Regel schwarzweiß träumen. Grundlage für diese Annahme waren Studien aus den 1930 bis 1950er Jahren. Darin hatten Versuchspersonen überwiegend angegeben, monochrom wie in einem Schwarzweiß-Film zu träumen. In den letzten Jahren kam nun einigen Forschern der Verdacht, dass tatsächlich der Stand der Film- und Fernsehtechnik einen Einfluss auf die Farbe der Träume haben könnte - oder besser: auf die Erinnerung an die Farbe. In einer Studie aus dem Jahre 2008 haben Forscher daher Probanden nach der Farbe ihrer Träume gefragt und gleichzeitig nach dem Typ des Fernsehapparats, der in der Kindheit die größte Rolle spielte. Ergebnis: Menschen, die mit Schwarzweiß-TV aufgewachsen sind, geben überwiegend an, schwarzweiß zu träumen.
Träumen nach dem Stand der Technik
In einer anderen Studie haben amerikanische Forscher systematisch wissenschaftliche Arbeiten über Träume untersucht. Sie stellten dabei fest, dass in ganz frühen Untersuchungen aus der Zeit um 1900 die Menschen eher angaben, farbig zu träumen. In den darauf folgenden Jahrzehnten nahm die Farbigkeit der Träume in der Wahrnehmung der Menschen immer weiter ab – parallel zur Verbreitung von Kino und Fernsehen. Als im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts die Film- und Fernsehtechnik nach und nach von Monochrom auf Farbe umgestellt wurde, nahm auch die Farbigkeit der Träume wieder zu.
Autor/in:
Thomas Liesen
Redaktion:
Martin Gent
Die Kleine Anfrage: Träumen wir in Farbe oder Schwarzweiß?










